Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung
BdV-Präsident Mayer sowie Festredner Bundesinnenminister Dobrindt betonten den unschätzbaren Wert der Erinnerung als Versöhnungsbeitrag
Dass der Bund der Vertriebenen (BdV) Substantive wie Versöhnung oder Verzeihen ebenso in seiner Herzens-DNA trägt wie Vertreibung und Vaterland ist nachvollziehbar, ja sogar eine gefühlte Selbstverständlichkeit. Alles Worte, die mit einem “V“ beginnen. Doch eine Vokabel kommt gefühlt manchmal etwas zu kurz, dabei ist es eines der wichtigsten Worte und beinhaltet zugleich einen Auftrag, der eine historische Verpflichtung darstellt: Vergessen! Standpunkte äußern, auf unglaubliches Unrecht hinweisen, deutlich machen, dass über eine der schlimmsten humanen Katastrophen, die Menschen an anderen Menschen begangen haben, eben kein Gras wächst und kein Mantel des Stillschweigen gelegt werden darf. Der BdV ist bei all seiner aktiven, engagierten und eindringlichen Arbeit eine Organisation, die gegen das Vergessen kämpft. Eine Vereinigung, die deutlich macht, das niemals vergessen werden darf, was nach Ende des Zweiten Weltkriegs in den deutschen Ostgebieten von Ostpreußen über Schlesien, Pommern bis ins Sudentenland für ein großes Unrecht geschehen ist.
Umso erfreulicher und gleichsam zufriedenstellender war es, dass auf dem Jahresempfang des BdV in der Katholischen Akademie Berlins letzte Woche allen voran der neue Verbandspräsident Stephan Mayer (CSU) das deutlich machte. Haltung zeigen, die Hand ausstrecken, sich für Versöhnung und Frieden einsetzen – aber eben auch nicht vergessen, was passiert ist. Als ein emotionales Mahnmal für ein historisches Unrecht, dass sich, wo auch immer auf dieser Welt, niemals wiederholen darf. Und genau dazu ist es notwendig, sich zu erinnern, die Erinnerung auch 80 Jahre danach wach und lebendig zu halten. Aber dies kann nur gelingen, indem wir alle niemals vergessen.
Vor diesem Hintergrund betonte Mayer, wie wichtig es sei, dass die Anliegen der Vertriebenen und alle sie betreffenden Themen nun endlich in einem Haus gebündelt sind, nämlich im Bundesinnenministerium. „Ein Grund mehr, warum ich unseren Innenminister, Alexander Dobrindt, auch wertschätzend als Bundesvertriebenenminister bezeichne. Erstmals seit den 90er Jahren haben wir diese Bündelung, was für unsere Arbeit einen großen Fortschritt bedeutet!“
Der BdV ist ein Verband mit einer sehr langen Geschichte, aber er ist kein Verband der Vergangenheit. In seiner Ansprache machte Mayer eindrucksvoll deutlich, welche Gewichtung und Verantwortung er und seine Mitstreiter aus dieser Tatsache ziehen. Drei Säulen sind für ihn prägend in der Bewältigung der Pflichten und Aufgaben. „Es ist einerseits die Erinnerung, andererseits die Verständigung und es ist drittens die Zukunft. Erinnerung an das Leid und das Schicksal von 15 Millionen Deutschen. Das darf nie vergessen werden und muss daher immer Kern des BdV sein!“ forderte Mayer mit Nachdruck. Richtig! Es war die klare Botschaft des Abends. Dass man sich für Verständigung in Europa und mit den europäischen Nachbarn einsetzt, ist daher aus der ersten Säule folgernd eine logische Konsequenz. Ebenso wie sich daraus als dritte Säule, eine konstruktive Gestaltung der Zukunft, ergibt.
„Diese drei Säulen sind nicht abstrakt, sondern bedürfen einer konkreten Umsetzung. Und genau die erfolgt in den vielen Landsmannschaften, den Landesverbänden und in einer hervorragenden, engagierten Jugendarbeit!“, erklärte Mayer mit Dank verbunden.
Nach seinem engagierten, couragierten Redebeitrag begrüßte Mayer den Festredner, seinen Parteikollegen und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. „Stephan Mayer und ich haben bereits über Jahrzehnte hinweg Politik gestaltet. Und aus dieser großartigen Erfahrung heraus kann ich sagen, dass ich froh bin, dass der BdV einen Präsidenten gefunden hat, der die Themen der Vertriebenen kennt und sich mit höchstem Engagement dafür einsetzt. Danke dafür!“
Im Weiteren betonte der Innenminister, dass der BdV Vergangenheit und Gegenwart eindrucksvoll zu verbinden versteht. Erinnerung und Versöhnung bilden daher spürbaren Frieden in Deutschland und in Europa. Und was bitte gibt es aktuell Wichtigeres, als dass diese Leistung des BdV eben nicht geschichtlich, sondern eine Leistung im Hier und Heute ist. Frieden bilden in Europa – das ist das zentrale Motto der Arbeit des BdV. So verstehe ich Ihr aller Engagement!“
War das Schicksalsjahr 1946 der Höhepunkt der grausamen Vertreibung der Millionen Frauen, Männer und Kinder aus den deutschen Ostgebieten? Dobrindt hatte auf diese Frage eine sehr klare, deutliche Antwort: „Nein, es war nicht der Höhepunkt, es war vielmehr der Tiefpunkt. Das ist die Wahrheit. Es war der Höhepunkt der organisierten Vertreibung, aber ein geschichtlicher, menschlicher Tiefpunkt. Und es ist genau daher notwendig, daran zu erinnern, auch, weil darauf unser Fundament besteht, aus dem wir Frieden und Versöhnung in der Bundesrepublik aufbauen. Denn Geschichte kann man nur verstehen und eine bessere Zukunft bauen, wenn man nicht vergisst!“
Dobrindt touchierte noch einmal das Thema um die viel diskutierten und medial einseitig dargestellten Vorgänge rund um die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung (SFVV). „Aufgabe und Zuständigkeit dieser Stiftung ist, die Vertreibung, das Leid, das Unrecht der Deutschen ins Zentrum ihrer Aufgaben zu stellen!“, betonte Dobrindt und verlieh dabei seiner Freude Ausdruck, dass das Treffen der Sudetendeutschen 2026 im tschechischen Brünn stattfinden wird. „Wer hätte vor Jahren gedacht, dass so etwas möglich wird? Das ist Ausdruck von wahrer Versöhnung, und daher sind der BdV und wir alle hier die Stimme des Friedens!“
sitra achra am 11.05.26, 12:31 Uhr
Inwieweit diese Veranstaltung reine PR ist, bleibe dahingestellt. Jedenfalls ist die gute Absicht nicht zu leugnen. Leider aber werden sämtliche Kriegsopfer des zweiten antideutschen Vernichtungskriegs, ob sie deutscher, jüdischer, russischer oder polnischer oder weiterer Herkunft sind, schlicht und einfach vergessen. Affe tot, Klappe zu! Stattdessen werden wieder entgegen aller Ermahnungen zum Frieden weitere Kriege geführt und, wie im Falle des Ukrainekriegs, blindlings in Kauf genommen. Es ist zum Wahnsinnigwerden! Warum haben die Menschen nicht so viel Grips, sich für Friedens- statt für Wehrtüchtigkeit einzusetzen? Gerade mit dem russischen Volk müßte es vermehrt zu Kontakten, z.B. über Städtepartnerschaften und Schüleraustausch kommen. Stattdessen wird politischerseits in Berlin die Moralkeule geschwungen und die Trommel gerührt.
Offenbar hat man dort aus der Geschichte nichts gelernt.