26.09.2022

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Haus der Räte

Pläne für Neubaukomplex auf Eis gelegt

Grünfläche statt Betonklotz in Königsberg: Nach Kritik und Bürger-Protesten lenken Behörden ein

Jurij Tschernyschew
02.02.2022

Die Geschichte um das Schicksal des Hauses der Räte und des umliegenden Gebiets im Zentrum von Königsberg nimmt eine neue Wendung. Die regionalen Behörden haben beschlossen, die Pläne für einen Neubaukomplex für das Gelände nicht weiter zu verfolgen, Das Gebäude selbst soll jedoch nach wie vor abgerissen werden.

Gouverneur Anton Alichanow hat versprochen, Geld für die Verschönerung des Parks in der Nähe des Hauses der Räte auf dem Gelände der Ruinen des Königsberger Schlosses und des Zentralplatzes aufzubringen. Die Kosten seien schwer abschätzbar, sie könnten sich aber auf umgerechnet bis zu 1,5 Millionen Euro belaufen. Er verglich die Situation im Königberger Gebiet mit der in Moskau, wo der Saradje-Park im Stadtzentrum anstelle des abgerissenen Rodina-Kinos entstand: „Das Kaliningrader Gebiet hat die Möglichkeit, einen grünen, schönen Bereich im Stadtzentrum zu schaffen, in dem die Menschen ihre Zeit verbringen können.“

Bürger sollen beteiligt werden

Das bisher geplante Projekt mit einem etwa 100 Meter hohen Bürozentrum, einem Hotel und Parkplätzen an der Stelle des Hauses der Räte wurde von der Öffentlichkeit und von Architekten der Stadt so heftig kritisiert, dass die regionalen Behörden beschlossen, es nicht weiter zu verfolgen.

„In der Tat, es gibt ein Projekt. Nach den Reaktionen der Menschen zu urteilen, ist es sehr umstritten. Ich höre Kritik an den vorgestellten Plänen. Es ist klar, dass es unmöglich ist, es hier allen recht zu machen. Aber die Zahl der, sagen wir, Zufriedenen und Unzufriedenen spricht für diejenigen, die das Projekt nicht wirklich mögen und die glauben, dass es weiterentwickelt werden muss. Auf keinen Fall will ich einsame Entscheidungen treffen. Das kann ich nicht zulassen – es geht um das Zentrum der Stadt,“ teilte Alichanow mit.

Weitere Pläne betreffen Devau

Ihm zufolge wird die Entwicklung dieses Gebiets weiterhin mit den Menschen diskutiert werden. Die Behörden versprachen, mehrere weitere Optionen für das künftige Aussehen des Stadtzentrums vorzulegen. Das Projekt zur Verbesserung des Territoriums in der Nähe des Hauses der Räte soll jedoch innerhalb der nächsten fünf Jahre abgeschlossen werden.

Es gibt noch ein weiteres Gebiet, über dessen Zukunft entscheiden werden soll, und das mit der reichen Geschichte der Stadt verbunden ist: den ehemaligen Flughafen Devau. Malyj Isakowo, zu dem auch der historische Flughafen Devau gehört, befindet sich derzeit im Besitz der Gebietsregierung.

Es soll zu einem Landschafts- und Erholungsgebiet mit einer Fläche von etwa hundert Hektar entwickelt werden. Devau könnte zu einem Ort für Erholung, Sport und Wandern im aktiv wachsenden Nordosten des Königsberger Gebiets werden.

Die Einwohner sind dazu aufgerufen, ihre Meinung zu diesem ehrgeizigen Projekt zu äußern und eigene Ideen einzubringen, indem sie an einer öffentlichen Umfrage teilnehmen, die in Kürze durchgeführt wird.

Bauträger mit sozialem Beitrag

Die regionalen Behörden planen, Vertreter der Wirtschaft an der Durchführung des Projekts zu beteiligen. Auf diese Weise können die Bauträger ihren sozialen Verpflichtungen gegenüber der Stadt nachkommen, indem sie auf eigene Kosten öffentliche Räume wie Kinderspielplätze, Sportplätze und Grünanlagen ausstatten.



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