11.01.2026

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Einst Tradition: Der Patentöller
Bild: SeegertEinst Tradition: Der Patentöller

Tradition

Von Paten und Patentöllern

Früher allseits bekannte Bräuche verschwinden leider so nach und nach

Torsten Seegert
11.01.2026

Nicht immer gab es so viel Überfluss wie heute in Pommern, wo Kinder auch so manches Mal mit Geschenken überschüttet und so schnell Wertschätzung und Bodenhaftung verlieren können – gut gemeint, aber nicht empfehlenswert.

In früherer Zeit, als Verfügbarkeit und Mangel manchem Kinderwunsch klare Grenzen setzten, kamen Paten, die bei der Taufe der Kinder den Täufling trugen und als Zeuge der Taufe auch urkundlich Erwähnung fanden, eine weitaus größere Bedeutung als heute zu. Oftmals hatten sie die Aufgabe des „Mit-Vaters“, der das Kind vor allem während des Heranwachsens hilfreich unterstützte. Dies konnte nicht nur eine kostspielige, sondern auch eine sehr schöne Aufgabe sein – vor allem zu den jahreszeitlichen Festen wie Weihnachten, Ostern oder Geburtstagen.

Aus diesen Anlässen besuchte man sich gegenseitig, um die Patengeschenke an die Patenkinder zu übergeben. Da man in der näheren Umgebung wohnte, war dies auch ein feierliches Treffen, bei dem gespielt, geklönt und der sogenannte „Patentöller“ (Patenteller) übergeben wurde. Dieser war in der Regel ein großer tiefer Teller, der im Alltag als „Melksatt“ fungierte, in den Milch gegeben wurde, von der sich die Sahne absetzen sollte. Aus Ton gefertigt und innen glasiert, später auch aus Porzellan, wurde er, speziell zur Weihnachtszeit gefüllt mit Naschereien wie Pfeffernüssen, Keksen, Mehlpuppen oder Stuten (Brot). Zu den begehrten Gaben zählten auch Dinge des täglichen Bedarfs wie Strümpfe, Handschuhe oder ein warmer Wollschal.

Heute, wo diesseits der Oder die Zahl der Taufen stetig zurückgeht, sinkt damit leider auch die Bedeutung der Paten. Und das, obgleich manches Kind heute neben seinen Eltern einen Paten, der auch mit Rat und Tat hilfreich zur Seite steht, gut gebrauchen könnte.


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