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Hat mit ihren Äußerungen über „Islamo-Linksextremismus“ in ein Wespennest gestochen: Hochschulministerin Frédérique Vidal
Foto: action pressHat mit ihren Äußerungen über „Islamo-Linksextremismus“ in ein Wespennest gestochen: Hochschulministerin Frédérique Vidal

Kulturkampf

Frankreichs islamo-linke Front

Ministerin löste Debatte über Allianz von Linksextremen und Dschihadisten in den Universitäten aus

Bodo Bost
20.03.2021

In Frankreich ist nach der Enthauptung des Lehrers Samuel Paty eine Debatte über Linksislamismus in den Universitäten entbrannt. Dabei warnte die französische Wissenschaftsministerin Frédérique Vidal vor dem Durchmarsch der „Islamo-Linken" an den Hochschulen.

Die harten Separatismusgesetze, die in Frankreich nach der Ermordung Patys und dem wenige Tage später erfolgten islamischen Kirchenmassaker in Nizza verabschiedet wurden, führten zu einer Gegenreaktion an den Universitäten, wobei sich linke und islamische Kräfte dort verbündeten. Drei ultrakonservative Islamverbände, darunter Milli Görüs, hatten es abgelehnt, die „Charta der Republik" von Präsident Emmanuel Macron zu unterschreiben. Dabei wurden sie von Teilen der französischen Linken unterstützt.

Diese Linke hatte einst an vorderster Front der Laizismus-Bewegung gestanden. Jetzt macht sie sich zum Helfershelfer einer radikalreligiösen islamischen Strömung an französischen Universitäten, die auf die in Frankreich heilige Trennung von Staat und Religion pfeift.

Als die französische Wissenschaftsministerin vor der Gefahr einer solchen unheiligen Allianz warnte und Linke sowie Wissenschaftler als „nützliche Idioten der Dschihadisten" bezeichnete, löste sie eine Debatte aus, wurde aber auch von einem Teil der Linken unterstützt.

Vidal war Mitte Februar Gast in einer TV-Talkshow über religiöse Eiferer, welche die Laizität bedrohen. Als die 83-jährige Journalisten-Ikone Jean-Pierre Elkabbach als Moderator am Ende der Gesprächsrunde den Verdacht äußerte, dass es an den Unis so etwas wie „eine Allianz zwischen Mao Tse-tung und dem Ayatollah Khomeini" gebe, fand er den Beifall der Ministerin. „Ich denke, dass der Islamo-Linksextremismus unsere Gesellschaft als Ganzes auffrisst", sagte Vidal während der Sendung.


Kurz darauf kündigte die Ministerin eine Untersuchung über den nachhaltigen Einfluss der Islamo-Linken in der Forschung und an den Universitäten an. Das Nationale Forschungszentrum (CNRS) solle in dieser Untersuchung überprüfen, was akademische Forschung ist und was in den Bereich des Gesinnungsterrors gehört. Vidal, die vor ihrer Berufung in die Regierung Biochemieprofessorin und Präsidentin der Universität Nizza war, warnte vor Akademikern, die ihren Titel und ihre Aura dazu benutzten, um radikale und militante Ideen der Islamo-Linken zu fördern.

Die Reaktionen von links ließen nicht lange auf sich warten. Der ultralinke Politiker Jean-Luc Mélenchon sprach von einer „Gesinnungspolizei" und einer Bedrohung der Forschungsfreiheit an den Universitäten. Auch die Konferenz der Hochschulvorsitzenden meldete Bedenken an und warf der Ministerin vor, „populäre Schlagworte der extremen Rechten" zu verwenden. Vidal selber gab zu bedenken, dass an der Universität Sorbonne Linke und Islamisten gemeinsam die Aufführung eines islamkritischen Theaterstücks verhindert hätten. Abgeordnete der gaullistischen Partei Les Républicains verlangten in der Nationalversammlung einen Untersuchungsausschuss „zur Kulturverhinderung" durch Islamo-Linke. Die Tageszeitung „Le Figaro" verteidigte Vidal und erinnerte an Linksparteien, die Kandidatinnen mit Schleier auf ihren Listen hatten, oder an Linke, die an Kundgebungen gegen die angebliche „Islamophobie" teilgenommen hätten.

Sowohl Für- wie Gegensprecher

Andere linke, feministische Publizistinnen wie die Chefredakteurin des Magazins „Marianne", Natacha Polony, gaben Vidal in der inhaltlichen Bewertung des Phänomens Recht. Die Islamo-Linke sei eine Realität. Auch in der linksliberalen Tageszeitung „Libération" warnte ein Kollektiv von Akademikern, dass gewisse sozialwissenschaftliche Forschungen zu Rassen- und Genderfragen eine Tendenz hätten, dogmatisch zu werden und keine Widerrede zuzulassen.

In einer Grundsatzrede zum politischen Islamismus warnte auch Frankreichs Präsident Macron, es gebe Kinder und Enkelkinder aus der Immigration, die ihre Identität im Licht linker postkolonialer Theorien begreifen würden. Mit solchen Theorien nährten bestimmte linksislamische Kräfte den Hass auf die Republik und förderten damit den islamischen Separatismus.

