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„Kampf bis zum Ende“: Antijüdische Demonstration dieser Tage in Berlin
Foto: action press„Kampf bis zum Ende“: Antijüdische Demonstration dieser Tage in Berlin

Politik

Wenn Judenfeindschaft faktisch geduldet wird

Während muslimische Terroristen jüdische Zivilisten im Heiligen Land beschießen und radikale Palästinenser in Deutschland „Scheiß Juden“ rufen, verhalten sich diejenigen, die im Alltag gern das Existenzrecht Israels beschwören, auffallend ruhig

Hans Heckel
14.05.2021

Wie ein Blitz in der Nacht erhellt die Eskalation in Nahen Osten deutsche Wirklichkeiten, die deren Urheber lieber im Dunkeln halten. In Deutschland werden Synagogen angegriffen, Demonstranten grölen „Sch...-Juden“ auf der Straße, und Juden fühlen sich in Deutschland nicht mehr sicher, denken an Auswanderung.

Eigentlich müsste das ganze Land ob solcher Ereignisse vor Entsetzen und Zorn kopfstehen, wenn all das Gerede von „historischer Verantwortung“ auch nur ein einzigen roten Heller wert wäre. Stattdessen wechseln sich weihevolle Sentenzen zu eben jener „Verantwortung“ ab mit angeblich um „Ausgewogenheit“ bemühten Relativierungen der blutigen Vorgänge im Nahen Osten. 

„Judenhass werden wir nicht dulden“, schmettert Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Ach ja? Und ob die oben angeführten Hass-Kundgebungen faktisch „geduldet“ wurden! Außenminister Heiko Maas (SPD) wird mit dem Appell zitiert: „Deutschland setzt sich für ein sofortiges Ende der Gewalt ein“, womit fast in Vergessenheit gerät, von wem die Attacken ausgingen, nämlich der Hamas, und wer sich hier lediglich wehrt, nämlich Israel. So verwischt man mit der neutralen Verwendung des Begriffs „Gewalt“ Aggressor und Verteidiger. 

Aufschrei der Ertappten 

Wie weit die Heuchelei geht, konnten die Deutschen erst vor Tagen am Bildschirm verfolgen, wo Luisa Neubauer, Grünen-Politikerin und deutsche Protagonistin von „Fridays for Future“ (FFF), dem CDU-Bundestagskandidaten und früheren Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen Antisemitismus vorhielt, ohne irgendeinen Beleg für diesen ungeheuerlichen Anwurf beibringen zu können. Derweil verbreitet die FFF-Ikone Greta Thunberg die Botschaft einer Israel-Boykotteurin, und schiebt lauwarm hinterher, sie sei „nicht gegen Israel“ sondern „gegen jede Gewalt“. Auch Thunberg verrührt hier mutwillig Angriff und Verteidigung. 

Was in Neubauers zielgerichteter Entgleisung zutage tritt, ist jener „Missbrauch der Geschichte zu aktuellen Zwecken“, welche der Schriftsteller Martin Walser 1998 in seiner historischen Rede in der Frankfurter Paulskirche angeprangert hat. Insbesondere von links erhob sich damals ein Sturm der Empörung. Am Beispiel Neubauers und an zahllosen anderen vor ihr erweist sich diese Empörung ein ums andere Mal als Aufschrei der Ertappten.

Das allein ist auch der Grund, warum die schändlichen Ereignisse auf deutschen Straßen und an Synagogen ein so merkwürdig verhaltenes Echo finden: Es sind nicht die „richtigen“ Täter, weshalb den Ereignissen der zynisch ausgenutzte Gebrauchswert für den politischen Kampf im eigenen Lande abgeht. 

Sich gegen „jede“ Gewalt zu stellen, kommt, so bitter es klingen mag, einem Todesurteil für den Staat Israel gleich. Denn wenn Israel sich heute nicht wehrt, notfalls wie im Moment auch mit Gewalt, ist Israel morgen verschwunden. Niemand, der sich heute scheinmoralisch gegen „jede“ Gewalt ausspricht, soll behaupten, dass er das nicht wisse. 

Historische Legenden

Mit ermüdender Regelmäßigkeit tropft in Gesprächen auch immer wieder der schale Hinweis auf die „Landnahme“ der Juden im Heiligen Land durch, welche am Anfang des jahrzehntelangen Konflikts gestanden habe, womit den Israelis gewissermaßen die „Urschuld“ an allen folgenden Gewaltausbrüchen zugewiesen wird, weil das Land „eigentlich“ den Palästinensern gehöre.

Dieses Scheinargument aber ignoriert die tatsächlich sehr wechselvolle Geschichte der Region in weiten Teilen, mal aus Unkenntnis, mal absichtlich. 

