23.03.2026

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
In der Pfarrei des heiligen Laurentius: Ordensfrauen mit den Reliquien
D.K.In der Pfarrei des heiligen Laurentius: Ordensfrauen mit den Reliquien

feierliche Übergabe in göttkendorf

Erinnerungen an die aufopferungsvollen Katharinenschwestern

Die Pfarrei des heiligen Laurentius erhielt die Reliquien von Schwester Klomfass und 14 ihrer Gefährtinnen

Dawid Kazanski
23.03.2026

Die Pfarrei des heiligen Laurentius im Allensteiner Stadtteil Göttkendorf [Gutkowo] erlebte einen besonders feierlichen und bewegenden Moment, als vor einiger Zeit die Reliquien der seligen Katharinenschwestern, der Schwester Klomfass und ihrer 14 Gefährtinnen, der Pfarrkirche übergeben wurden. Die liturgische Feier versammelte zahlreiche Gläubige und wurde durch die Anwesenheit von Vertreterinnen des Ordens der Katharinenschwestern bereichert, was der Eucharistie einen besonderen geistlichen und gemeinschaftlichen Charakter verlieh.

In der Predigt erinnerte der Priester an das Leben, Wirken und Zeugnis der seligen Schwestern. Er sprach über ihre Hingabe an Gott und an die Nächsten. Die Katharinenschwestern widmeten sich vor allem der Pflege von Kranken, der Erziehung von Kindern und Jugendlichen sowie der Hilfe für die Ärmsten. In den Wirren des Zweiten Weltkriegs blieben sie trotz großer Gefahr bei den Menschen, denen sie dienten. Viele von ihnen verloren in dieser Zeit unter dramatischen Umständen ihr Leben. Ein sichtbares Zeichen dieser geistlichen Verbundenheit ist das Reliquiar, das der Pfarrei des heiligen Laurentius geschenkt wurde. In ihm befinden sich Fragmente der Ordenshabite der seligen Schwestern, die an ihre Treue, ihren Mut und ihre Liebe erinnern. Die Reliquien sollen den Gläubigen helfen, sich im Gebet mit dem Zeugnis dieser Frauen zu verbinden und Kraft für den eigenen Glaubensweg zu schöpfen.

Zentrum des Pfarrlebens ist der historische Kirchenbau in Göttkendorf, ein spätgotisches Gotteshaus, das im Jahr 1500 konsekriert wurde. Die Kirche ist nicht nur ein Ort des Gebets, sondern auch ein bedeutendes Zeugnis der regionalen Geschichte. Der Überlieferung nach soll Napoleon Bonaparte im Jahr 1807 vom Kirchturm aus eine Auseinandersetzung zwischen französischen und russischen Truppen im nahegelegenen Jonkendorf [Jonkowo] beobachtet haben.

Im September 2007 begannen in der Kirche archäologische Untersuchungen, die eine außergewöhnliche Entdeckung hervorbrachten. Unter den neuzeitlichen Putzschichten kamen mittelalterliche Wandmalereien zum Vorschein, die vermutlich aus dem späten 14. Jahrhundert stammen. Aufgrund ihres guten Erhaltungszustandes gelten sie als äußerst wertvoll. In zwei fensterförmigen Nischen neben dem Altar wurden die Umrisse einer Heiligenfigur entdeckt, in anderen Bereichen farbige Rahmungen, die bis heute von der reichen geistlichen und künstlerischen zeugen. 

Die feierliche Einführung der Reliquien der seligen Katharinenschwestern fügte sich somit harmonisch in die lange Geschichte der Kirche ein und wurde zu einem Ereignis, das Vergangenheit und Gegenwart, Glaubenszeugnis und lebendiges Gemeindeleben auf eindrucksvolle Weise miteinander verband.D.K.


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie die PAZ gern mit einer

Anerkennungszahlung


Kommentar hinzufügen

Captcha Image

*Pflichtfelder

Da Kommentare manuell freigeschaltet werden müssen, erscheint Ihr Kommentar möglicherweise erst am folgenden Werktag. Sollte der Kommentar nach längerer Zeit nicht erscheinen, laden Sie bitte in Ihrem Browser diese Seite neu!

powered by webEdition CMS