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Warum Framing immer wichtiger wird, und wieso die Linken immer die Guten bleiben
Das neue Jahr hat keine Zeit verschwendet, um uns mit aufwühlenden Nachrichten aus der Feiertagsruhe zu schubsen. Meldungen, die geeignet sind, heftige Emotionen bei den Menschen auszulösen. Gerade in solchen Zeiten ist es die Aufgabe verantwortungsvoller Medien, dafür zu sorgen, dass diese Emotionen nicht in die falsche Richtung gehen.
Eine dieser Nachrichten war der Terroranschlag auf das Stromnetz im Südwesten Berlins. Die „Tagesschau“-Redaktion war hier zunächst redlich bemüht, schädlichen Emotionen vorzubeugen. In ihrer Nachmittagsausgabe erwähnten die öffentlich-rechtlichen Fernsehmacher daher mit keiner Silbe die politische Ausrichtung der Attentäter, die tausende Haushalte in eine für manche Leute lebensgefährliche Kälte und Dunkelheit gestoßen hatten, obschon deren ideologische Herkunft zu dem Zeitpunkt schon allgemein bekannt war. Es lag längst ein offenkundig authentisches Bekennerschreiben vor.
Daher musste die „Tagesschau“ dann noch am selben Tag zu ihrer 20-Uhr-Ausgabe auch tragischerweise die Segel streichen und die Tatsache preisgeben, dass es sich wohl um „eine linksextreme Gruppe“ handele. Schade. Dennoch würdigen wir den mutigen Versuch des Staatssenders, dieses störende Detail solange es ging unter der Decke zu halten.
Wir waren schließlich schon einmal viel weiter. Die Grünen-Fraktion im Bundestag hatte seinerzeit die Einführung eines „Demokratiefördergesetzes“ auch damit begründet, dass „Antifa-Gruppen“ dann nicht mehr „immer um ihr Geld ringen“ müssten. Mithilfe jenes Gesetzes gingen bereits Millionen oder Milliarden Euro in die Kassen auch extrem linker Organisationen. Wie viel sie bekommen haben und wofür, weiß keiner. Die Union hatte vor einem Jahr bekanntlich 551 Fragen zu diesem Komplex gestellt und nach der Wahl ganz schnell wieder vergessen – wie so manches ihrer Wahlversprechen.
Den Anschlag auf die Berliner Bevölkerung könnten kritische Bürger zum Anlass nehmen, sich nun doch wieder dafür zu interessieren, wer hier alles mit Steuergeldern gefördert wird. Die linksextremen „Vulkangruppen“ verüben seit 15 Jahren schon Anschläge auf Bahn- und Kabeltrassen. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner hat daher versprochen, nun ganz verstärkt gegen diese Gruppen zu ermitteln. Nun, in 15 Jahren müssten ja schon so einige Erkenntnisse zu den Linksterroristen zusammengekommen sein, ist ja eine ganz schön lange Zeit! Tatsächlich ermittelten die Behörden bislang – nichts. Gar nichts. Null. Weder, ob es sich um eine oder mehrere Gruppen handelt, oder ob es gar nur eine einzelne Person ist. Noch, ob es immer dieselben Leute sind oder jeweils andere, die sich lediglich mit demselben Namen zieren.
Für die Behörden müssen wir da allerdings Verständnis aufbringen. Wann soll man das denn bitte schön alles untersuchen, wenn man dauernd damit beschäftigt ist, Leute zu verfolgen, die einen Witz über einen Politiker gemacht haben oder satirische Bemerkungen über die „Woke“-Bewegung. Irgendwann ist das Pensum eben überschritten. Da müssen Prioritäten gesetzt werden, und die frierenden Berliner wissen jetzt, wo die liegen.
Außerdem darf ja nicht vergessen werden, dass sich die Genossen von den „Vulkangruppen“ als Speerspitze der Klimabewegung verstehen, was ihnen gewiss Pluspunkte in bestimmten politischen Milieus einbringt, die in diesem Land nicht ohne Einfluss sind. Da greift die übliche Beißhemmung: Ja, ja, die Anschläge sind natürlich schon irgendwie übel – aber man muss doch auch die eigentlich edlen Absichten berücksichtigen!