Diese Historie begann mit der Unterwerfung des jüdischen Landes durch die Römer vor zwei Jahrtausenden, hernach war es zunächst Teil des römischen, später des christlich-byzantinischen Reiches. Erst im 7. Jahrhundert von mohammedanischen Eroberern erbeutet, fiel es zur Zeit der Kreuzzüge erneut unter christliche Vorherrschaft. Danach kehrten die muslimischen Araber als Herren zurück, welche später wiederum von den ebenfalls islamischen Osmanen abgelöst wurden. 

Nach dem Ersten Weltkrieg unter britische Mandatshoheit gestellt, machten die Vereinten Nationen 1947/48 den Versuch, das Gebiet zu etwa gleichen Teilen unter Juden und Arabern aufzuteilen, wobei Jerusalem als internationalisierte Stadt neutral bleiben sollte. Hierdurch sollte den konkurrierenden Ansprüchen möglichst gleichermaßen Genüge getan werden. 

Damit hätte die Geschichte des Hin und Her beendet sein können, um Platz zu machen für eine gedeihliche Zukunft des jüdisch-arabischen Neben- und Miteinanders. Doch während die Juden diese Aufteilung tatsächlich zufrieden feierten, antworteten ihre arabischen Nachbarn mit dem ersten Nahost-Krieg. Darauf erst entstanden die später sogenannten „1967er Grenzen“, die einen merklich größeren jüdischen Staat ergaben, als es die UN zunächst vorgesehen hatten. 1967 und 1973 griffen die arabischen Nachbarn Israel erneut an, abermals vergeblich. 

Später gab Israel den größten Teil seiner in diesen Verteidigungskämpfen gemachten Eroberungen, nämlich den gesamten Sinai, friedlich zurück. Dass die israelische Führung die Kontrolle über das Westjordanland niemals völlig aus der Hand geben wird, ist die geostrategische Lehre jener arabischen Angriffskriege. Und dass man in Jerusalem das Treiben im Gaza-Streifen, den man ebenso freiwillig geräumt hat wie den Sinai, mit Argusaugen betrachtet, hat gute Gründe, wie sich heute auf brutalste Weise zeigt. 

Denn noch etwas Grundlegendes fällt ebenfalls viel zu oft unter den Tisch bei den vorgeblich um „Ausgewogenheit“ bemühten deutschen Nahost-Debatten: Während die israelischen Bemühungen stets auf ein wie auch immer geartetes Nebeneinander von Juden und Arabern in der Region ausgerichtet bleiben, wabert selbst heute noch durch praktisch alle palästinensischen oder Palästina-freundlichen Demonstrationen auf der Welt die radikale Forderung, den jüdischen Staat zur Gänze zu vernichten. Bei einer derart unterschiedlichen Zielsetzung beider Lager ist eine „Ausgewogenheit“, die selbst nach einer offenkundigen arabischen Aggression „beide Seiten“ gleichmachend zur „Mäßigung“ aufruft, wie es Maas getan hat, bereits Heuchelei.



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Kommentare

Tom Schroeder am 19.05.21, 18:32 Uhr

Das ist alles nur noch beschämend, der Konflikt wird niemals gelöst, so, dass man sich auf eine Seite schlagen kann oder indifferent bleibt - für die Araber - die sind mir zu unkultiviert - oder die Israelis - da werde ich irgendwann hoffentlich mal Urlaub machen, denn die sind liberal (großenteils) und modern. Die verrückten Muslime, also ausdrücklich die genannten Vollidioten, die Flaggen verbrennen und Israel vernichten wollen, sollte man sofort abschieben - wenn sich kein Heimatland findet, gibt es ja noch die Nordseeinseln mit rauem Klima.

Martin Kratz am 18.05.21, 06:11 Uhr

Es ist falsch, dass der Konflikt von der Hamas ausgegangen ist.

Erst gab es im Rahmen der ethnischen Säuberungen ein Urteil, das Palestinenser aus einem weiteren Viertel Ostjerusalems völkerrechtswidrig verteiben will.

Dann gab es Proteste auf dem Tempelberg, mit Toten nach Einsatz der Israelischen Armee gegen diese Protestierer, die für die Einhaltung des geltenden Völkerrechts protestiert haben.

Und danach gab es die Gewalteskalation. Bei der die Hamas Kupferrohre mit Sprengstoff auf Israel abschießt und Israel mit Hightechbomben mit jeweils 100ten Kilo Sprengstoff reagiert. Man muss sich nur die Todeszahlen ansehen, um zu verstehen, dass das Narrativ: Israel wird bedroht, so nicht stimmt.

