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Hier lässt es sich gut leben: Sporthotel Hohe Salve
Foto: schreyerdavidHier lässt es sich gut leben: Sporthotel Hohe Salve

Tirol

Reise in ein Neuland

Die Hohe Salve in den Kitzbüheler Alpen – Vor der „Bergdoktor“-Kulisse trifft man jetzt lauter Einheimische

Harald Tews
02.07.2021

Auch weit oben am Berg halten die Hüttenwirte streng die „3-G-Regel“ ein. In allen Wirtschaften wird der Gast gefragt: „Sind Sie geimpft, getestet oder genesen?“ Ohne Nachweis, dass man Corona-frei ist, wird man nicht bewirtet. Wie gut, dass Testergebnisse meist digital auf dem Smartphone vorliegen. Dieses vergisst niemand, denn wer will schon auf das Selfie vor der eindrucksvollen Kulisse mit der Hohen Salve in den Kitzbüheler Alpen verzichten?

Wer hier aber seinen noch in Papierform ausgestellten Impfausweis im Hotel vergessen hat, der hat schlechte Karten. Mal eben runter zur Unterkunft und zurück mit der Bescheinigung, damit man auf der Alm ein Häppchen essen kann, könnte allerdings zum Problem werden. Über 1000 Höhenmeter müssen dann überwunden werden.

Die haben wir gerade überwunden, mit geliehenen E-Bikes direkt vom Hotel. Dabei hätten wir es einfacher haben können. Denn unsere Unterkunft, das Sporthotel Hohe Salve in Hopfgarten, ist direkt an der Talstation der Salvenbahn gelegen. Wer bequemer auf den Aussichtsberg Hohe Salve zu Fuß pilgern will, der nimmt einfach die Gondelbahn.

Tatsächlich pilgern viele auf diesen 1829 Meter hohen Berg in den Kitzbüheler Alpen. Denn am Gipfel befindet sich mit dem Salvenkirchlein Österreichs höchstgelegene Wallfahrtskirche. Schon 1589 stand hier ein Gotteshaus, das aber nach Blitzeinschlägen ebenso abbrannte wie die nachfolgenden Kapellen.

Erst die Installation eines Blitzableiters machte dem Feuerspuk im späten 18. Jahrhundert ein Ende. Seitdem hat der Heilige Johannes, der Schutzpatron der Kirche, seine Ruhe. Außer es ist sein Jahrestag, der 24. Juni, denn dann ist dort oben immer viel los mit Pilgern wie demnächst wieder auch am Annatag, dem 26. Juli, wenn die Wallfahrer ein geschnitztes Haupt des Heiligen Johannes um den Altar tragen werden.

Wer sich sportlich fit halten möchte, der „pilgert“ statt mit der Seilbahn lieber mit dem E-Bike. Auf den gut ausgebauten Wegen, die auf der ersten Hälfte noch asphaltiert sind und dann in breite Schotterwege münden, kommt man damit recht flott voran. So mancher „Bio-Biker“, der sich noch mit Muskelkraft den Berg hochmüht, wird locker überholt. Nur die letzten paar Meter zum Salvenkirchlein hat der Almbauer für Radfahrer gesperrt. „Viele haben sich nicht an die Regeln gehalten“, erklärt unser Tourführer vom Hotel, „statt auf den Wegen zu bleiben, sind einige von ihnen querbeet durch die Almwiesen gefahren.“

Das geht natürlich gar nicht. An Regeln muss man sich halten, vor allem auch an die aktuell noch allgegenwärtigen Hygieneregeln. Gerade in Tirol, dass durch den Corona-Brennpunkt Ischgl im März 2020 in Verruf geraten war, achten Hoteliers und Gastronomen penibel darauf, dass alle Vorschriften eingehalten werden. Zu groß ist die Angst davor, erneut einen Lockdown und damit einen Einbruch im dort so wichtigen Tourismusgeschäft zu erleben.

Schon zu Pfingsten öffnete Österreich am 19. Mai die Grenzen für Urlauber. Grenzkontrollen gab es trotzdem, denn Voraussetzung war eine digitale Einreisebescheinigung samt einem aktuellen negativen Testergebnis für Ungeimpfte. Sonst drohte eine zehntägige Quarantäne. Außerdem ist in allen öffentlichen Räumen eine FFP2-Maske verpflichtend.

Wer in dieser Zeit einreiste, kam sich wie ein Pionier in unentdecktem Land vor. Auf den Straßen, Wanderwegen und Almhütten waren fast nur Österreicher unterwegs, welche die Abwesenheit der Touristen dazu nutzten, ihr eigenes Land zu erkunden, als sei es Neuland. Wenn man sich begegnete, wurde ausschließlich auf Tirolerisch gegrüßt oder verabschiedet: „Griaß-eich“, „Servus“, „Pfiat-eich“.