Wo Politfolklore jede Wahrheit schlägt
Mit dem Argument haben sich noch alle fanatischen Bewegungen der Politikgeschichte und sämtliche brutalen Gewaltregime aus dem moralischen Dreck zu ziehen versucht: ihre vermeintlich guten Absichten. Linke Regime und Bewegungen sind ihrem rechten Gegenüber in dieser Disziplin allerdings haushoch überlegen.
Kaum irgendwo lässt sich das so gut studieren wie in Lateinamerika. Von Ernesto „Che“ Guevara bis zu Venezuelas Nicolás Maduro ist die jüngere Geschichte des Erdteils durchzogen von finsteren linken Fanatikern und skrupellosen, erzkorrupten Gewaltherrschern unter roter Fahne. Doch ihre Spur von Tod, Verarmung und Unfreiheit wird bis heute übertönt vom romantischen Gitarrenklang linker Politikfolklore, hinter dem die Schneise der Verwüstung und des Leids vollständig zu verschwinden scheint.
Wer muss da nicht respektvoll den Sombrero ziehen vor diesem Ausmaß umfassender Rabulistik! Im Fernsehen brachte es ein „Experte“ sogar fertig zu behaupten, dass die Demokratie in Venezuela auch deshalb unter die Räder gekommen sei, weil „die rechte Opposition“ immer so heftig opponiert habe gegen die linken Machthaber Hugo Chávez und Maduro. Mit anderen Worten: Hätten die Andersdenkenden einfach die Klappe gehalten, wäre die sozialistische De-facto-Diktatur bestimmt viel netter zu ihnen gewesen. Selber schuld!
Nun trommelte die Linkspartei zusammen mit anderen „Antifaschisten“ bundesweit gleich ein paar Demonstrationen zusammen. „Freiheit für Venezuela“ forderten die Linken in Hamburg, München und anderswo. Da wären die Venezolaner, von denen jeder vierte bereits vor den Sozialisten außer Landes geflohen ist, gewiss sofort dabei. Nur dürften die Demonstranten und die geknechteten oder geflohenen Venezolaner unter „Freiheit“ etwas Grundverschiedenes verstehen. Besonders sorgen sich die roten Protestler um das Völkerrecht, sagen sie, und warnen vor dem „Recht des Stärkeren“. Derweil schwenkten sie ein Transparent mit den Umrissen des Landes, auf dem zwei Drittel des kleinen Nachbarn Guayana plötzlich venezolanisch sind. Das Maduro-Regime hatte das Gebiet unlängst per Federstrich einfach für annektiert erklärt. Das hat merkwürdigerweise keine Proteste hervorgerufen.
„Recht des Stärkeren“? Solange das rote Maduro-Regime gegenüber dem viel schwächeren Guayana diese Rolle auskostete, störte das niemanden. Nun, da Maduro es mit einem noch Stärkeren zu tun bekam, ist es ein Skandal. Das zum Thema „Völkerrecht“. Kommt halt immer darauf an, wie man's gerade braucht.
Beim Framing der Ereignisse geht die „Tagesschau“ auch in die Vollen, wenn es um die Reaktion der lateinamerikanischen Nachbarn geht. So hat man uns von den lauten Protesten „links“ geführter Länder wie Kolumbien oder Brasilien berichtet. Begrüßt habe den US-Angriff dagegen das „ultra-rechte“ Argentinien. Entweder man ist also „links“ oder gleich „ultra-rechts“, wobei die argentinische Regierung von Javier Milei in Wahrheit ultra-liberal ist. Aber das sollte man den Leuten lieber nicht verraten, wo es derzeit doch um die ideologisch richtige Eintütung der Vorgänge geht. So funktionieren „Nachrichten“ in Deutschland heute. Und da fragt man sich in den Redaktionen, wie das Vertrauen der Zuschauer nur so einbrechen konnte.