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Zwischenruf

Hauptsache, die Frisur sitzt

Robert Mühlbauer
08.12.2023

Normale Menschen gehen zum Friseur ihres Vertrauens, wenn es nötig ist. Kundinnen zahlen dort etwas über

66 Euro im Durchschnitt, Männer etwas mehr als 27 Euro pro Friseurbesuch, ergab die jüngste Statistik des Zentralverbands des Friseurhandwerks. Manche Damen gehen auch gelegentlich zu einer Visagistin und lassen sich schminken. Doch unsere Regierungspolitiker sind anders. Sie zahlen nicht mehr selbst für ihre Haare und ihre Schminke. Für sie wird gezahlt.

Mehrere AfD-Anfragen brachten jüngst ans Licht, welche Unsummen an Steuergeld einige Politiker dafür verprassen. Zum Beispiel Bärbel Bas, die Bundestagspräsidentin. Formal hat sie das zweitwichtigste Amt im Staate inne. Offenbar fühlt sie sich nun dazu berufen, ihr Aussehen entsprechend aufzuhübschen. Für „Visagisten, Kosmetiker und/oder Maskenbildner“ gab Bas im vergangenen Jahr satte 13.270 Euro aus, so die Auskunft der Bundesregierung. Das sind mehr als 1000 Euro pro Monat.

In diesem Jahr wurden für Frau Bas „schon 11.970 Euro verpudert, verföhnt und verstylt“, wie die „Bild“-Zeitung süffisant schrieb. Und das aus dem Steuerzahlertopf, obwohl Bas als Bundestagspräsidentin pro Monat knapp 20.000 Euro an Diäten und eine steuerfreie Kostenpauschale von 4000 Euro erhält.

Der AfD-Abgeordnete Stefan Brandner, der die üppige Schmink- und Friseursause auf Steuerzahlerkosten mit seiner Anfrage aufdeckte, zeigte sich verärgert. „Wer jeden Monat Einkünfte von weit über 20.000 Euro hat, der soll Friseurkosten von seinem Einkommen bestreiten wie jeder andere auch, und nicht auf Kosten der Menschen, die dieses Land am Laufen halten“, so Brandner.

Bevor die SPD-Politikerin Bas 2009 in den Bundestag kam, war sie übrigens Bürogehilfin bei der Duisburger Verkehrsgesellschaft, dann Sachbearbeiterin und schließlich Personalleiterin bei einer Krankenkasse. Ihr eher einfaches Herkommen hat die Genossin, die häufig rote Blazer trägt, heute komplett verdrängt, wenn man ihre Stylingkosten auf Steuerzahlerrechnung betrachtet.

1,5 Millionen Euro für die Eitelkeit
Indes könnte man sagen, dass Bas nur einem Trend folgt, den die Regierungsspitzen vormachen. Hier werden Friseure, Stylisten und Visagisten beschäftigt, wie es früher kaum denkbar war.

Das Außenministerium von Annalena Baerbock engagiert eine Maskenbildnerin, die sich eigens nur um das Gesicht der studierten Völkerrechtlerin kümmert – auch auf ihren vielen Reisen zur Abwendung der Weltkrisen. 137.000 Euro zahlten die Steuerzahler allein im letzten Jahr für Baer­bocks Make-up und Äußeres. Etwa 7500 im Monat nimmt die Star-Visagistin Claude Frommen – dazu kommen Reise- und Materialkosten. „Ich lasse sie erstrahlen“, sagte Frommen über ihre Kunden.

Weniger strahlend sind die Mienen beim Bund der Steuerzahler. Der hat in einem „Sparbuch für den Bundeshaushalt“ einige Einsparmöglichkeiten für die Bundesregierung aufgezeigt und notiert darin Zahlen, die den Steuer-Michel bleich werden lassen. Die Kosten für Fotografen, Friseure und Visagisten für die Bundesregierungsmitglieder beliefen sich 2022 nämlich auf rund 1,5 Millionen Euro.

Der Löwenanteil geht davon aufs Konto der Fotografen, welche die Regierungsmitglieder auch auf vielen Reisen begleiten. Baerbocks Ausflug an den Strand am Pazifik, mit nackten Füßen im Sandstrand, wird dann ebenso auf Steuerzahlerkosten festgehalten wie Kanzler Olaf Scholz beim Joggen. „Politiker wird nur, wer ohnehin etwas eitel ist“, meint die Fotografin Herlinde Koelbl in einem Gespräch mit der „Neuen Zürcher Zeitung“ über die explodierenden Kosten für Styling und Fotos in der deutschen Politik.

