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Königin-Luise-Gedächtniskirche im Park Luisenwahl: Wie schon einmal in der Vorkriegszeit erstrahlt das Gebäude, in dem heute das städtische Puppentheater untergebracht ist, in neuen alten Farben
Foto: J.T.Königin-Luise-Gedächtniskirche im Park Luisenwahl: Wie schon einmal in der Vorkriegszeit erstrahlt das Gebäude, in dem heute das städtische Puppentheater untergebracht ist, in neuen alten Farben

Königsberg

Fassadenrenovierung an der Königin-Luise-Kirche abgeschlossen

Nach erfolgter Umfrage: Bürger entschieden, sich bei der Renovierung am ursprünglichen Aussehen zu orientieren

Jewgenij Tschernyschew
27.03.2024

Das Königsberger Puppentheater befindet sich in der Königin-Luise-Gedächtniskirche, die zwischen 1899 und 1901 nach dem Entwurf des berühmten Architekten Friedrich Heitmann erbaut wurde. In den Kriegsjahren wurde sie erheblich beschädigt und blieb viele Jahre lang ungenutzt. In den 60er Jahren sollte das Gebäude abgerissen werden, doch Jurij Waganow, ein Architekt des Staatlichen Projektinstituts für Bauwesen, legte einen Entwurf zum Umbau des ehemaligen Kirchengebäudes in ein Puppentheater vor, und so rettete er die Kirche vor dem Abriss.

Nach seinen Plänen wurde die Kirche restauriert und 1976 als Theater in Betrieb genommen. Das Äußere des restaurierten Gebäudes entspricht weitgehend seinem Vorkriegsaussehen, während das Innere vollständig verändert wurde, um dem Zweck des Gebäudes als Theater gerecht zu werden.

Derzeit hat die Kirche den Status eines Kulturguts von regionaler Bedeutung und 2012 wurde sie bereits instandgesetzt. Nach zehn Jahren stellten Spezialisten jedoch fest, dass die Fassade und das Dach des Gebäudes erneuert werden mussten. Man beschloss daher, dass die Wiederherstellung der Fassade gemäß der historischen Ansicht der Kirche Priorität haben sollte. Es war jedoch nicht einfach zu entscheiden, welche Farbe es sein sollte, da sie schon vor dem Krieg verändert worden war.

Als die Kirche 1976 wiederaufgebaut wurde, mussten die Baumeister das verwenden, was sie hatten, und so erhielt die Königin-Luise-Gedächtniskirche einen hellblauen Anstrich. Ursprünglich war das Dach nicht aus Kupfer, sondern aus Schiefer gewesen. Das Kupfer für den Wiederaufbau von 1976 wurde per Dampfer aus Chile geliefert.

Bevor sie mit der aktuellen Renovierung der Königin-Luise-Kirche begannen, beschlossen die Fachleute des Denkmalschutzdienstes, die Meinung der Bürger abzufragen. Auf der Website der Behörde führten sie eine Umfrage durch. Die Bürger von Königsberg wurden gebeten, ein Farbschema zu wählen, das besser zur Königin-Luise-Kirche passen würde.

Daraufhin genehmigte ein staatliches Gutachten die Renovierung des historischen Gebäudes mit einem Neuanstrich in einer der Vorkriegsfarben, nämlich hellgrau-braun. Aufgrund der hohen Kosten für Kupfer und des großen Umfangs der notwendigen Arbeiten wurde beschlossen, das Dach mit graphitfarbenen Blechplatten einzudecken.

Die Renovierungsarbeiten haben umgerechnet knapp 300.000 Euro gekostet. Sie umfassten neben Reparaturen am Dach und der Fassade die Instandsetzung des Turms wie auch die Erneuerung der Abflussrohre. Alle Reparaturarbeiten wurden so organisiert, dass sie den Besuch der Aufführungen in keiner Weise beeinträchtigten. Der Eingang zum Theater blieb während der gesamten Reparaturarbeiten geöffnet.


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