23.03.2026

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden

Neues Wirtschafts-Erfolgsmodell

Mehr Feuerkraft „Made in Germany“ für die Welt

Deutschland ist auf Platz vier in der Rangliste größter Waffenlieferanten der Welt aufgestiegen

Sverre Gutschmidt
23.03.2026

Von 2021 bis 2025 war Deutschland mit einem Weltmarktanteil von 5,7 Prozent die Nummer vier unter den globalen Rüstungsexporten hinter den USA, Frankreich und Russland. Deutsche Waffenproduzenten verweisen China in dieser neuesten Bewertung auf Rang 5. Die USA, Ägypten, Israel und die Ukraine sind demnach die wichtigsten Staaten deutscher Waffenexporte. EU-Mitgliedstaaten zusammen machten 28 Prozent aller globalen Rüstungsexporte aus – ein indirekter Hinweis auf das enorme Potenzial europäischer Technologie in dem Sektor.

Insgesamt habe der Handel mit entsprechenden Erzeugnissen für die gesamte Zeit weltweit um 9,2 Prozent zugenommen. Trotz der enorm gestiegenen Exporte hätten die Staaten der EU in den rund fünf Jahren in hohem Maße US-Waffen importiert, so die schwedischen Friedensforscher des Sipri-Instituts in ihrem aktuellen Jahresbericht.

Unabhängig von den Daten der Friedensforscher spielen deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine eine besondere Rolle im deutschen Rüstungsexportboom und befeuern ihn in starkem Maß. Die Ukraine nahm 2025 mit erteilten Genehmigungen im Wert von mehr als zwei Milliarden Euro die Spitzenposition deutscher Waffenexporte ein. Zum Vergleich: Rund zehn Prozent der deutschen Rüstungsexporte (1,2 Milliarden Euro) gingen im Jahr 2025 für Lieferungen an sonstige Drittländer, darunter Südkorea und Singapur.

Doch die Finanzierung des deutschen Waffenbooms ist mit Blick auf die Ukraine in großen Teilen eine Aufgabe des Steuerzahlers. Sie werden einerseits aus „Finanzmitteln der Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung bezahlt, mit denen Rüstungslieferungen und anderes Material der Industrie finanziert werden. Und zum Zweiten aus der Abgabe von Material aus den Beständen der Bundeswehr“, so die Bundesregierung in ihrer Übersicht vom April 2025.

Bessere Koordination der Mittel

Allein die Ertüchtigungsinitiative ab 2024 umfasste insgesamt 7,1 Milliarden Euro. Über ein europäisches System, die Europäische Friedensfazilität (EPF), werden Teilbeträge dem deutschen Steuerzahler zurückerstattet. Im vergangenen April waren dies 31 Millionen Euro. Deutschland hatte zu diesem Zeitpunkt bereits „Verpflichtungsermächtigungen“ für die Folgejahre in Höhe von derzeit etwa sechs Milliarden Euro“ gezeichnet. Insgesamt summierten sich deutsche Militärhilfen 2025 für die Ukraine auf rund 30 Milliarden Euro. Angesichts der verschiedenen Wege dieser Hilfen geht der Überblick verloren, so Kritiker: Hilfen aus Bundeswehrbeständen, direkte Bestellungen der Ukraine bei deutschen Herstellern und die genannten Mittel aus dem Ertüchtigungstopf sowie EPF. Angesichts der Ausgabenhöhe für die Ukraine forderte der bayerische Steuerzahlerbund im März 2025 die Mittel besser zu koordinieren. Hilfen für die Verteidigung der Ukraine sollten in nicht-rückzahlbare und rückzahlbare Leistungen geteilt werden. So könne Deutschland militärische Güter je nachdem einstufen, Gegengeschäfte, Dienstleistungen der Ukraine oder Rechte an Rohstoffen gegenkalkulieren. 


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie die PAZ gern mit einer

Anerkennungszahlung


Kommentar hinzufügen

Captcha Image

*Pflichtfelder

Da Kommentare manuell freigeschaltet werden müssen, erscheint Ihr Kommentar möglicherweise erst am folgenden Werktag. Sollte der Kommentar nach längerer Zeit nicht erscheinen, laden Sie bitte in Ihrem Browser diese Seite neu!

powered by webEdition CMS