Mit Beginn der Sommerferien in Deutschland ist damit zu rechnen, dass alle Dämme brechen werden. Die sich eingesperrt fühlenden Deutschen, die mit Ost- oder Nordsee vorliebnahmen, werden einfach zu erreichende ausländische Reiseziele wie Mallorca oder ein Alpenland wie Österreich als Erstes aufsuchen. Tirol und besonders die Hohe Salve werden dabei zweifellos profitieren. Denn der kleine Ort Hopfgarten ist gleich hinter der deutschen Grenze von Kufstein und Wörgl vom Inntal aus ideal und schnell sowohl mit dem Auto als auch mit dem Zug zu erreichen.

Das Sporthotel Hohe Salve war bereits vor den Sommerferien sehr gut mit Kurzurlaubern belegt gewesen. Wer sich den Corona-Speck abtrainieren will, findet in diesem modernen Resort der aus Hopfgarten stammenden Familie Pletzer, die inzwischen in Deutschland und Österreich weitere Sporthotels betreibt, ideale Möglichkeiten vor mit einem 25-Meter-Sportbecken, einem warmen Hallenbad mit Freiluft-Pool, Fitnesskursen, diversen Saunen, Massageangeboten und Radwanderbetreuung. Ein besonderer Service wird im Haus außerdem durch Antigen- und PCR-Tests geboten, die regelmäßig für Ungeimpfte nötig sind, wenn man die auswärtige Gastronomie besuchen will.

Und daran kommt man in dieser Genussregion nicht vorbei. Auf der Hohen Salve gibt es gleich mehrere Berggasthöfe und Almen, wo man sich nach einer Wander- oder Radwandertour mit köstlich zubereiteten Mahlzeiten stärken kann. Dazu kommt eine ähnlich köstliche Aussicht: Nach Westen hin liegt das idyllische Hochplateau der Wildschönau, und im Nordosten imponiert das imposante Pa­norama des Wilden Kaisers mit seinen über 2000 Meter hohen Gipfeln.

Dieses alles ist auch die Filmkulisse der Serie „Der Bergdoktor“. Hopfgarten mit seiner den Ort dominieren zweitürmigen Pfarrkirche, die Hohe Salve und das benachbarte Brixental waren und sind regelmäßig Drehorte. Die Serienmacher wissen genau, wo es am schönsten ist.

Und Wanderer, die Ruhe und Entspannung suchen, wissen auch genau, wo sie diese finden: am G'sundheitsbründlweg. Auf einem schmalen Pfad, der durch einen kühlen Wald führt, bieten sich immer wieder famose Ausblicke auf Hopfgarten. Für die etwas über drei Kilometer lange und gut ausgeschilderte Strecke von leichter Schwierigkeitsstufe benötig man eine gute Stunde. Aber der Aufwand lohnt sich – wie so vieles an der Hohen Salve.

• Tourismusverband Ferienregion Hohe Salve Telefon 0043/575077010, www.hohe-salve.com. Sportresort Hohe Salve Telefon 0043/53352420, www.hohesalve.at. Die Gästekarte Hohe Salve bietet allen Hotelurlaubern kostenlose Bus- und Bahnfahrten sowie geführte Wanderungen und Ermäßigungen für Bergbahnen und viele andere Vergünstigungen mehr.



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Kommentare

Chris Benthe am 04.07.21, 14:25 Uhr

Wo wir gerade dabei sind, Thema E-Bike-Mobilität: die ist im Alpenraum längst zur Plage geworden, (auch) weil massenhaft Regeln verletzt werden. Man hat den Fehler begangen, traditionell für Fußwanderer eingerichtete Wege als geduldete Grauzone für die Elektrostrampler "freizugeben" (wenn was passiert, zahlt die Versicherung, sofern vorhanden, aber nicht). Wer das als Alpenwanderer erlebt, wie da brutal hochgestrampelt wird, wie Natur als Kulisse benutzt wird, um Selfie-Rekord-Bilder in soz. Netzwerken zu "posten", wendet sich ab mit Grausen. Wer auf den Almwegen unterwegs ist, muss nicht selten mit dem Rückversicherungs-, Angst- u. Ungedulds-Geklingel der Elektrostrampler im Rücken rechnen, entspanntes Fußwandern ist nicht mehr möglich. Man fühlt sich wie in der Großstadt auf Gehwegen, wo die Unverschämten den Fußgänger schon länger verdrängen. Es ist höchste Zeit, Versicherungs- und Kennzeichenpflicht für Elektotreter einzuführen. Wer falsch fährt, muss Schäden dann selber zahlen und kassiert dann - hoffentlich hohe - Strafen. Dann ist es vorbei mit der Anarchie der mobilen "Bessermenschen", die sich durch Wanderer behindert fühlen. Pfiat euch.

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