Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung
Ein Sohn-Vater-Interview von Simon Akstinat mit Dr. Manfred Akstinat
Man sagte mir immer wieder: „Befrage doch mal diesen oder jenen Zeitzeugen nach seinem Lebensweg!“ Aber warum in die Ferne schweifen, wenn man auch den eigenen Vater aus Ostpreußen interviewen kann. Der nämlich hat – meiner Meinung nach – ein ebenfalls überaus interessantes Leben. An meiner Seite also nun mein eigener Vater, Dr. Manfred Akstinat, ein gebürtiger und damit echter Ostpreuße. Und ja, ich gebe es zu, es ist eine ebenso außergewöhnliche wie aufregende und zugleich ein Stück weit herausfordernde Situation, den eigenen Vater journalistisch zu befragen.
Simon Akstinat: Papa, wo bist du denn geboren worden und wann?
Manfred Akstinat: „Ich wurde 1942 im Badeort Cranz an der Ostsee geboren, nördlich der ostpreußischen Hauptstadt Königsberg. Die Russen nennen meine Geburtsstadt heute Selenogradsk. In den 1990er Jahren konnte man Cranz endlich wieder besuchen. Mit etwa 25 Familienmitgliedern aus der nahen und weiteren Verwandtschaft – darunter auch meine Eltern, also deine Großeltern – bin ich daher damals zu einer gemeinsamen Ostpreußenfahrt aufgebrochen. Ich kenne den Ort also auch so, wie er heute aussieht. Du war ja damals auch dabei!“
Ja, diese Fahrt war wirklich etwas Besonderes. Aber du hast dort in Cranz ja kein bewusstes Erwachsenenleben mehr gehabt wie deine Eltern. Aber dass du viel Dramatisches erlebt hast, das kriegt man ja auch als Vierjähriger schon mit, der du damals bei der Flucht warst. Und du hast zwar deshalb überwiegend keine schönen Erinnerungen an Ostpreußen, aber du hast dennoch vieles nicht vergessen, was du während der sowjetischen Eroberung und der Vertreibung erlebt hast. Denn das war ja – wie bei so vielen anderen auch – Drama pur. Du galtest als namenloses Waisenkind, musstest Pfützenwasser trinken, bekamst in der Bundesrepublik Deutschland Malaria, deinen eigenen Nachnamen hattest Du vergessen und erst viel später bei Dresden hat Dich Deine Mutter – über viele Umwege – mithilfe des Suchdienstes des Roten Kreuzes wiedergefunden ...
Aber fangen wir am Anfang an. Ihr seid sowohl geflohen als auch vertrieben worden. Wie das? Normalerweise passierte doch nur eines von beiden. Warum passierte bei Euch beides?
„Die Ostpreußen wurden aufgerufen und gezwungen, bis zuletzt in ihrer Heimat auszuharren und sollten erst auf Befehl des Gauleiters ihr Zuhause verlassen dürfen. Aber alles ging dann viel schneller als gedacht. Die Flucht geschah daher viel zu spät! Nur ganz wenige Passagen zu Fuß oder per Schiff direkt an der Ostsee waren noch möglich. Der 26. Januar 1945 wurde zum Schicksalstag für Ostpreußen: An diesem Tag gelang den Sowjets, von Süden kommend, der Durchbruch bei Elbing zur Ostsee. Einer meiner Onkel, Heinrich Akstinat, ist bei Elbing als Soldat gefallen. Ab da war Ostpreußen vom Rest Deutschlands abgeschnitten; es gab keine Landverbindung mehr.
Dies war genau der Zeitpunkt der Flucht meiner Mutter Else (damals 25 Jahre alt) und meiner Großmutter Lina (52) mit uns beiden kleinen Söhnen, ich (3) und mein Bruder Wolfgang (5), von Cranz nach Westen. Mein Vater war zu diesem Zeitpunkt Kriegsgefangener in den USA. Nur mit dem Allernotwendigsten im Rucksack, kaum etwas zum Essen, ging es mit einem kilometerlangen schleichenden Flüchtlingstreck Richtung Westen – bei minus 10 bis 20 Grad! Zu Fuß im Schnee, Kinderwagen auf Schlitten gespannt, teilweise über freies Feld! Viele tote Soldaten und Zivilisten am Wegesrand – unsere Mutter hielt uns Kindern die Augen zu, um uns den Anblick der vielen Toten zu ersparen. Beeindruckend war für mich, dass so viele Häuser um uns herum brannten – und ich verstand nicht, warum.