Aber nicht nur amtierende Regierungsmitglieder lassen sich auf Steuerzahlers Kosten frisieren und schminken. Sogar die angeblich uneitle Ex-Kanzlerin Angela Merkel tut es. Sie nutzt auch nach ihrem Ausscheiden aus der Politik die Dienste einer freiberuflichen Assistentin, die in Berlin als „Hair & Beauty Artist“ im Einsatz ist. Auch dafür kommt der Steuerzahler auf. In anderthalb Jahren, seit Merkel nicht mehr Kanzlerin ist, beliefen sich die Friseur- und Beauty-Ausgaben für sie auf 57.000 Euro, wie das Kanzleramt dem „Tagesspiegel“ im August angab.

Pro Monat kostet es also fast 3000 Euro, Merkels Gesicht und Frisur zu richten. Einige hämische Leserkommentare weglassend, kann man doch fragen, womit dies gerechtfertigt ist? Ist Merkel jetzt nicht Privatperson? Sie nimmt seit Ende 2021 fast keine öffentlichen Termine mehr wahr. „Die Kostenübernahme (für die Friseur- und Beauty-Assistentin, d. Red.) knüpft an die Wahrnehmung fortwirkender Amtspflichten an – unabhängig davon, ob sie öffentlich oder nicht-öffentlich sind“, schreibt das Kanzleramt dazu.

Ein top gestylter Ober-Bayer
Aber ist es nicht eine Verschwendung und sogar Veruntreuung des Geldes, das die arbeitenden Bürger an Steuern bezahlen, wenn Politiker für Schminke und Frisur pro Monat Tausende Euro verbraten? Müssen die Politiker strahlen, während die Infrastruktur des Landes, die Schulen, Straßen und Ämter verkommen und verdrecken? Und ist es nicht ein unfairer politischer Vorteil, den sich Regierungspolitiker – auch gegenüber der Opposition – verschaffen, wenn sie aus öffentlichen Mitteln Fotografen bezahlen, die sie auf Schritt und Tritt begleiten und werbende Bilder schießen?

Bei Weitem nicht nur die Ampel-Bundesregierung gibt dafür hohe Summen aus. Auch Markus Söder, der Ministerpräsident Bayerns und CSU-Chef, hat stets Fotografen bei sich, welche die Schritte des obersten Bayern für die Nachwelt und die Webseiten der Staatsregierung dokumentierten. Kostenpunkt: Fast 180.000 Euro allein im Jahr 2022.

Die Kosten für freie Fotografen sind in Söders Amtszeit regelrecht explodiert. Nachdem 2017, im letzten Amtsjahr von Horst Seehofer, die Staatskanzlei nur 10.891,47 Euro für Fotografen-Honorare ausgab, musste der Nachfolger sich offenbar so sehr als Ober-Bayer in Szene setzen, dass dafür 178.618,13 Euro an Fotografenhonoraren fällig wurden. Das Ganze erinnert fast an die französischen Sonnenkönige, die sich in ihrer ganzen Pracht von Künstlern darstellen und von Kostümschneidern ausstaffieren ließen.

Jedenfalls hat es nur noch wenig mit dem eher biederen und bescheidenen Auftreten der bundesdeutschen Politelite zu Zeiten der Bonner Republik zu tun. Helmut Kohls Strickjacke hängt ja nun im Haus der Geschichte, besonders modeaffin und gut „gestylt“ war der schwergewichtige Kanzler der alten Bonner Republik sicherlich nicht. Es sagt doch einiges aus über das eitle Selbstverständnis der heutigen Regierungsmitglieder, dass sie sich von externen Spezialisten „stylen“ lassen. Sie haben die Haare schön. Welche Summen die Steuer-Michel dafür blechen müssen, spottet jeder Beschreibung.


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Kommentare

Markus Engelsberger am 15.12.23, 12:42 Uhr

Markus Söder ist kein "Ober-Bayer" auch nicht im hier übertragenen Sinn. Der ist Franke, ein Rechts- und Verfassungsbrecher, eine Ruinierer Bayerns und ein Graus für jeden echten Altbaiern. Im Übrigen hat der Mann der als Ministerpräsident mit eine Dr.jur. durch die Gegend läuft keinen Berufsabschluß (kein 2.Staatsexamen), er ist also kein Jurist und er hat auch noch nie etwas gearbeitet, er könnte also sofort bei den Grünen anfangen

Gregor Scharf am 08.12.23, 06:27 Uhr

Wenn derartige Unsummen aufgebracht werden, um diese Gestalten erstrahlen zu lassen, warum ist der Schönheitseffekt dann so gering? Oder anders ausgedrückt, mehr Schein als Sein. Politiker sind demzufolge nichts weiter als Schauspieler, die man der Öffentlichkeit präsentieren muss, um sympathisch zu erscheinen. Im normalen Leben bewährt man sich bekanntlich durch Leistung und erwirbt so Vertrauen.
The Show must go on - Da fällt mir glatt noch ein, gekocht habe ich nichts, aber guck mal, wie ich daliege . . .
Von solchen Menschen muss man sich unweigerlich trennen, denn sie hemmen jede positive Entwicklung und ziehen einen nach unten.

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