In der Vergangenheit hat Israel auch an jüdischen Feiertagen weissen Phosphor - eine geächtete Waffe - die zu schwersten Verbrennungen führt auf Wohngebiete in Gaza abgeschossen. Und wollen wir diese Form der Kriegsführung wirklich unterstützen?

Wenn ich an Israel denke, sehe ich vieles was man den Nazis vorwirft als gänge Praxis, die mit unserem Geld direkt und indirekt unterstützt wird.

Wenn sich Leute heute gegen ethnische Säuberungen wehren, dann sind sie Terroristen. Früher waren das die Aufrechten, die sich den Terrorregimenen entgegengestellt haben. Heute sollen wir die Terrorregime ohne Nachdenken unterstützen.

Sore Fielmann am 17.05.21, 10:24 Uhr

Der Judenhass ist keine Zeiterscheinung. Er ist auch keine Strömung des Zeitgeistes.
Tatsächlich entstand er an mehreren Orten zu unterschiedlichen Zeiten.
Hier ist zu unterscheiden zwischen dem politisch motivierten Judenhas und dem religiös motivierten.
Während der erste seine Wurzeln in dem Buch "Protokolle der Weisen von Zion" hat, das Adolf Hitler für seine antisemitische Propaganda ausgeschlachtet hat, entstand der zweite wesentlich früher.
Es ist unmöglich eine menschenverachtende Ideologie aus der Welt zu schaffen, sobald sie in enem Werk festgeschrieben ist, das immer wieder nachdedruckt werden kann.
Im ersten Fall, lässt sich die schriftliche Verbeitung mehr oder weniger gut kontrollieren.
Im zweiten Fall ist es unmöglich. Ein soganannter "Prophet" hat vor vielen Jahrhunderten den religös motivierten Judenhass in einem Werk begründet, das zu Grundlage einer Religion geworden ist.
Die Büchse der Pandora lässt sich nicht mehr schliessen.
Ein einziges Mittel gegen die religiös motivierte Attacken gegen alles, das nicht islamisch ist, scheint die Isolation der Träger des bösen Gedankenguts in ihren geografischen Heimatregionen zu sein.
Aber da traut sich die Politik nicht dran.

sitra achra am 14.05.21, 18:37 Uhr

Es ist offensichtlich, dass das relativierende Geschwurbel der vereinten Bolschewiken, besonders an Ex-KbWler Steinmeiers Äußerungen zu diesem Konflikt deutlich werdend, dem geplanten Holocaust an den Juden in Israel Vorschub leistet. Geschichte wiederholt sich anscheinend immer wieder, wählt aber andere überraschende Wege.
Wo aber bleibt der Aufstand der "Anständigen", die diesem antisemitischen muslimischen Mob Einhalt gebietet? Wo strömen die Bürger dieses Landes, die scheinbar ihre Demokratie gegen alle Feinde verteidigen, in Massen auf die Straßen und Plätze, aus Solidarität mit Israel Kippa tragend und die israelische Fahne schwenkend?
Das Gegenteil ist leider der Fall. Die Fahne vor dem Hagener Bürgermeisteramt wird auf Aufforderung der Polizei (!) abgehängt, die MSM erfinden eine "Gewaltspirale" und folgen der lügnerischen Argumentation der muslimischen Vernichtungsantisemiten, dass die Juden ihnen ihr Land geraubt hätten und selbst an dem unmenschlichen Raketenüberfall auf einen demokratischen Staat schuld seien. Soviel Verkommenheit und Verlogenheit ist nicht zu ertragen und keinesfalls zu dulden.
Die Reaktion der deutschen Öffentlichkeit einschließlich der Politik und der Medien ist erbärmlich und besorgniserregend.
Vor allem widert mich die dumpfe Passivität meiner Mitmenschen an, denen offenbar nicht bewusst ist, dass nach einem etwaigen Fall Israels genau sie als Nachfolger auf der islamischen Speisekarte stehen.
Sie beherzigen wohl M's herzigen Wahlspruch: "Mir doch egal."
Also wir die Hamas über die EU weiterhin mit "humanitärer Hilfe" gepampert, damit diese die eigentlich für soziale Hilfe gedachten Unterstützungsleistungen, vornehmlich aus dem Iran, aber auch aus muslimischer Spendentätigkeit in D, dazu verwenden, neue noch wirksamere Raketen zu entwickeln.
Und die allseits geschätzte Ikone Greta gibt dazu ihren überirdischen Segen, die marxistischen Grünen und die Edeln... Luisa aus Blankenese im Schlepptau.
Shalom Israel!

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