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Antisemitismus

Warum Moslems Juden hassen

Der Algerier Abdel-Hakim Ourghi widerlegt die These von der friedlichen Koexistenz – Mohammeds Hetze als Geburtsstunde des politischen Islam

Bodo Bost
09.12.2023

Abdel-Hakim Ourghi, Islamwissenschaftler an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, ist in Algerien mit dem Hass auf die Juden großgeworden, obwohl es dort seit dem Abzug der Franzosen 1962 keine Juden mehr gab. Auch ohne Juden wuchs und wächst der arabische Antisemitismus, weil er seine religiöse Grundlage im Koran, dem heiligen Buch der Muslime hat. Dies belegt Ourghi in seinem neuesten Buch „Die Juden im Koran“. Der Mythos von dem friedlichen Islam und der friedlichen Koexistenz, etwa in Al-Andaluz, zwischen beiden Religionen, gehört zu den jahrhundertelang gepflegten Lebenslügen des Islam. Sie reicht mit großer Wirkmacht bis in die Gegenwart.

Der europäische Antisemitismus war nicht Wurzel und Quelle des arabischen Antisemitismus, wie in gegenwärtigen Diskursen oft behauptet wird. Juden gab es auf der arabischen Halbinsel seit der Antike, im Jemen und auch in Äthiopien hatte es sogar schon vor dem Islam jüdische Herrschaften gegeben, mit denen die vorislamischen Araber in Frieden und Harmonie lebten. Dies war auch in den ersten Jahren von Mohammeds Predigt in Mekka so. Als die Juden jedoch Mohammed als Schwindler zu verspotten begannen, weil sie viele seiner Koranverse aus ihrer heiligen Schrift der Thora kannten, ging der selbsternannte Prophet nach Medina, wo noch mehr Juden lebten als in Mekka. Dort hetzte Mohammed die verschiedenen Stämme gegeneinander auf, laut Ourghi „die Geburtsstunde des politischen Islam“. Mohammed verlangte jetzt die Unterwerfung unter seine Offenbarung und unter das Schwert. Die drei jüdischen Stämme aus Medina flüchteten in Oasen wie Chaibar. Dort wurden sie grausam ermordet, wenn sie den Islam nicht annahmen.

Der heutige islamische Antisemitismus knüpfe bewusst an das blutige antijüdische Kapitel der islamischen Frühgeschichte an. Wie damals machten auch die heutigen islamischen Judenverfolger ihre jüdischen Opfer für die Verfolgung verantwortlich. Die Entstehung des Staats Israel verstärkte den koranischen Antisemitismus. Für viele arabische Autokraten im Nahen Osten wurden Israelis und Juden die Sündenböcke für alles, vor allem für die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Missstände in ihren Ländern.

Auch eine „nur politische Lösung des Nahostkonflikts“ werde deshalb den islamischen Antisemitismus nicht beenden, betont Ourghi. Ohne Kritik am politisch-juristischen Koran und den politischen „Propheten“ könne es in einer zunehmend pluralen Religionssituation im Nahen Osten keinen Frieden geben.

Abdel-Hakim Ourghi: „Die Juden im Koran. Ein Zerrbild mit fatalen Folgen“, Claudius Verlag, München 2023, broschiert, 264 Seiten, 26 Euro


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