27.02.2025

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
Merz trifft bei seinem Besuch im Februar in Israel Ministerpräsident Netanjahu
Bild: picture alliance/dpa/GPO/Kobi GideonMerz trifft bei seinem Besuch im Februar in Israel Ministerpräsident Netanjahu

Leitkultur

Einladung mit Rückgrat

Jens Eichler
27.02.2025

Nie wieder ist immer, aber nicht für jeden ... So könnte man den Umgang des linken Spektrums mit Antisemitismus und der deutschen Staatsräson in Bezug auf Israel zusammenfassen. Denn diese gerade für die Bundesrepublik exorbitant wichtige Formel muss immer und überall Bestand haben. Ansonsten wäre es hohle Phrasendrescherei. Das kann sich Deutschland in Bezug auf seine historische Verantwortung gegenüber allen Juden und ihrem Staat Israel schlichtweg nicht leisten – schon gar nicht moralisch.

Doch alles, was sich politisch links verortet, allen voran was linksaußen und erst recht linksextrem ist, sollte bei diesem Thema einfach nur schweigen oder mit Schamesröte im Gesicht wegschauen. Denn diese Gesinnungsgruppierungen holen den oben genannten Slogan immer nur dann hervor, wenn es ihnen in der Agitation gegen Andersdenke gerade einmal in den politisch-ideologischen Kram passt. „Nie wieder“, skandieren sie lauthals im Chor auf den Straßen, wenn sie gegen rechts marschieren – komischerweise aber niemals gegen rechtsextrem. Sonst so wortgewandt und kreativ in der Wortfindung, aber hierbei nicht? Nein, es ist ja auch genau das gemeint, was auf ihren linken Spruchbändern geschrieben steht: Gegen rechts – und das ist eben alles, was nicht links ist. Und so diffamieren sie gleich im Rundumschlag alles, was nicht mit ihnen und dem schwarzen Antifa-Block zieht, als antisemitistisch.

Die gleichen haben aber kein Problem damit, mit den Terror lobpreisenden Palästinensern und ihren Sympathisanten gemeinsame Sache zu machen, sich mit ihnen zu verbrüdern und mit ihnen die rechtswidrige Parole „From the river to the sea“ zu rufen, die nichts anderes als die komplette Vernichtung des Staates Israels zum Ziel und zum Inhalt hat. Wie bigott kann man sein?

Wenn es dann noch um Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geht, dann brechen alle Dämme des Anstands. Gerade jetzt wieder zu sehen, als der designierte Bundeskanzler Friedrich Merz eben genau diesen Ministerpräsidenten Israels zum Besuch nach Deutschland einlud. Wohlwissend, dass eine Mehrheit an Schurkenstaaten in der UN für eine Anklage gegen Netanjahu beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag gesorgt hatte, in der ihm – nicht den palästinensischen Terroristen der Hamas – Völkermord vorgeworfen wird. Der Präsident, der nach einem beispiellos blutigen Terrorakt der Hamas, bei dem über 1200 Geiseln auf brutalste Weise verschleppt und viele weitere Juden getötet worden waren, sich zu Recht entschlossen wehrt.

Genau das aber brachte ihm einen Internationalen Haftbefehl ein. Eine Ungeheuerlichkeit. Und das ist noch untertrieben. Dennoch hat Merz Netanjahu eingeladen – unter der Zusicherung, dass dieser Skandal-Haftbefehl nicht in Deutschland vollstreckt werden wird. Gut so! Merz zeigt Rückgrat und macht deutlich, dass endlich wieder Realpolitik regiert.

Aber wem ist „Nie wieder“ erneut völlig egal? Dem linken Spektrum. Das aber läuft Sturm gegen die Einladung. Die aber ist ein Hoffnungsschimmer, dass Deutschland wieder ein verlässlicher Freund Israels wird. Denn „nie wieder“ ist immer und mehr als eine linke Zweck-Parole.


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie die PAZ gern mit einer

Anerkennungszahlung


Kommentar hinzufügen

Captcha Image

*Pflichtfelder

Da Kommentare manuell freigeschaltet werden müssen, erscheint Ihr Kommentar möglicherweise erst am folgenden Werktag. Sollte der Kommentar nach längerer Zeit nicht erscheinen, laden Sie bitte in Ihrem Browser diese Seite neu!

powered by webEdition CMS