Unsere Großmutter war völlig erschöpft vom langen Weg, der Unterernährung und der Kälte. Sie musste sich immer wieder am Wegesrand ausruhen. Aber es war ja Eile geboten, da die Russen näherkamen. Später wurden wir hinten auf einem Fuhrwerk mitgenommen. Bei Fliegerangriffen mussten wir schnell wieder vom Wagen runtersteigen. Bei einer dieser Gelegenheiten gingen alle Dokumente verloren, darunter auch meine Geburtsurkunde. Wir rannten schnell zum Schutz in den Straßengraben, die Kutsche fuhr weiter – ohne uns, aber mit unseren Papieren! Dann war plötzlich gar keine Weiterfahrt mehr möglich.
Meine Großmutter konnte sich ausgehungert und völlig erschöpft in einen nahegelegenen Bauernhof ,retten', wo sich bereits viele junge Frauen mit Kindern und ältere Leute im Stehen ausruhten und Schutz vor der eisigen Kälte suchten. Es gab keinen Platz zum Liegen. Kurz vor ihrem totalen Zusammenbruch fand man doch noch einen Stuhl für sie, auf dem sie sofort einschlief. Sie fühlte ihren nahen Tod und instruierte unsere Mutter genau, wie sie sterben wollte: Man hatte auf dem Dachboden ein altes Segeltuch gefunden, in das sie eingewickelt werden wollte. Über ihr Gesicht sollte meine Mutter ein weißes Taschentuch legen. In schwerer Not wurden in Ostpreußen häufig schwermütige Lieder gesungen. Weinend, händehaltend und singend mit meiner Mutter, verstarb meine Großmutter mit nur 52 Jahren – eigentlich kein Alter zum Sterben. Andere Flüchtlinge halfen meiner Mutter dabei, Großmutter hinter dem Bauernhaus zu begraben. Meine Mutter setzte ihr ein selbst gebautes Holzkreuz. In ihrem Tagebuch beschrieb sie den Ort des Grabes: Im Garten eines Fischerhauses in Julienhöhe bei Postnicken am Kurischen Haff. Und tatsächlich fand sie – mittlerweile ja nun selbst eine alte Frau – die Stelle des Grabes ganze 53 Jahre später wieder!“
Ergreifend. Und dann?
„Wir saßen in der Falle. Es war kein Weiterkommen mehr möglich. Denn Ostpreußen war durch die Sowjets vom Rest Deutschlands abgeschnitten. Also wieder zurück! Zurück nach Cranz – wohlwissend, dass wir dort nun unter der Herrschaft der Russen leben müssen!“
Euer Fluchtversuch aus Ostpreußen war also erfolglos. Wie ging es weiter? Die Infrastruktur war kaputt, Behörden waren nicht mehr da. Es herrschte Chaos.
„In dieser Zeit hatte unsere Mutter – wie gesagt 25 Jahre alt – mit anderen Bekannten Unterschlupf in einem verlassenen, ausgeplünderten Wohnhaus in Cranz gefunden – glücklicherweise mit altem Kachelofen. Später ist dasselbe Haus durch eben jenen Kachelofen leider abgebrannt. Zu Weihnachten 1945/1946 gab es viele Verzweifelte, Selbstmorde häuften sich.
