05.08.2026

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Die Teilnehmer „schabberten“ bei Kaffee und Kuchen im Garten des „Hauses der Heimat“ der Kreisgemeinschaft Goldap
Bild: Kreisgemeinschaft GoldapDie Teilnehmer „schabberten“ bei Kaffee und Kuchen im Garten des „Hauses der Heimat“ der Kreisgemeinschaft Goldap

30. Sommerfest in Goldap

Störfeuer am Rande einer friedlichen Feier

Politik statt Kultur? Polnische Nationalisten skandierten vor dem „Haus der Heimat“ antideutsche Parolen

Manuela Rosenthal-Kappi
05.08.2026

Ehemalige Goldaper Einwohner und Mitglieder der Deutschen Minderheit waren am 25. Juli ins „Haus der Heimat“ nach Goldap gekommen, um am traditionellen Sommerfest der Kreisgemeinschaft Goldap teilzunehmen, das in diesem Jahr bereits zum 30. Mal veranstaltet wurde.

Stephan Grigat, Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen und Vorsitzender der Kreisgemeinschaft Goldap, begrüßte zahlreiche Ehrengäste, darunter den stellvertretenden Kulturminister Maciej Wróbel aus Warschau, Jacek Piorunek, den Vizemarschall aus Podlasien, Heinrich Hoch, den Vorsitzenden der Deutschen Vereinigungen in Ermland und Masuren, Goldaps Bürgermeister Konrad Kazaniecki sowie dessen Bruder Krzysztof Kazaniecki, den Landrat des Kreises Goldap.

Am frühen Nachmittag begann die festliche Veranstaltung im Garten des „Hauses der Heimat“, die bis zum späten Abend dauerte. Domherr André Schmeier sprach für die Teilnehmer das Geistliche Wort. Das Goldaper Sommerfest war von Beginn an dem Frieden sowie der Freiheit und Freundschaft zwischen den Völkern gewidmet, es dient dem kulturellen Austausch. Es ist eine Möglichkeit, dass sich die Nachkommen ehemaliger Einwohner Goldaps mit Mitgliedern der Deutschen Minderheit aus der Stadt und der Region bei einem zwanglosen Beisammensein austauschen können.

Das „Haus der Heimat“ gehört der Kreisgemeinschaft Goldap. Es verfügt über einige Gästezimmer und ein kleines regionalgeschichtliches Museum.

Was von offizieller polnischer Seite begrüßt und unterstützt wird, stört jedoch einige antideutsche polnische Nationalisten. So kam es vor dem „Haus der Heimat“ am Veranstaltungstag zu einer Demonstration mit rund 30 Teilnehmern der „ROG“ = Ruch Obrony Granic (Bewegung zur Verteidigung der Grenzen), deren Anführer Robert Bąkiewicz kein Unbekannter ist. Vor Kurzem wurde er erst bei einer Aktion polnischer Nationalisten in Deutschlands Hauptstadt Berlin vorübergehend festgenommen, weil die Gruppe, als sie versuchte, unerlaubt ein Kreuz an einem Gedenkstein für von Deutschen während des Zweiten Weltkriegs ermordete Polen aufzustellen, erheblichen Widerstand gegen die Polizei leistete. In Sozialen Medien beschuldigte Bąkiewicz die deutsche Polizei, bei dem Polizeieinsatz äußerst brutal vorgegangen zu sein.

Bei der Demonstration anlässlich des Goldaper Sommerfestes handelte es sich um eine kleine Gruppe der ROG und rechtsextremer Organisationen, die sich offen gegen die EU, gegen Deutschland und gegen die polnische Regierung richten. Die Ehrengäste des Sommerfests wurden beim Betreten des Geländes als „Verräter“ und „Volksdeutsche“ beschimpft. Bąkiewicz brachte seine antideutschen Parolen deutlich zum Ausdruck. Deutschland wirft er vor, die infolge des Zweiten Weltkriegs verloren gegangenen deutschen Ostgebiete zurückgewinnen zu wollen und dies unter dem Deckmantel der kulturellen Zusammenarbeit zu betreiben. Er verlangt Reparationen von Deutschland.

Nationalisten nehmen Anstoß an ostpreußischen Symbolen

Am „Haus der Heimat“ stört die Nationalisten vor allem, dass es sich im Besitz der Kreisgemeinschaft Goldap aus der Bundesrepublik befindet und die LO das Motto „Ostpreußen lebt“ sowie ostpreußische Symbole verwendet.

Mit ihren ebenso falschen wie heimtückischen Parolen greifen die polnischen Rechtsextremisten die seit Jahren grassierenden Pseudo-Argumente der russischen Propaganda bezüglich einer von Deutschland angestrebten Re-Germanisierung des Königsberger Gebiets auf. Dass nur eine marginale Minderheit im südlichen Ostpreußen das so sieht, beweist eine Gegendemonstration von Menschen, die sich für die Völkerverständigung und ein Klima der Freundschaft und Offenheit in Europa aussprechen. Lautstark forderten sie die Nationalisten auf, sich zurückzuziehen, was nach 40 Minuten auch geschah. Ein Polizeiaufgebot überwachte die Demonstrationen. Danach konnte die schöne Tradition des Goldaper Sommerfests dann aber in friedlich-freundschaftlicher Atmosphäre ungestört fortgesetzt werden.


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