17.05.2021

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Mehr Geld für teure Mahnmale: Im griechischen Karakolithos erinnert ein Denkmal an ein Kriegsverbrechen der Wehrmacht
Foto: imago images/Andreas NeumeierMehr Geld für teure Mahnmale: Im griechischen Karakolithos erinnert ein Denkmal an ein Kriegsverbrechen der Wehrmacht

Reparationen

Sechs Gründe, nicht zu zahlen

Griechen werden nicht müde, von Deutschland Entschädigungen für Weltkriegsschäden zu verlangen

Wolfgang Kaufmann
19.04.2021

Pünktlich zum 80. Jahrestag des Beginns des deutschen Balkanfeldzuges gegen Griechenland und Jugoslawien hat die Regierung in Athen ihre Reparationsforderungen an die Adresse der Bundesrepublik bekräftigt. Am 6. April verkündete der Sprecher des griechischen Außenministeriums Alexandros Papaioannou gegenüber der Deutschen Presse-Agentur zur Problematik der Wiedergutmachung für die erlittenen Kriegsschäden: „Die Frage bleibt offen bis zur Erfüllung unserer Forderungen. Diese Forderungen sind gültig und aktiv und sie werden mit jedem Mittel geltend gemacht."

Nachdem Athen zunächst zehn Milliarden, dann 70 Milliarden und schließlich 278 Milliarden Euro verlangt hatte, bezifferte eine griechische Parlamentskommission die erlittenen Schäden 2016 auf mindestens 289 Milliarden Euro – einschließlich des Zwangskredits, den Griechenland der Deutschen Reichsbank während des Krieges habe gewähren müssen. Damit wollten sich Hardliner wie der 2020 verstorbene frühere linke Europaparlamentsabgeordnete Manolis Glezos aber immer noch nicht zufriedengeben und forderten 500 Milliarden Euro.

500 Milliarden Euro gefordert

Für die Bundesregierung gilt die Reparationsfrage mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland von 1990 freilich als endgültig geklärt, weshalb sie danach auch in keine diesbezüglichen Verhandlungen mit Athen eintrat. Das veranlasste nun wiederum die Bundestagsfraktionen der Grünen und Linken zu heftiger Kritik.

Die grüne Parlaments-Vizepräsidentin Claudia Roth nutzte die Gelegenheit, um sich erneut theatralisch für Deutschland zu schämen. Die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, Heike Hänsel, nannte die Position Berlins „moralisch, aber auch rechtlich inakzeptabel". Tatsächlich gibt es jedoch keinerlei Grund für einen geforderten Kurswechsel in der Reparationsfrage.
Zum Ersten hatte nicht nur das Dritte Reich Krieg gegen Griechenland geführt und ein Besatzungsregime errichtet. Das taten ganz genauso auch Italien und Bulgarien, an die aber keine Forderungen ergingen. Zum Zweiten entstanden viele der angeblichen Kriegsschäden, für die Deutschland verantwortlich sein soll, im Zuge von Aktionen der Partisanen der kommunistischen Griechischen Volksbefreiungsarmee (ELAS) beziehungsweise während des äußerst verbissen geführten griechischen Bürgerkrieges, der vom Herbst 1944 bis September 1949 andauerte. Zum Dritten resultierte die schwere Hungersnot der Jahre 1941/42, in deren Verlauf mehrere hunderttausend Griechen starben, nicht aus deutschem Vernichtungswillen, sondern der gezielten Blockade von Nahrungsmitteltransporten durch die Briten.

Zum Vierten hat Deutschland schon in reichlichem Maße Entschädigungen geleistet. Das begann mit der Lieferung von demontierten Anlagen im Wert von 105 Millionen D-Mark, welche die Siegermächte während der Pariser Konferenz von 1946 anordneten. Dazu kamen die als „Investitionskredit" getarnten Reparationen im Umfang von 200 Millionen Mark aus dem Jahre 1953.