Wir beiden Söhne waren völlig abgemagert und nahezu verhungert. Wir waren so geschwächt, dass wir nicht mehr stehen konnten und nur noch bettlägerig waren. In dieser Not erflehte unsere Mutter im überbelegten – nun russisch geführten – Krankenhaus in Königsberg eine Aufnahme für uns auf der Intensivstation. Wir hatten Glück und wurden beide in einem Bett auf dem Krankenhausflur untergebracht. Schweren Herzens musste Mutter uns allein im Königsberger Krankenhaus zurücklassen – wieder zurück nach Cranz, wieder schwer arbeiten. Unter anderem musste sie auf dem Feld schuften, Toiletten putzen und für einen russischen Offizier und dessen Familie kochen, nur um zu überleben!“
Du hast eine russische Invasion miterlebt und dabei zugleich eine sprichwörtlich handfeste Erfahrung gemacht. Was ist Dir passiert?
„Oh ja, das vergesse ich niemals. Ein russischer Soldat holte mal mit seiner bloßen Hand voll aus und schlug mich so doll, dass ich fast flog. Ich war ihm einfach nur gerade im Weg!“
Eure Mutter hat Euch gleich zweimal verloren. Wie konnte das geschehen?
„Im russisch geleiteten Krankenhaus in Königsberg erholten sich mein zwei Jahre älterer Bruder Wolfgang und ich uns überraschend schnell. Offiziell genesen wurden wir von dort an ein Waisenhaus in Pobethen, eine Gemeinde etwa 30 Kilometer nordwestlich von Königsberg, übergeben – aber ohne unsere Mutter zu informieren. Es wäre allerdings auch gar nicht möglich gewesen, sie zu unterrichten, denn im Chaos gab es weder Post noch Telefon – und die Russen hatten anderes zu tun.
Pobethen war ein Ort des Sterbens. Es war nichts Ungewöhnliches, wenn über Nacht die Bettnachbarn ,verschwanden' und am nächsten Tag neben einer Hecke in einem Massengrab in unmittelbarer Nähe des Hauptgebäudes begraben wurden. Trotz dieser Situation ließ uns unsere Mutter, die uns dort mittlerweile aufgespürt hatte, in diesem Heim. Denn sie wusste nur zu gut, dass wir es außerhalb dieses Heims sogar noch schlechter haben und unsere Überlebenschancen noch geringer sein würden!“
Und wie gingt ihr zum zweiten Mal verloren?
„Etwa zwei Jahre lang waren wir in diesem besagten Waisenhaus. Weil uns in dieser Zeit die elterliche Nähe fehlte, fingen mein Bruder und ich an, mit den Oberkörpern hin- und herzuwiegen, wie das oft vereinsamte Kinder tun.
Am 26. Oktober 1947 bzw. 24. November 1947 wurden schließlich alle 248 deutschen Kinder aus Pobethen zwangsausgewiesen und zum Abtransport vorbereitet. Wolfgang und ich waren beim ersten Transport dabei. Ostpreußen, das bis dahin so selbstverständlich Deutschland war wie Hessen, sollte nun nicht mehr Deutschland sein. Daher mussten alle Deutschen weg – auch alle Kinder aus den verschiedensten Kinderheimen und Waisenhäusern in Ostpreußen. Gemeinsamer Sammelpunkt für den sofortigen Abtransport war der Bahnhof Königsberg. Schnell kam unter den versammelten Kindern auf dem kalten und windigen Bahnsteig das Gerücht auf, dass alle ,älteren' Kinder – dazu rechnete man auch meinen gerade mal zwei Jahre älteren Bruder – in Richtung Osten, die jüngeren und noch hilfsbedürftigen – in diese Kategorie fiel ich selbst mit meinen fünf Jahren – in Richtung Westen transportiert würden. Wir hätten also voneinander getrennt werden sollen.
Das wäre der entscheidende Wendepunkt in meinem Leben gewesen! Da ich zu diesem Zeitpunkt nicht einmal meinen eigenen Nachnamen wusste, wäre ich ohne meinen Bruder verloren gewesen – ein hilfloser Spielball!
