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Burg Allenstein: Die nachgestellten Ritterspiele erfreuten sich großer Beliebtheit
D.K.Burg Allenstein: Die nachgestellten Ritterspiele erfreuten sich großer Beliebtheit

Allenstein/Neidenburg

„Nacht der Museen“ in Ritterburgen

Deutschordensburgen luden ein – Liebhaber mittelalterlicher Aufführungen kamen voll auf ihre Kosten

Dawid Kazanski
29.05.2024

Ein großes Fest für Liebhaber von abendlichen und nächtlichen Besichtigungen liegt hinter uns. Am Wochenende vom 17. und 18. Mai luden die polnischen Museen und Galerien wieder Einwohner und Besucher ein, ihre Sammlungen zu besichtigen und an zahlreichen Attraktionen teilzunehmen, die speziell für die Nacht der Museen vorbereitet wurden.

Auch die 20. Ausgabe der Europäischen Nacht der Museen kann von den Museumsfachleuten im südlichen Ostpreußen als sehr erfolgreich bezeichnet werden. Hunderte von Einwohnern und Touristen der Region nutzten das für den Sonnabend vorbereitete Angebot. Besonders beliebt waren die Burgbesichtigungen.

Eine der Hauptveranstaltungen fand in der Burg des Ermländischen Domkapitels in Allenstein statt. Pünktlich um 19 Uhr wurden die Tore der Deutschordensburg geöffnet, und wer den Burghof betrat, wurde vom Direktor des Museums von Ermland und Masuren, Piotr Żuchowski, persönlich begrüßt, umgeben von nachgestellten mittelalterlichen Rittern. „Wir heißen Sie auf dem Burghof der Ermländischen Domkapitels auf ganz besondere Weise willkommen. Für uns als Museumsfachleute ist solch eine Nacht etwas Besonderes, weil wir unsere Besucher treffen können. Schließlich sind wir als Museumsmitarbeiter für Sie da. Wir zeigen Ihnen die Vergangenheit, wir zeigen Ihnen unser Erbe auf eine greifbare Art und Weise, auf eine interessante Weise“, betonte Żuchowski feierlich.

Während dieser paar Stunden war die Allensteiner Burg für die Öffentlichkeit kostenfrei zugänglich. Die Museumsmitarbeiter begrüßten die Besucher mit Führungen durch die im gotischen Bauwerk gezeigten Ausstellungen und mit Vorträgen. Von besonderem Interesse war wie immer die Möglichkeit, das Abend- und Nachtpanorama der Stadt vom Burgturm aus zu betrachten. Hier bildeten sich lange Schlangen.

Unterstützt wurden die Museumsleute durch die Hohensteiner Ritterbruderschaft, die im Burghof ein mittelalterliches Ritterlager aufgebaut hatte. Es gab Vorführungen von ritterlichen Kämpfen und Tänzen sowie Vorführungen alter Handwerke und Volksspiele. Auch die Moderne kam nicht zu kurz, denn Soldaten des 9. Allensteiner Kommandobataillons präsentierten moderne Waffen und zeitgemäße Soldatenausrüstung.

Darüber hinaus wurden Attraktionen für die Besucher angeboten, darunter eine Umkleidekabine mit historischen Kostümen, Münzprägung, Gedenkplaketten, Kunstwerkstätten und eine Quizveranstaltung mit Preisvergabe. Ähnliche Veranstaltungen fanden auch auf der Burg in Neidenburg statt, deren kostenfreie Besichtigung ab 20 Uhr mit ritterlichen Kämpfen begann, die von lokalen Darstellern des Rittertums und der ritterlichen Kultur organisiert wurden. Mittelalterliche Enthusiasten präsentierten auch die Ausrüstung der damaligen Zeit mit Waffen und Rüstungen und demonstrierten die Funktionsweise der altertümlichen Artillerie, das heißt, der mit Schwarzpulver geladenen Geschütze.

Neidenburg in Miniatur

Anschließend wurden die Besucher in Gruppen aufgeteilt, die von örtlichen Burgführern geleitet wurden. Experten für die Burg und die mittelalterliche Geschichte berichteten auf interessante Weise über das Baudenkmal, über wichtige Ereignisse im Zusammenhang mit dem Gebäude und die gesammelten Exponate. Die Besucher konnten unter anderem eine Miniaturnachbildung der mittelalterlichen Stadt Neidenburg oder Gebrauchsgegenstände, darunter eine archaische Waschmaschine, Backtröge, eine Kaffeekanne und Truhen bestaunen. Von großem Interesse war die Folterkammer, in der man die Gelegenheit bekam, den Folterstock oder den Pranger zu sehen, sowie ein Raum, in dem die Bewaffnung eines mittelalterlichen Ritters gezeigt wurde.

Im nahe gelegenen Schlossturm wurde eine Sammlung von Werken, Skizzen und Gemälden von Hieronim Skurpski, einem Künstler und Museologen, dessen Leben und Werk untrennbar mit Allenstein und Neidenburg verbunden ist, zugänglich gemacht. Der Abend in Neidenburg endete mit einem gemeinsamen Bratwurstessen.


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