Korrupte Politiker sahnten ab

Außerdem waren da noch die freiwilligen Geldzahlungen an die Opfer der Besatzungszeit und deren Nachkommen gemäß einem bilateralen Abkommen vom 18. März 1960. Diese beliefen sich auf insgesamt 115 Millionen Mark. Allerdings kamen diese Wiedergutmachungsleistungen oft nicht bei den vorgesehenen Empfängern an. Daran trägt die Bundesrepublik aber keine Schuld. Für das Verschwinden der abgelieferten Maschinen und Ausrüstungen auf dem Seeweg in die Ägäis zeichneten britische Geschäftemacher verantwortlich. Und von den danach gezahlten 315 Millionen Mark landeten drei Viertel in den Taschen von korrupten griechischen Politikern.

Zum Fünften handelt es sich bei dem angeblichen Kredit, den das Dritte Reich bei den Griechen aufgenommen haben soll, um einen lupenreinen Mythos. Die fraglichen 476 Millionen Reichsmark waren die Besatzungskosten gewesen, welche Athen gemäß der Haager Landkriegsordnung tragen musste. Diesen stehen zudem umfangreiche unentgeltliche deutsche Lieferungen nach Griechenland aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges gegenüber. Wie der Mannheimer Historiker Heinz Richter anhand von Dokumenten aus dem Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes errechnete, bleibt daher ein geringes Plus zugunsten Deutschlands. Deshalb sei es Unfug, wenn Athen jetzt die Rückzahlung der „Anleihe" fordert.

Und zu guter Letzt muss natürlich auch berücksichtigt werden, dass Griechenland seit Jahrzehnten zu den Empfängern von EU-Hilfen zählt, die zu rund einem Drittel aus dem deutschen Steuersäckel kommen. Mehr finanzielle Wiedergutmachung geht wohl nicht.



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Kommentare

H. Schinkel am 28.04.21, 01:09 Uhr

@ Herrn Marcus Junge
Soweit ich mich erinnern kann haben die Griechen, nach dem Tod ihres deutschfreundlichen Königs, den Engländern Stützpunkte für deren Flugzeuge gewährt. Diese haben dann den deutschen und italienischen Nachschub im Mittelmeer angegriffen. Das musste und wollte Italien verhindern. Gebietsgewinne waren natürlich in den Planungen des Duce inbegriffen. Das die Wehrmacht diesen Kriegsschauplatz gar nicht auf dem Schirm hatte, sieht man gut daran das es sechs Monate dauerte bis man darauf militärisch reagieren konnte.

Von daher ist die Reparationsforderung der Griechen substanzlos.

Jan Kerzel am 22.04.21, 13:22 Uhr

Griechenland u.a. blasen ihre substanzlosen Forderungen durch das Horn, das ihnen seitens der BRD jahrzehntelang zur Verfügung gestellt wurde, bzw. es hier überhaupt erst hergestellt wurde und zwar durch die absolut selektive faktische Darstellung historischer und politischer Zusammenhaenge und durch eine total einseitige und unangemessene Moralisierung derselben. Wenn ich lese, dass sich Frau Roth schon wieder einmal für Deutschland schaemt, dann muss ich feststellen, sie schaemt sich dauerhaft auf sehr hohem materiellen und sozialen Niveau gütlich vor sich hin. Bei soviel Schaemerei sollte man konsequent sein und sich um eine andere Staatsbürgerschaft bemühen, andernfalls ist die psychische Gesundheit ernsthaft gefaehrdet. Davon habe ich aber noch nichts gehört. Der Nutzen scheint den Malus des Schaemens doch erheblich zu überwiegen.

Marcus Junge am 21.04.21, 17:12 Uhr

Und wo erinnern die Mahnmale an die Kriegsverbrechen der Griechen?

Ach ja, es gibt keine. Wie üblich beim Thema 2. Weltkrieg: "Urplötzlich und ohne das es eine Vorgeschichte gab, kam alles Ungemach der Welt über die Unschuld vom Lande".

Erst den von Deutschland angebotenen Verhandlungsfrieden mit Italien ausschlagen, einem Italien, welches besiegt war und gedemütigt, durch die siegreichen Griechen.

