27.02.2024

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Wuppertal

Ostpreußen lebt auch in stürmischen Zeiten

Jahrestagung der Ostpreußischen Landesvertretung und Gedenkstunde zum 75. Jahrestag der Gründung der LO

René Nehring
22.11.2023

Vor mehr als 75 Jahren gründeten heimatverbundene Ostpreußen einen Interessenverband für die aus ihrer Heimat geflohenen und vertriebenen Landsleute – die Landsmannschaft Ostpreußen (LO). Aus diesem Anlass verband die Ostpreußische Landesvertretung (OLV) ihre diesjährige Tagung mit einer Gedenkstunde zur Würdigung der nunmehr ein Dreivierteljahrhundert währenden Arbeit für Ostpreußen.

Zunächst kamen die Delegierten am Sonnabend, dem 11. November, im Internationalen Evangelischen Tagungszentrum Wuppertal zu ihrer üblichen Arbeitssitzung zusammen. Zunächst überbrachte Heinrich Hoch, Vorsitzender des Verbandes der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren, die Grüße der Landsleute aus dem südlichen Ostpreußen. Im Anschluss daran wurde der frühere LO-Landesvorsitzende von NRW, Dr. Dr. Ehrenfried Matthiak mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Landsmannschaft geehrt.

Im folgenden Bericht des Sprechers Stephan Grigat blickte dieser auf ein durchwachsenes Jahr zurück. Durchwachsen deshalb, weil der Ukrainekrieg nach wie vor das Verhältnis zu Russland und somit auch zu den Gebietskörperschaften im nördlichen Ostpreußen belastet. Dagegen gab es einige sehr erfolgreich verlaufene Veranstaltungen im südlichen Ostpreußen, im Memelland und auch in der Bundesrepublik. Hier sind insbesondere das Sommerfest in Wuttrienen und die kulturhistorischen Seminare der Bundesgeschäftsstelle zu nennen. Im allgemeinpolitischen Raum, so Grigat, sei insbesondere das Ergebnis der jüngsten Parlamentswahlen in Polen erfreulich, bei der die bisherige, offen deutschfeindliche Regierung unter der PiS-Partei abgewählt wurde. Weniger positiv ist die Entwicklung der Preußischen Allgemeinen Zeitung (PAZ). „Leider“, so Grigat, „laufen die Verbesserung der inhaltlichen Qualität und die Auflage unserer Zeitung diametral einander entgegen.“ Hauptsächlicher Grund dafür sei das Ableben der alten Stammleserschaft und der digitale Wandel, der dem Medium Zeitung insgesamt Probleme bereite. Lobend äußerte sich der Sprecher wiederum über ein hochkarätig besetztes Seminar des Bundes Junges Ostpreußen (BJO) zu den deutsch-polnischen Beziehungen wenige Tage zuvor in Münster.

Im Anschluss daran folgte der Bericht von PAZ-Chefredakteur René Nehring. Dieser widmete sich vor allem dem Ausbau des Online-Angebots der Zeitung, das in den vergangenen Monaten einen Schwerpunkt der Redaktionsarbeit bildete. Mehr dazu in Kürze in der PAZ.

Nach einer Aussprache dazu sowie zu den vorab verschickten Berichten der Geschäftsführung und der Bruderhilfe gab die frisch gewählte BJO-Vorsitzende Ingrun Renker Einblicke in die aktuelle Arbeit der jungen Ostpreußen. Neben dem Seminar in Münster konnten diese in den vergangenen zwölf Monaten unter anderem auch wieder das traditionelle Adventstreffen in Osterode sowie eine Sommerfahrt nach Ostpreußen durchführen.

Auf die anschließenden Berichte des Schatzmeisters Friedrich-Wilhelm Böld und des Prüfungsausschusses sowie die Beschlüsse über den Haushaltsplan der LO und den Wirtschaftsplan der PAZ für 2024 folgte der Bericht des neuen Vorstandsvorsitzenden der Ostpreußischen Kulturstiftung (OKS), Klaus Mika. Schwerpunkte darin waren unter anderem der Wechsel an der Spitze des Kulturzentrums Ostpreußen in Ellingen und der Sachstand beim unter anderem Immanuel Kant gewidmeten Erweiterungsbau des Ostpreußischen Landesmuseums in Lüneburg.

Gedenken an 75 Jahre LO

Am Sonntagvormittag stand dann die Gedenkstunde zum 75. Jahrestag der Landsmannschaft an. Diese wurde von einem Geistlichen Wort von Pfarrer Manfred Schekahn eröffnet, der sich unter der Wochenlosung der Herrnhuter Brüdergemeine „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Ma 5,9) den Kriegen unserer Zeit, vor allem in der Ukraine und m Nahen Osten, widmete.

Sprecher Grigat blickte dann zunächst auf die Anfänge der Landsmannschaft in der Nachkriegszeit zurück und betonte, dass der Anlass zur Gründung dieses Opferverbandes – der millionenfache Verlust der Heimat – bis heute fortbestehe. Zudem ging er noch einmal auf die Verwerfungen unserer Tage ein und erinnerte daran, dass jeder weitere Tag Krieg weitere Opfer verursacht und neues Unrecht schafft. Mit einem erneuten Blick auf die Wahl in Polen drückte Grigat seine Hoffnung aus, dass der anstehende Regierungswechsel in Warschau auch dazu führen werde, dass die zuletzt verfügte Reduzierung des muttersprachlichen Unterrichts für die deutsche Volksgruppe rückgängig gemacht werde.

In der anschließenden Festrede würdigte dann Professor Dr. Manfred Kittel, Gründungsdirektor der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung die jahrzehntelange Arbeit der Vertriebenenverbände und ihrer führenden Funktionsträger für die Stabilität der bundesdeutschen Demokratie (siehe hierzu auch die Seiten 10 und 11 dieser PAZ-Ausgabe).

Zu guter Letzt sangen die Anwesenden kraftvoll das Ostpreußenlied „Land der dunklen Wälder“.


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