19.09.2020

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Corona-Maßnahmen

Vernichtendes Zeugnis

Hochbrisante Studie wird zurückgewiesen. Keine inhaltliche Auseinandersetzung

Erik Lommatzsch
22.05.2020

Stephan Kohn, Oberregierungsrat im Bundesministerium des Inneren (BMI), darf seine Dienstgeschäfte nicht mehr führen. In einer umfangreichen Ausarbeitung, erstellt mit der Unterstützung namhafter Fachleute, hat er der Corona-Politik der Bundesregierung ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. Die Corona-Maßnahmen, die durch sie ausgelösten Probleme und die noch zu erwartenden Folgen für das gesamte Land werden in der fundierten Analyse sehr negativ beurteilt.

Von den Verantwortlichen wurde das Ganze auf eine Art und Weise abgewiegelt, die zeigt, dass die Studie als potenziell bedrohlich empfunden wird. Die Kanzlerin, im Bundestag befragt, ließ lediglich wissen, dass die Regierung die Einschätzung „nicht teilt". Das BMI hatte sehr schnell eine Pressemitteilung herausgegeben, gemäß der es sich bei dem Papier um eine „kritische Privatmeinung" handele. Die Ausarbeitung sei „außerhalb der sachlichen Zuständigkeit des Verfassers sowie der Organisationseinheit im BMI, für die er tätig war", erfolgt. Als „nicht akzeptabel" wurde bezeichnet, dass der offizielle Briefkopf des Ministeriums verwendet worden sei. Ein Großteil der Presse sekundierte den offiziellen Erklärungen kräftig. So sprach die „Tagesschau" anklagend von einem „Gegner der Corona-Maßnahmen, ausgerechnet im Bundesinnenministerium", der Tenor des Papiers sei der gleiche „wie bei den Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen". Im „Tagesspiegel" war von der „Irrfahrt des Stephan Kohn" die Rede, davon, dass das „Konvolut" nun „besonders von rechtspopulistischen Kreisen" ins Feld geführt werde und „vermeintliche Experten" mitgewirkt hätten, um dem Ganzen einen „wissenschaftlichen Anstrich" zu geben.

„Wohl ein Fehlalarm"

Die in dieser Form diffamierten Fachleute – etwa die Professoren Sucharit Bhakdi, Gunnar Heinsohn, Karina Reiß, Andreas Sönnichsen oder Peter Schirmacher, Letzterer auch Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina – haben sich bereits öffentlich gegen die Pressemitteilung des BMI gewandt und dazu aufgefordert, Stellung zu der Ausarbeitung zu nehmen und die Entscheidungsgrundlagen der Regierung in der Corona-Krise mittels „Daten, Fakten und Quellen" darzulegen. In der Tat hat sich bislang niemand derjenigen, die sich gegen das Papier wenden, mit dessen Inhalten auseinandergesetzt. Auch dass Kohn innerministeriell bereits frühzeitig auf seine Bedenken hinwies, wird übergangen.

Der mit dem Datum vom 8. Mai 2020 versandte „Auswertungsbericht" ist hochgradig brisant. Als Ergebnisse der Analyse mit dem Titel „Coronakrise 2020 aus der Sicht des Schutzes Kritischer Infrastrukturen. Auswertung der bisherigen Bewältigungsstrategie und Handlungsempfehlungen" unterstrich Kohn drei Aspekte: „gravierende Fehlleistungen des Krisenmanagements, Defizite im Regelungsrahmen für Pandemien, Coronakrise erweist sich wohl als Fehlalarm."

Zusammenfassend heißt es unter anderem, das Krisenmanagement habe in der Vergangenheit wider besseres Wissen „keine adäquaten Instrumente zur Gefahrenanalyse und -bewertung aufgebaut". Die Politik habe nur eine „stark reduzierte Chance" gehabt, „die sachlich richtigen Entscheidungen zu treffen". Durch das Virus habe „vermutlich zu keinem Zeitpunkt eine über das Normalmaß hinausgehende Gefahr für die Bevölkerung" bestanden. Die Gefährlichkeit von Covid-19 sei überschätzt worden. Die Analyse widerspreche im Übrigen nicht den vom Robert-Koch-Institut vorgelegten Zahlen. „Der (völlig zweckfreie) Kollateralschaden ist zwischenzeitlich gigantisch." Er könne nicht mehr verhindert, sondern nur noch begrenzt werden. Das Krisenmanagement sei verantwortlich für die „Desinformation der Bevölkerung".

Das Papier, das der Regierung unverantwortliches Handeln und das Verursachen schwerster Schäden vorwirft, hat das Potenzial, einen der größten Skandale der Nachkriegszeit auslösen.

• Die Studie steht im Internet unter www.achgut.com/images/uploads/afqktxhppam7qh5d/200508_Versendung_Bericht_an_Krisenstab_01.pdf



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Kommentare

Annegret Kümpel am 24.05.20, 22:50 Uhr

Nun ja. lieber Herr Lommatzsch,
ich lebe in der Türkei und muss leider sehr restriktive Maßnahmen hier in Kauf nehmen, obwohl ich ein Freigeist bin und mich über einige "Maßnahmen" hinwegsetze, wenn ich das für mich richtig und notwendig halte.
Die Studie des Herrn Kohn kenne ich aus TE, den ich digital abonniert habe, habe aber nicht alle über 800 Seiten gelesen.
Allerdings, wen interessiert das in D? Die paar hundert Deutsche, die aktuell in D auf die Straße gehen und gegen die unverhältnismäßigen "Maßnahmen" demonstrieren, gehen doch der Regierung am "A." vorbei.
80% der Deutschen wollen sich gar nicht mit Politik beschäftigen, sind also strohdumm. Ein wunderbares befreites regieren der "Eliten" mit Applaus des "Volkes".
Hier in der Türkei verhält es sich nicht anders. Die Medien haben der Bevölkerung so viel Ängste eingebläut, daß kaum jemand gegen die Einschränkungen widerspricht. Ganz im Gegenteil.
Bin mal gespannt, wie es hier weitergeht.
Weltweit werden die "Maßnahmen" als notwendig und richtig verkauft werden, denn wer will den Politikern das Gegenteil beweisen. Sie haben alles richtig gemacht, um uns zu "schützen".

Paul Barsch am 23.05.20, 09:23 Uhr

Im Bördekreis konnte man sehen, wie die Arbeiter aus Litauen und Rumänien, schnelles Internet verlegen. Akkurates Arbeiten, höflich und schnell, ackern sie von Montags bis Sonnabends von früh um sieben bis gegen 19.00 Uhr. Längeres Wochenende nach Hause , wegen dieser Verarschung Fehlanzeige, so sitzen sie hier wie Gefangene Monatelang. Auch bei der Baustelle der A14 oder bei meiner ehemaligen Firma schuften bis zum Umfallen. Obwohl man auf die Regeln wie Abstand, Mundschutz, keine gemeinsame Pausen im Bauwagen usw einen Sch... gibt, sind keine Coronatoten zu beklagen. Alle erfreuensich bester Gesundheit. Auch die Polizei ist außer Sichtweite von der Presse nicht Merkelfreundlich. Doch nach Spahn, Söder, Merkel und ihren Pinocchios vom Rki usw bzw nach deren Auffassung eigentlich eine riesige Ansteckung erfolgt sein, einschließlich der schwererkrankten oder Verstorbenen Virustoten. Doch nix dergleichen.

ditter stein am 22.05.20, 05:19 Uhr

gewaltenteilung =der staat teilt dem volk seine gewalt mit
(erhard blanck deutscher schritsteller)

herr lommatzsch bin beindruckt

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