Dann die Engländer nach Griechenland holen (was einer Kriegsteilnahme gegen Deutschland gleichkommt), was eine massive Bedrohung der ungeschützten Balkan-Flanke Deutschlands darstellte, insbesondere auch der Ölgebiete in Rumänien und Ungarn.

Dann Partisanenkrieg spielen, direkt ab Kriegsbeginn.

Und hinterher "die Deutschen waren es" schreien.

Das SED und Grüne Khmer da voll darauf abfahren, überrascht also seit Jahrzehnten niemanden, der das Thema verfolgt hat.

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"landeten drei Viertel in den Taschen von korrupten griechischen Politikern."

Die von den ebenso korrupten griechischen Bürgern immer und immer wieder gewählt werden = Geliefert wie bestellt.

Hein ten Hof am 21.04.21, 16:56 Uhr

Die Griechen hören sicher die rot. rot, grüne Nachtigall trappsen.

Die Bundesrepublik musste sich 1990 im Rahmen der Wiedervereinigung in einem Zusatzabkommen zum sog. „Zwei-plus-Vier-Vertrag,“ dazu verpflichten, Artikel des Überleitungsvertrages von 1954 in Kraft zu belassen.[18] Die BRD verpflichtete sich in dem Zusatzabkommen beispielsweise dazu, den Artikel 2 Absatz 1 aus dem ersten Teil des Überleitungsvertrages weiter anzuerkennen:
„Alle Rechte und Verpflichtungen, die durch gesetzgeberische, gerichtliche oder Verwaltungsmaßnahmen der alliierten Behörden oder aufgrund solcher Maßnahmen begründet oder festgestellt worden sind, sind und bleiben in jeder Hinsicht nach deutschem Recht in Kraft, ohne Rücksicht darauf, ob sie in Übereinstimmung mit anderen Rechtsvorschriften begründet oder festgestellt worden sind.“
„Die Bundesrepublik wird in Zukunft keine Einwendungen gegen die Maßnahmen erheben, die gegen das deutsche Auslands- oder sonstige Vermögen durchgeführt worden sind oder werden sollen, das beschlagnahmt worden ist für Zwecke der Reparation oder Restitution oder auf Grund des Kriegszustandes oder auf Grund von Abkommen, die die Drei Mächte mit anderen alliierten Staaten, neutralen Staaten oder ehemaligen Bundesgenossen Deutschlands geschlossen haben oder schließen werden.“
(Irgendwann abgespeichert)

Die Arten der deutschen Reparationsleistungen wurden in Jalta nicht näher bestimmt. Auch
die Erklärung von Potsdam „schloß“, wie der IARA-Bericht sagt, „keine Art deutschen
Vermögens davon aus, als Reparation in Anspruch genommen zu werden, obschon
nur Industrieausrüstung, Auslandsvermögen und Handelsschiffe ausdrücklich erwähnt
wurden“.

Nach dem Morgenthau-Plan (Z. 5a–e), an den sich Jalta und Potsdam anlehnten, war z. B. auch „deutsche Zwangsarbeit außerhalb Deutschlands“ vorgesehen. (Reparationsagentur schließt die
Bücher, ZEIT ONLINE VON E. Schütte, Bremen | 15. Mai 1952)
Vielleicht stehen die bald vor der Tür und drücken uns einen Spaten in die Hand.

........Demontage geht unvermindert weiter, um, nach den Worten des Kontrollratsgesetzes Nr. 5, „Deutschland der Möglichkeit zu berauben, mit
Hilfe der Auslandsvermögen den Dritten Weltkrieg zu gewinnen ...“ E. Schütte, Bremen

Ansonsten war die gesamte Demontage ein Mittel um einen unliebsamen Konkurrenten zu beseitigen.