Mehrere Minister Macrons distanzierten sich allerdings von ihrer Kollegin Vidal. Diese bedauerte die ausufernde Kontroverse, nahm aber ihre Äußerung nicht zurück. Die Zeitung „Le Figaro" kommentierte: „Was die akademische Freiheit und bald auch die Meinungsfreiheit insgesamt bedroht, ist nicht Frédérique Vidal, sondern sind vielmehr diese indoktrinierten Anhänger, die verbissen gegen eine Zivilisation ankämpfen, die sie als an sich schuldig beurteilen. Die Islamo-Linke ist nur ein Aspekt dieser hochentwickelten Dummheit. Und darin besteht die große Gefahr: Intelligenzverfall, Auslöschung der Kultur."



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Kommentare

Lutz Gerke am 26.03.21, 16:52 Uhr

Emmanuel Todd schrieb in Weltmacht USA Ein Nachruf: Echte Weltreiche wiesen immer zwei Merkmale auf:
1...
2. Das Zentrum behandelte schließlich die unterworfenen Völker wie normale Bürger und die normalen Bürger wie unterworfene Völker. Die Dynamik der Machtausübung führte zu einem universalistischen Egalitarismus, der nicht der Freiheit aller gründete, sondern in der Unterdrückung aller.

Zu Siegfried Hermann: Natürlich sind die ferngesteuert. Die nützlichen zerstören nicht nur den Islam mit ihrer terroristischen Übertreibung, was zu einem Ende auch dieser Religion führen wird, die Fernsteuerung wird oben bedient:

There’s class warfare, all right, but it’s my class, the rich class, that’s making war, and we’re winning. "Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen." Warren Buffet NYT 26.11.2006

Die Linken, die ihren Verstand benutzen, habe das längst verstanden. Im Übrigen auch KenFM.

Der unterdrückerische Mechanismus ist der EU immanent. Meines Erachtens sollten wir uns aus den Scharmützeln des Staates mit der den linken Horden einfach heraushalten.

sitra achra am 23.03.21, 18:05 Uhr

Was ist aus la douce France nur geworden? Man müsste es heute als la France amère titulieren.
Einst angetreten, die Gesellschaft zu revolutionieren und sozial gerechter zu machen, ist es nun in einen hypnoseähnlichen Schlafzustand gefallen und tritt seine fortschrittlichen Prinzipien mit Füßen.
Wie kann es angehen, dass die linken asozialen Gruppierungen im Verein mit äußerst gewalttätigen und extrem gefährlichen Islamisten paktieren und die Grundlagen der französischen Zivilgesellschaft zerstören wollen? Sind die republikanischen Werte in Vergessenheit geraten? Wo bleibt die Gegenwehr?
Nun haben Frédérique Vidal und die kämpferische Natacha Polony zur Wachsamkeit aufgerüttelt.
Aber wird das reichen? Vermutlich nicht, denn die Mehrheit der Franzosen ist müde und resigniert. Allenfalls motzen sie sich in diversen Blogs aus, aber mehr nicht. Die Gelbwestenbewegung konnte leider nicht viel bewegen, da sie von den repressiven Kräften des Staates niedergeknüppelt wurde. Es scheint, dass eine saturierte Gesellschaft aus dem Dilemma keinen Ausweg weiß, genau wie hierzulande.
Warum wehrt man sich denn nicht, und sei es mit revolutionärer Gewalt, so wie ihre Vorfahren es praktiziert haben? Da sind tausende Köpfe gerollt. Heute würde es reichen, alle agressiven Kräfte in der einen oder anderen Form zu neutralisieren. Vor allem müssten alle islamischen Extremisten ausgeschafft werden, ihre Vermögen konfisziert und linke Parteien verboten werden. Moscheen wären bis zu ihrer Pazifizierung zu schließen. Für orientierungslose muslimische Jugendbanden sollten Umerziehungslager eingerichtet werden. Desgleichen müssten soziale Problemviertel saniert oder aufgelöst werden. Denn so geht es wirklich nicht weiter.
Es könnte aber sein, dass die Zeit für eine Reorganisation abgelaufen ist. Die Franzosen scheinen in ihrer Mehrheit aufgrund zunehmender Amerikanisierung vor deren korrumpierender Agenda zu buckeln und sich, man weiß nicht warum, schuldig zu fühlen. Dabei ist die Menschenrechtspropaganda des Lands of the Free nur ein ideologisch-heuchlerischer Vorwand, um alle anderen Nationen zu knechten. Es gibt keine One World und wird sie nie geben. Stattdessen gibt es Herrschaftsinteressen, die sich in rhetorische Tarnmäntel kleiden.
Dies zu erkennen, sollte einer Kulturnation wie Frankreich nicht schwer fallen.
Daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, das heißt, das Eigene zu bewahren und sich auf die vitalen eigenen Interessen zu konzentrieren, ist das Gebot der Stunde.
Es ist an der Zeit, aus dem Dornröschenschlaf zu erwachen.

Ralf Pöhling am 21.03.21, 17:22 Uhr

Die Franzosen haben das Problem genau erkannt, sie kommunizieren es und tun etwas dagegen. Eine andere Wahl haben sie auch nicht, denn sonst wird die Grande Nation von der Bildfläche verschwinden. In Deutschland sind wir noch nicht so weit. Aber das wird bald kommen. Man kann nicht fortwährend Politik gegen die Realität betreiben, sonst verschwindet man mit dem eigenen Land selbst von der Bildfläche. Die Toleranz schwindet mit der Nähe zum Problem. Immer.

Siegfried Hermann am 21.03.21, 12:45 Uhr

....Islamo-Linke ist nur ein Aspekt dieser hochentwickelten Dummheit.....

Besser könnte ich das auch nicht ausdrücken.
Allerdings sollte jeder wissen, das diese nützliche Idioten auch nur ferngesteuert sind.

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