Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung
Eine traumhafte Landschaft, viele Sehenswürdigkeiten und modernste Kur-Spa-Einrichtungen laden zum Erholen ein
Liebemühl [Miłomłyn] im Kreis Osterode in Ostpreußen gehört zur Grünen Lunge Polens und liegt in Westmasuren, direkt an der Grenze der Iława- und der Alleinsteiner Seenplatte. Es ist zugleich auch das Herz des Elbing-Kanallandes.
Bereits im Jahr 1335 erhielt Liebemühl seine Stadtrechte und war im 16. Jahrhundert Sitz der pommerschen Bischöfe. An der heutigen Zaułek-Nadleśny-Straße stand jahrhundertelang ein prächtiges Schloss, das im 19. Jahrhundert endgültig durch einen Brand zerstört wurde. Die Stadt aber litt am meisten unter dem Einmarsch der sowjetischen Truppen, welche die Stadt rücksichtslos niederbrannten und 90 Prozent all ihrer Gebäude zerstörten. Der alte Marktplatz und seine historischen Gebäude verschwanden für immer. Infolgedessen verlor Liebemühl seine Stadtrechte, die es erst über 50 Jahre später, im Jahr 1998, wiedererlangte.
Das älteste Denkmal ist der gotische Glockenturm aus dem 14. Jahrhundert, der Verteidigungsfunktionen erfüllte und die südwestliche Ecke der Stadtmauer bildete. Im Turm befindet sich eine in Elbing gegossene Glocke aus dem Jahr 1728. Die an den Turm angeschlossene St.-Bartholomäus-Kirche wurde 1901 im neugotischen Stil unter Verwendung der Mauern der alten Kirche aus dem 14. Jahrhundert erbaut. Im Inneren befinden sich ein spätbarocker Hauptaltar, eine Kanzel aus dem Jahr 1715 und ein gotisches Taufbecken aus Granit aus dem 14. Jahrhundert.
Zu den mit Liebemühl verbundenen Persönlichkeiten zählen Johannes Wigand – ein Pionier der europäischen Botanik – und Ernst Zobel, der als Amateur-Entomologe in der Wissenschaftswelt bekannt wurde. Um die Jahreswende 1945/1946 arbeitete Danuta Siedzikówna, genannt „Inka“, im Forstrevier Liebemühl unter dem Decknamen Obuchowicz – einer Sanitäterin der 5. Vilniuser Brigade der Heimatarmee, deren Tod ein kommunistisches Justizverbrechen war. 2016 wurde zum Gedenken an Inka im Zentrum der Stadt ein Denkmal mit ihrer Büste errichtet.
Liebemühl gilt zudem als Herzstück des gesamten Wassersystems, das mit der Ostsee verbunden ist, da von hier aus drei Hauptrouten abzweigen: nach Elbing [Elbląg], Eylau [Iława] und Osterode [Ostróda] und weiter nach Alt Jablonken [Stare Jabłonki]. Hier ist auch eine der vier Schleusen in Betrieb. Eine einzigartige Attraktion an der Liebemühl-Eylau-Wasserstraße ist der Abschnitt des Kanals, der den Karnickie-See in zwei Teile teilt. Heute ist die Region ein Paradies für Kajakfahrer sowie für Angelsportler. In der Nähe befinden sich 19 Seen, von denen die größten Drewenz [Drwęckie], Röthloff See [Ruda Woda], Ilińskie und Gil Duży sind. In diesen Gewässern kann man noch immer großartige Exemplare von Hechten, Karpfen, Aalen und Zandern fangen. Kieferwälder laden zu langen Spaziergängen ein und Radfahrer kommen in der Idylle ebenfalls auf ihre Kosten.
2016 erhielt Liebemühl aufgrund der heilsamen Wirkung des Klimas und der natürlichen Torflagerstätte den Status eines Kurortschutzgebiets. Auf die zukünftigen Patienten warten ein Waldkurpark und ein Spazierweg mit Terraintherapie. Der Park umfasst fast 63 Hektar und liegt in einem Waldkomplex zwischen dem Ilińskie-See und der Kreisstraße von Liebemühl nach Tharden [Tarda]. Der Park ist über drei Eingänge zugänglich. Er ist eine Attraktion für Fans von Freizeitaktivitäten im Freien und für alle, die eine Bewegungstherapie benötigen. Das heilsame Klima kommt Menschen mit verschiedenen Beschwerden zugute: Erkrankungen der Atemwege, des Nervensystems, der Wärmeregulierung und des Bewegungsapparats sowie Bluthochdruck. Der Park befindet sich in Zone A des Kurortschutzgebiets, was die günstigsten Bedingungen für die Klimabehandlung garantiert.
Fitness für Körper und Geist
Die notwendige Infrastruktur wurde für die Bedürfnisse der Parkbesucher vorbereitet – darunter ein Parkplatz in der Zatokowa-Straße, Inhalationskabinen, Tische und Bänke, Fahrradständer sowie zwei Therapiestationen mit Outdoor-Fitnessgeräten. Zusätzlich wurden Informationstafeln aufgestellt, auf denen die Besucher ihr Wissen über die Geschichte von Liebemühl, die Kurparkschutzgebiete der Gemeinde, die Wälder von Liebemühl oder die Legende der versunkenen Kirche erweitern können. Daher lohnt sich ein Besuch des Parks mit der ganzen Familie.
Der mit Solarbeleuchtung und Bänken ausgestattete Terraintherapiepfad wurde auf dem ehemaligen Bahndamm der 1893 in Betrieb genommenen und Mitte der 1990er Jahre stillgelegten Eisenbahnlinie Elbing–Osterode am Ilińsk-See angelegt.
In Liebemühl gibt es drei Objekte, die für Kur- und Tourismusaktivitäten vorgesehen sind. Das Entwicklungsgebiet an der Hotelowa-Straße nach dem ehemaligen Hotel umfasst über einen Hektar. Gemäß dem geltenden örtlichen Raumordnungsplan ist das Gebiet innerhalb der Kurortschutzzone „B“ für touristische Dienstleistungen und Hoteleinrichtungen vorgesehen. Das zweite bebaute Grundstück liegt direkt nebenan und umfasst eine Fläche von über zwei Hektar. Gemäß dem örtlichen Raumordnungsplan handelt es sich hierbei um Flächen der Dienstleistungserschließung.
Das Grundstück für die Kurbehandlungseinrichtungen ist derzeit ein unbebautes Gebiet mit einer Fläche von über drei Hektar. Das Grundstück befindet sich in der Zone „A“ des Kurschutzes. Im aktuellen örtlichen Raumordnungsplan ist es für den Bereich der Kurbehandlungsdienstleistungen ausgewiesen. In der Nähe des Grundstücks befinden sich ein Salzgradierwerk und das Forest Park Spa.
Am schnellsten erreicht man Liebemühl mit dem Auto über die Schnellstraße 57-2. Danzig ist nur eine Stunde entfernt, Warschau drei Stunden. Alternativ können Besucher auch mit dem Zug fahren. Am schnellsten erreicht man die Region bis zum Bahnhof in Osterode (von dort mit Bus oder Taxi). Für diejenigen, die von weiter her anreisen, empfiehlt sich das Flugzeug – zum Hafen in Danzig sind es 70 Minuten, zum Flughafen Groß Schiemanen [Szymany] 90 Minuten.
Übersetzt von Georg Koslowski