17.04.2024

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Kleine Werften

Kleine Schiffe ganz groß

Buddelschiffe erwecken Träume von der großen Zeit der Segelschiffe

Thorsten Seegert
27.02.2024

Vielleicht können Sie sich noch erinnern? In einem Werbevideo der Sparkassen des Jahres 1995 treffen sich zwei alte Freunde. Auf die Frage danach, wie es dem anderen geht, antwortet dieser mit drei Fotos, die er aus der Tasche zieht: „Mein Haus, mein Auto, mein Boot.“

Zugegeben, es kann auch eine Nummer kleiner sein. Und so ist es nicht verwunderlich, dass sich Buddelschiffe nach wie vor einer großen Beliebtheit erfreuen, denn es sind faszinierende kleine Kunstwerke, die den Betrachter in eine ganz eigene Gedankenwelt entführen, die auch von einer Sehnsucht nach Freiheit und der Liebe zum Meer getragen wird. Schiffe in Flaschen zu bringen, ist seit dem

19. Jahrhundert üblich und heute nicht nur kulturelles Erbe, sondern auch anspruchsvolles und seltenes Hobby. Nur noch etwa 60 Buddelschiffbauer soll es in Deutschland geben. Die meisten von ihnen betreiben ihre „kleinen Werften“, ohne viel Aufhebens darum zu machen.

Die Kunst liegt dabei, wie immer beim Modellbau, im Detail. Es entstehen aus Fensterkitt mit Farbpulver oder Ölfarbe mit etwas handwerklichem Geschick Wellen und Meer. Modelliert wird dieses mit einem kleinen Spachtel. Weit mehr als eine ruhige Hand und ein gutes Auge sind allerdings für das Schiff selbst gefragt, denn um ein Buddelschiff zu bauen braucht man vor allem eins, Geduld, deshalb auch „Geduldsflaschen“ genannt. Wer sie selbst baut, weiß es.

Der große Moment ist immer noch der „Stapellauf“, wenn das zusammengefaltete Schiff mit seinen klappbaren Masten durch den Flaschenhals aufs Wasser kommt und endlich die in Kleinarbeit entstandenen „Segel gesetzt“ werden können. Das ist zweifellos die Krönung des Ganzen. So für die Zeit konserviert, können sich an dieser „kleinen Welt in der Flasche“ auch Generationen später noch die Betrachter daran erfreuen.

So ging es auch mir, der erst kürzlich stolzer Besitzer eines Buddelschiffes wurde. Allerdings fehlte zu diesem stolzen Dreimaster leider der originale Ständer, weshalb ich mich auf die Suche nach einer der „kleinen Werften“ in Pommern machte. Fündig wurde ich auf dem Darß, wo noch Buddelschiffe in verschiedenen Größen aber auch Zeesboot-Modelleentstehen.

Ein Anruf beim Schiffbauer verspricht: Fortsetzung folgt.


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