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TV-Kritik

Muttstein wehrt sich

Spannung zur Adventszeit – Der ARD-Sechsteiler „Schnee“ ist Ökokrimi und Mysterythriller zugleich

Anne Martin
27.11.2023

Luftveränderung für die asthmakranke Tochter Alma soll es sein. Frische Bergluft, damit das Kind wieder frei atmen kann. Aber was die Wiener Ärztin Lucia (Brigitte Hobmeier) und ihre Familie in dem Geburtsort von Ehemann Matthi (Robert Stadlober) in den Alpen vorfinden, sind Düsternis und Enge.

Mit dem Sechsteiler „Schnee“ (Mittwoch, 29. November ab 20.15 Uhr und Freitag, 1. Dezember, ab 22.20 Uhr) liefert „Das Erste“ einen Öko-Krimi mit Mystery-Elementen, der von der ersten Folge an einen magischen Sog entwickelt. Das Dorf Rotten scheint unter einer andauernden Nebeldecke zu nisten, die alles Licht verschluckt. Rinnsale laufen quer durch den Ort und verweisen auf die Bedrohung durch den vermeintlichen Klimawandel.

Schnee liegt längst nur noch hoch oben auf den Gipfeln, die Existenz der Gastwirte im Ort ist bedroht. Eine neue Gondel soll deshalb installiert werden, die das Dorf mit den Gletschern verbindet. Dafür muss der Bergrücken des Muttstein gesprengt werden. Matthis Vater, der einflussreichste Gastwirt am Ort, hat die Sprengsätze schon legen lassen, aber dann kommt alles anders. Alma, das von Luftnot gepeinigte Kind, hat eine nächtliche Erscheinung. Dann gibt es den Fluch jener verwirrten Alten im Ort, die den Untergang des Ortes voraussagt. All das Unheimliche spiegelt sich im madonnenhaften Gesicht der Ärztin, die sich zwischen realen Gefährdungen und geheimnisvollen Andeutungen ihren Weg suchen muss. Denn die Zeichen mehren sich: Was hat es mit dem Schimmel in der Hausecke auf sich, der trotz heftigsten Schrubbens nicht verschwinden mag?

Was hat es darüber hinaus mit dem Wolf auf sich, der häufig auftaucht? Und was vor allem mit der in einer Gletscherspalte gefundenen Leiche einer jungen Frau, die jahrelang spurlos verschwunden war? Von Panik geschüttelt, will Lucia zurück nach Wien, aber ihre Tochter greift ihr ins Steuer. Sie müsse den Muttstein beschützen, sonst müssten alle sterben, prophezeit die Zehnjährige und wirkt wie besessen. Wenig später die dramatische Wende: Alma ist verschwunden.

Lucia begibt sich auf die Suche nach ihrem Kind und hat dabei alle und alles gegen sich: Ihren Mann, der unter der Fuchtel seiner Mutter steht und sich einer früheren Liebe zugewandt hat. Ihre Schwiegereltern, die ein dunkles Geheimnis zusammenschweißt. Vor allem aber die Berge.

Was den in 3000 Metern Höhe in den Südtiroler Dolomiten gedrehten Film heraushebt, sind die Naturaufnahmen. Das Bergdorf scheint unter einer düsteren Dunstglocke zu liegen, und der Muttstein bietet alles auf, um die Menschen, die ihn zerstören wollen, zu vernichten. Was Lucia auf sich nimmt, ist die klassische Heldenreise, in der sie Widerstände überwinden muss, um einem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Spannender kann Fernsehen in der dunkelsten Zeit des Jahres nicht sein.


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Kommentare

Chris Benthe am 30.11.23, 14:34 Uhr

Ich habe mir das Elend angetan. Außer den schönen Naturaufnahmen nur künstlich in quälende Länge gezogene Szenerie ohne Sinn und Verstand. 6 x 45 Minuten, die in 90 Minuten hätten untergebracht werden können. Völlig versemmeltes Drehbuch und Verschwendung der Zeit des Zuschauers.

Gregor Scharf am 27.11.23, 14:51 Uhr

Ja, man konnte es sich ansehen. Noch besser ist der Sechsteiler ,,Totenfrau“. Exzellent.

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