sitra achra am 21.04.21, 10:41 Uhr

Laut internationalem damals gültigen Recht gab es keine sogenannten "Kriegsgreuel" der Wehrmacht. Das zu behaupten, ist eine infame Unterstellung.
Irgendwann wir diese Schuldposse ihr unrühmliches Ende finden, dann werden alle Tributzahlungen rücksichtlos zurückgefordert.
Außerdem: es hatte die Griechen niemand gezwungen, dem Reich den Krieg zu erklären, wie geschehen, denn mt dieser Erklärung haben sie jegliche Entschädigung verwirkt.
Am besten sollte diese ehemals osmanische Provinz dem neuen türkischen Kalifat wieder eingegliedert werden. Dann können sie sich bei ihren alten neuen Herren über die Schäden während der jahrhundertelangen Besatzung beschweren. Deren Antwort darauf lässt sich leicht erahnen.

Dr. Dr. Hans-Joachim Kuchaarski am 21.04.21, 08:51 Uhr

Nachtrag zu den Entschädigungszahlungen:
Die derzeitige Art der Forderung nach Entschädigungszahlungen sollte aus drei Gründen als absurd einzustufen und für uns nicht hinnehmbar sein:
1) Eine pauschale Zahl ist zu willkürlich und undurchsichtig– warum nicht das Zehnfache, wenn man dieses nicht zu belegen braucht? Erforderlich sind eine Einzelaufstellung der damals entstandenen Kosten und somit eine Benennung und Quantifizierung der nur durch die Deutschen verursachten Schäden. Wenn im Artikel fünf Pauschalsummen genannt werden, dann müssen von diesen vier falsch sein. Hier besteht offenbar ein politischer Überbietungswettbewerb.
2) Das Verschweigen unserer bereits getätigten Zahlungen läßt die Vermutung aufkommen, daß sie bei den Forderungen nicht berücksichtigt, also nicht von diesen abgezogen wurden.
3) Es fehlt die Nennung eines nachprüfbaren Umrechnungsfaktors ‚derzeitige Forderung in Euro / nach Abzug unserer Zahlungen verbliebener Schaden in Reichsmark’. Ein Bezug läßt sich sonst kaum noch herstellen.
Die bisherigen Pauschalzahlen können ein Indiz für politisch opportune und willkürliche Phantasiezahlen sein. Ist es auszuschließen, daß unsere getätigten Aufwendungen die Forderungen bereits übersteigen und schon deswegen die Forderung obsolet geworden ist?

Dr. Dr. Hans-Joachim Kucharski am 20.04.21, 08:21 Uhr

Zu den deutschen Entschädigungszahlungen gehört sicherlich auch, daß Angehörige aus von uns besetzten Ländern als Wiedergutmachung in Deutschland auf unsere Kosten studieren durften (wenn deren Zahl für Karlsruhe repräsentativ war, müssen es für unser gesamtes Land viele und unsere Aufwendungen dafür entsprechend hoch gewesen sein). Während im Studium Griechen durch Lautstärke auffielen, war von Norwegern nur gelegentlich der, eher schmunzelhaft gemeinte, Stoßseufzer „Harder tider!" (wurde zum geflügelten Wort im Konstruktionssaal) zu vernehmen. Letztere waren gegenüber den Ersteren ausgesprochen liebenswürdig. (Für das griechische Anspruchsdenken ist mir ein drastisches Beispiel in Erinnerung: Das griechische Kriegsschuldverständnis ging offenbar so weit zu erwarten, daß ein Professor einem griechischen Studenten gefälligst die bestandene Prüfung in den Hintern zu blasen habe. Da halfen auch keine goldenen Brücken; es war eine Frechheit, mit einem solchen Nichtwissen in eine mündliche Prüfung zu gehen.)
Übrigens: ist es eigentlich sinnvoll, daß wir noch in Griechenland Urlaub machen, wenn die so über uns denken? (Das tun natürlich nicht alle, es gibt auch ganz andere Beispiele.) Ein Teil der im Urlaub ausgegebenen Gelder kommt aber letztlich auch dem Land zugute.
Die Griechen haben mal wieder den Bogen überspannt; sie werden es zu arrangieren wissen, daß wir für Sie – zumindest moralisch – die ewige Melkkuh bleiben werden.

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