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Allenstein

Per Straßenbahn in die Schlafbezirke

Teilstrecke soll im Oktober eröffnet werden – es kann jedoch zu Verzögerungen kommen

Dawid Kazanski
17.09.2023

Der Abschlusstermin für den Bau der neuen Straßenbahnstrecke zwischen der Siedlung Pieczewo und dem Zentrum von Allenstein wurde auf den 16. Oktober festgesetzt. In der Zwischenzeit legte die Stadtverwaltung sogenannte Meilensteine fest, um die Arbeiten im Auge zu behalten. Unter anderem wurde vereinbart, dass die Straßen- und Gleisanlage an der Endstation in Pieczewo sowie die Zufahrt zur Wilczyńskiego-Straße bis zum Ende der Sommerferien fertiggestellt sein sollen.

Mitte August beschloss der Stadtpräsident Piotr Grzymowicz, sich mit dem Bauunternehmer zu treffen, um den Fortgang der Arbeiten zu besprechen. Bevor er sich jedoch zu Gesprächen mit Vertretern des Bauunternehmens Polimex traf, ging er persönlich die Strecke des Bauabschnitts ab und dokumentierte den Fortgang der Arbeiten in knapp 500 Fotos. Grzymowicz erklärte daraufhin, dass die Situation auf der Baustelle für die neue Straßenbahnstrecke nicht zufriedenstellend sei und man mit einer einmonatigen Verzögerung rechnen müsse.

Zeitplan verschiebt sich
In Gesprächen mit dem Bauunternehmer machten Vertreter des Rathauses auf die Mängel aufmerksam und wiesen ihn auf die Notwendigkeit hin, die Arbeiten zu beschleunigen. Derzeit werden Reparaturen an einem Teil der Bahnsteige in der Nähe des Planetariums und in der Nähe des Kreisverkehrs an der Kreuzung der Wilczyńskiego- und Krasickiego-Straße durchgeführt. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass sich der Bau der zweiten Etappe des Straßenbahnnetzes in Allenstein noch um einige Monate verzögern könnte.

Der Stadtpräsident geht derweil immer noch davon aus, dass die wichtigsten Arbeiten am 16. Oktober abgeschlossen sein werden. Danach müssten nur noch die Landschaftsbauarbeiten ausgeführt werden. „Es kann sein, dass eine Lärmschutzwand in der Synów-Pułku-Straße nicht vollendet wird. Die gesamte Bepflanzung, die Bürgersteige, die Radwege – ich gehe davon aus, dass das meiste davon fertig sein wird, aber leider kann es in dieser Hinsicht zu einigen Verzögerungen kommen“, sagte Grzymowicz in einem Interview mit den lokalen Medien und fügte hinzu, dass der Probebetrieb der Straßenbahnen ab dem 16. Oktober aufgenommen werden könne.

Es habe sich jedoch herausgestellt, dass das Bauunternehmen nicht sicher sei, ob die Straßenbahnen tatsächlich am 16. Oktober mit dem Testbetrieb auf der neuen Strecke beginnen könnten. Das Problem sei nicht die Strecke selbst, sondern bestimmte Abschnitte des Oberleitungsnetzes, die von den Konstruktionsänderungen betroffen sind. Die Stadträte erinnerten daran, dass Allenstein einen EU-Zuschuss für den Bau der neuen Strecke erhalten hatte, der spätestens bis zum Jahresende abgerechnet werden muss. Aus diesem Grund müssten alle Anstrengungen unternommen werden, damit der Ausbau des Straßenbahnnetzes bis spätestens Dezember abgeschlossen ist. Es sei beruhigend zu wissen, dass der Bau der Straßenbahnüberführung, der aufgrund der komplexen Arbeiten und der Umgestaltung des Geländes eine große Herausforderung darstelle, kurz vor dem Abschluss stehe.

Großzügiger EU-Zuschuss
Die Bauleute sind dabei, das Gleisbett zu verlegen. In einigen Monaten wird die Straßenbahn in einer Höhe von etwa fünf Metern über der Straße verkehren. Die Überführung ist mehr als 270 Meter lang und acht Meter breit. Die Konstruktion besteht aus speziell isolierten Elementen, um die von den vorbeifahrenden Schienenfahrzeugen verursachten Schwingungen zu neutralisieren.
Es sei daran erinnert, dass sich die Stadt Ende letzten Jahres mit dem Auftragnehmer über die Wertsicherung des Auftrags geeinigt hatte. Die Parteien vereinbarten, dass der Höchstbetrag, um den sich der Vertrag erhöhen kann, etwa elf Millionen Euro betragen darf. Der Vertrag für den Ausbau des Straßenbahnnetzes wurde im Juni 2021 unterzeichnet. Die Investition wurde ursprünglich auf über 88 Millionen veranschlagt, wovon rund 75 Millionen ein Zuschuss der Europäischen Union sind. Die mehr als sechs Kilometer lange Strecke soll die Anbindung der südlichen Stadtteile verbessern, die als Schlafviertel von Allenstein bezeichnet werden.


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