Die Rotkreuzschwestern, die keine persönlichen Daten oder Dokumente der Kinder besaßen, mussten in der eisigen Nacht spontan und ,freihändig' das Alter der Kinder schätzen sowie die Auswahl für den Weitertransport vornehmen. Als ich die kritische Situation begriff, machte ich einen Aufstand: Ich schrie laut und weinte ohne Ende, sodass sich eine Rotkreuzschwester meiner erbarmte. Das war meine Rettung! Wir durften zusammenbleiben – welch ein Glück! Wolfgang und ich durften gemeinsam in der Gruppe der Unter-Siebenjährigen nach Westen.
Von diesem Drama am Bahnsteig wusste meine Mutter nichts. Doch sie merkte erst viel später zu ihrem Schrecken, dass alle deutschen Kinder aus Pobethen nun bereits zum zweiten Mal ohne ihr Wissen und ohne genaue Zielangaben weitertransportiert worden waren. Wenig später wurde auch sie dann selbst zwangsausgewiesen!“
Wie verlief Eure Reise – die ja zugleich Eure Vertreibung war?
„In die wartenden langen Dampfzüge aus – natürlich ungeheizten – Viehwaggons wurden pro Waggon etwa 50 Kleinkinder und eine Rotkreuzschwester geladen. Im Waggon gab es ein großes Strohlager, ein großes einseitig aufgeschnittenes Ölfass als Kinderklo mit Deckel – und eine meterhohe Wand aus Weißbroten als Verpflegung. Dann wurde die Waggontür von außen verschlossen. Halbdunkel – kein Entkommen, die Tür war von innen nicht zu öffnen! Eine Fahrt ins Unbekannte – wie lange würde das dauern? Wir hatten kein Zeitgefühl.
Das Endziel – nach mehrwöchiger Bahn-Irrfahrt – sollte nach etwa 850 Kilometern das sächsische Bischofswerda westlich der Oder sein. Aber das konnte oder wollte uns zu diesem Zeitpunkt noch niemand sagen!“
Bei welcher Gelegenheit musstest Du aus Pfützen trinken?
„Die Trinkwasservorräte in den Waggons waren bald aufgebraucht. Selbst die noch vorhandenen Weißbrote, die im Inneren meist noch etwas Restfeuchte aufwiesen, waren bereits ausgehöhlt. Nichts zum Trinken für die vielen Kinder – bis der Zug plötzlich weitab von jeder Stadt mitten in der Einsamkeit stehenbleiben musste, da wegen Gleisschäden eine Weiterfahrt unmöglich wurde. Nach vielen Tagen wurden die verriegelten Türen erstmals von außen geöffnet. Kinder, die sich noch bewegen konnten, fielen regelrecht aus dem Waggon. Da es zuvor geregnet hatte, gab es glücklicherweise neben den Schienen größere Wasserpfützen mit rostbraunem Wasser. Wie wilde Tiere stürzten wir Kinder uns aus dem Waggon auf diese Pfützen und tranken, tranken, tranken!“
Und als Ihr angekommen wart, wärest Du um ein Haar von Polen adoptiert worden?
„Ja, richtig! Nach der Ankunft westlich der Oder-Neiße-Linie waren mein Bruder Wolfgang und ich schließlich in einem Waisenhaus bei Dresden gelandet. Die dort gestrandeten Waisenkinder – oder jene, die man wie mich fälschlich für Waisenkinder hielt – wurden gerade zur Adoption freigegeben. Das war zu dieser Zeit normal.
Wir konnten keiner Familie oder Person mehr zugeordnet werden, sodass man sagte: ,Wir wollen die Kinder möglichst schnell wieder in Familien unterbringen.' Wir waren nun zusammen in einem Waisenhaus in Sachsen. Die zukünftigen polnischen Adoptiveltern hatten schon Handschuhe und Schals für uns gestrickt. Wäre meine Mutter auch nur einen einzigen Tag später gekommen, wäre es zu spät gewesen. Denn am nächsten Tag hätten uns sonst bereits die vorgesehenen polnischen Adoptiveltern abholen wollen!“
Du hättest wahrscheinlich auch deine deutsche Herkunft und deine deutsche Muttersprache vergessen, wenn die Polen Dich tatsächlich adoptiert hätten, weil du so klein warst?
