21.04.2021

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
Als Spitzenkandidatin ihrer Partei ins Spiel gebracht: Joana Cotar
Foto: 73JCAls Spitzenkandidatin ihrer Partei ins Spiel gebracht: Joana Cotar

Porträt

Die Überraschungskandidatin

In der AfD könnte am Wochenende eine Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl gekürt werden, die viele bislang nicht auf der Rechnung hatten, die aber als kämpferisch und selbstbewusst gilt

Robert Mühlbauer
09.04.2021

Führende AfD-Politiker haben die hessische Bundestagsabgeordnete Joana Cotar gefragt, ob sie bereitstünde für ein Spitzenduo mit dem Co-Parteichef Tino Chrupalla aus Sachsen. Die 47-Jährige zeigt sich grundsätzlich offen. Ost und West, rechts-soziales und bürgerlich-freiheitliches Lager müssen eingebunden sein. Ob die Kandidaten schon auf dem Parteitag in Dresden dieses Wochenende oder später in einer Mitglieder-Urabstimmung gewählt werden, ist aber noch nicht klar. Ebenfalls unklar ist, ob die Fraktionsvorsitzende Alice Weidel nochmal die Spitzenkandidatur anstrebt. Ihr Rückhalt in der Partei ist zuletzt gebröckelt.

Cotar ist seit April 2013 bei der AfD, ihr Protest gegen Euro- und EU-Schuldenunion trieb das Ex-CDU-Mitglied zur Protestpartei. 2017 wurde sie in den Bundestag gewählt. Sie streitet dort als digitalpolitische Sprecherin gegen Zensur im Internet und in den Sozialen Medien. „Mich bewegt das Thema Freiheit", sagt sie. Es sei fatal, wie in der Corona-Krise im Eiltempo Bürger- und Grundrechte eingeschränkt werden. „Und wer dagegen protestiert, wird in die rechte Ecke gestellt." Die Regierung – von Spahn bis Merkel – habe in der Corona-Krise völlig versagt.

Ihre freiheitlich-konservative Haltung liegt auch in ihrer Biographie begründet. Geboren wurde sie 1973 in Rumänien als Tochter einer Siebenbürger Sächsin, ihr Vater saß als politischer Häftling unter Ceausescu mehrere Jahre im Gefängnis. Die Securitate überwachte die Familie. 1978 ging sie in die Bundesrepublik. Cotar hat nach der Schulzeit in Hessen und einem Politikstudium in Mannheim bei Banken in Deutschland und in der Schweiz sowie zuletzt als selbstständige Projektmanagerin gearbeitet, bis es sie in die Politik zog. Den Höcke-Flügel sieht sie kritisch, sagt aber zu den internen AfD-Streitigkeiten: „Wenn wir wieder mit einem starken Ergebnis in den Bundestag einziehen wollen, dann müssen wir geeint auftreten."



Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie die PAZ gern mit einer

Anerkennungszahlung


Kommentare

Ralf Pöhling am 13.04.21, 12:55 Uhr

Gute Frau. Und im Bereich Digitalisierung überaus kompetent. Also genau das, was derzeit gefragt ist.

Michael Holz am 09.04.21, 12:36 Uhr

Ich sehe es in etwa so wie Siegfried Hermann. Politikwissenschaft studiert? Was soll das? Ost und West, Mann und Frau vertreten? Das ist Zeitgeist! Unsere Gesellschaft feminisiert, da muss endlich einmal Schluss sein. Überall Quotenfrauen, Sprecherinnen uns und und. Mir reicht es! Gut, soll sich diese Frau beweisen. Die AfD ist tatsächlich nur die einzige Alternative, eine schlechte zwar, aber immer noch besser als eine der Blockparteien der "Zivilgesellschaft".

Siegfried Hermann am 09.04.21, 07:35 Uhr

Moin!
Ich sach ma so:
Der Maurerpolier würde sagen:
...wie gewollt und nicht gekonnt.

Gut " schlechte Kindheit", haben aber viele Wessi auch gehabt, von der Oma-Generation ganz zu schweigen.
Und was bietet die Frau Cotar???
Politik-Studium, oh je, kerzengerade Karrierefrau mit dem Riecher die Fahnen im richtigen Moment zu wechseln. Höcke "kritisch"....
Quasi ein Weidel-Clone.
Und die soll einigen und das Ruder rumreißen???
Das ist alter Wein in neue Schläuche!
Vielleicht auch eine Idee von Meuthen, selbst nicht in Erscheinung zu treten und trotzdem am Ruder zu bleiben..
Wie selbst die PAZ in anderen Artikeln festgestellt hat,
kann die AfD nur gewinnen, wenn endlich diese Mörkel-Anschleimerei mit Ölkasse, die Partei internen Machtproben aufhören und eben das Höcke-Vertrauen der Bevölkerung zurück gewinnt und alternativlos und entschlossen hinter dem Volk steht.
Was ich von BRiD-Wahlen halte wisst Ihr ja... die AfD könnte aber so die Speerspitze der Bewegung und Sammelbecken werden, das Mörkel-System endlich in den Abgrund und in die Hölle zu jagen.
Je eher, desto besser!

89 erlebt Schlömmer am 09.04.21, 07:03 Uhr

Von mir aus kann die einzige Opposition einen blauen Besenstiel aufstellen, es gibt in diesen Zeiten nur diese eine Alternative. Jede andere Wahlmöglichkeit bedeutet den Fortgang der Zerstörung des Landes, je nach Farbe mit unterschiedlichem Tempo. Wer Union wählt - bekommt grün. Wer Grün Wählt bekommt SED. Gelb und Rot sind nur Statisten.

Kommentar hinzufügen

Captcha Image

*Pflichtfelder

Da Kommentare manuell freigeschaltet werden müssen, erscheint Ihr Kommentar möglicherweise erst am folgenden Werktag. Sollte der Kommentar nach längerer Zeit nicht erscheinen, laden Sie bitte in Ihrem Browser diese Seite neu!