„Natürlich! Ja, ganz sicher!“
Auch die Umstände Eures Wiederfindens sind bemerkenswert. Eure Mutter hat Euch mithilfe des Suchdienstes des Roten Kreuzes wiedergefunden. Wie war das genau?
„In einer Zeit ohne Internet, in der außerdem fast niemand ein Auto oder ein Telefon besaß, war die Suche nach vermissten Kindern doppelt schwer. Also nutzte der Suchdienst das Radio. Und es war nicht einmal meine Mutter selbst, die die Radiosendung gehört hatte, sondern ihre Freundin, die sie darauf aufmerksam gemacht hatte, dass in einem weit entfernten Heim ein Wolfgang und ein Manfred ihre Eltern suchen. Meine Mutter war nach ihrer Vertreibung, wie viele andere Ostpreußen, in Schleswig-Holstein gestrandet. Von dort machte sie sich zusammen mit ihrem Vater Hermann, meinem Großvater, natürlich sofort auf den Weg nach Sachsen. Mein eigener Vater konnte nicht kommen, denn er war noch immer in Kriegsgefangenschaft in Amerika!“
Ihr wart also das Brüderpaar Manfred und Wolfgang. In diesem Waisenhaus gab es allerdings noch ein weiteres, etwas älteres Brüderpaar ebenfalls namens Manfred und Wolfgang. Was war denn mit denen?
„Manfred und Wolfgang waren ja zu dieser Zeit sehr verbreitete Namen. Das war also gar nicht ungewöhnlich, dass es dort noch ein zweites Brüderpaar mit nahezu gleichlautenden Vornamen gab. Und dieses andere fremde Brüderpaar wurde zuerst irrtümlich meiner Mutter und ihrem Vater vorgeführt. Da war die Enttäuschung natürlich riesig. Meine Mutter und mein Großvater glaubten schon: ,Die beiden finden wir nie wieder!'
Aber dann schaute man glücklicherweise noch einmal intensiver im langen Register des Waisenhauses nach!“
Omi hatte doch gar keine Dokumente mehr von sich selbst und von Dir. Deine Geburtsurkunde und alle anderen Unterlagen waren doch verloren gegangen. Reichten da ihre vorläufigen Bescheinigungen als Vertriebene und ihre mündliche Erklärung aus? Du siehst Deiner Mutter zwar sehr ähnlich, aber konnte da nicht jeder kommen und einfach Kinder mitnehmen?
„Meine Mutter beschrieb das Wiedersehen im zerstörten Dresden später so: ,Man führte uns in einen großen Raum des Waisenhauses, in dem etwa 20 kleine Jungs gerade beim Anziehen waren. Meine Kinder sah ich sofort. Liebevoll half der große dem kleinen Bruder beim Anknüpfen der Hosenklappe. Als der Große kurz aufblickte, stürzte er mit dem Freudenschrei „Unsere Mutti!“ in meine Arme, der Kleine hinterher.' Ich selbst erkannte sie nicht, weil ich einfach noch viel zu klein war, um mich nach der langen Trennung an sie zu erinnern.
Unser Wiederfinden muss aber so beeindruckend auf die Anwesenden gewirkt haben, dass die Heimleitung uns ohne Papiere und Ausweise einfach mit unserer Mutter gehen ließ!“
Und das andere Brüderpaar, Manfred und Wolfgang, war wohl sicherlich sehr enttäuscht, oder?
„Ja, die haben beim Weggehen dann gerufen: ,Nehmt uns doch bitte auch mit!'“
Was wohl aus denen geworden ist?
„Ja, das wäre eine andere Geschichte. Aber das weiß man nicht!“
Dr. Manfred Akstinat wurde Chemiker, Ingenieur und Fachmann für die Ölfeldchemie. An der TU Clausthal im Harz promovierte er. Er ist verheiratet, hat vier Kinder. Bis heute schreibt er Fachbücher, wird von Firmen oder Institutionen in aller Welt zu Beratungsprojekten eingeladen und fliegt entsprechend oft rund um den Globus.