16.07.2024

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Der Wochenrückblick

Wir sind „gewarnt“

Warum wir die Grenzen unserer Freiheit gar nicht kennen sollen, und was uns mit der Fußball-EM droht

Hans Heckel
23.03.2024

Wenigsten der NDR hat gerade noch die Kurve gekriegt und den Fall „Loretta“ korrekt eingeordnet. Das lief nämlich vorübergehend völlig in die falsche Richtung. Sie haben wahrscheinlich davon gehört, es geht um die 16-jährige Schülerin, die sich aufgrund durchweg legaler TikTok-Inhalte plötzlich zwischen drei Polizeibeamten und dem Schulleiter ihres Gymnasiums in Ribnitz-Damgarten wiederfand, welche sie aus dem Chemie-Unterricht ins Büro eskortierten, um sie politisch in die Mangel zu nehmen. Das war Ende Februar und schlug hohe Wellen, nachdem die „Junge Freiheit“ von der Mutter kontaktiert worden war und die Sache in die Öffentlichkeit getragen hatte.

Die Polizisten hätten zu ihr gesagt, dass das, was man bei ihr im Internet gefunden habe, zwar nichts Strafbares sei. Aber man wolle sie warnen – zu ihrem Schutz und zum Schutz von anderen, denn sie (die Beamten) wüssten ja nicht so, wie sie ticke, vielleicht sei sie ja richtig extrem. Und sie müssten sie als Polizisten darauf hinweisen, dass sie das in Zukunft unterlasse, zu ihrem eigenen Schutz.

Insbesondere, weil der Ort in Mecklenburg-Vorpommern liegt, sind Erinnerungen an die DDR angesichts solcher Vorkommnisse fast unvermeidlich. Da eine Jugendliche mit AfD-Affinität aber unmöglich als Opfer von politischer Repression dastehen durfte, drehte der NDR die Geschichte ganz geschickt um und titelte: „Hetzkampagne gegen Gymnasium in Ribnitz-Damgarten“. Die Schule sei „offenbar Ziel von Drohanrufen und Schmäh-E-Mails“. Auslöser sei „eine Kampagne rechtspopulistischer Medien und von AfD-Politikern, die der Schulleitung und dem Schulleiter Stasi-Methoden vorwerfen“.

So sind Opfer- und Täter-Rolle wieder ordentlich verteilt. Überhaupt, wie kann man hier von Stasi reden? Die Polizei warnt vor der Ausübung der Meinungsfreiheit, na und? Kommt doch in jeder ordentlichen Demokratie vor! Wofür, wenn nicht für solche „Warnungen“, sind die Menschen denn 1989 in der DDR auf die Straße gegangen? „Liebe Staatsmacht: Warne uns, zu unserem eigenen Schutz! Wir sind das Volk!“

Oder trügt mich mein Gedächtnis? Manch andere erinnern sich anders an die Friedliche Revolution und ziehen angesichts solcher Vorkommnisse wie in der Schule eher düstere Vergleiche mit dem SED-Staat. Von einem „sanften Totalitarismus“ ist dort die Rede, wobei die Betonung natürlich auf „sanft“ liegt, denn die Polizeibeamten sollen sehr freundlich gesprochen haben, sagt sogar„Loretta“. Die Botschaft ist dennoch recht deutlich: Ab jetzt weiß jeder deutsche Schüler, wie weit sein Recht auf freie Meinung geht, bis die Polizei kommt. Richtig?

Falsch: Es ist viel besser! Da die Vorwürfe rechtlich gegenstandslos sind, weiß keiner mehr genau, was er noch darf, ohne dass es Folgen hat. Das muss es sein, das „Sanfte“: Aus einer diffusen Furcht hält sich jeder selbst an der Leine, ohne dass eine grobschlächtige Staatsmacht rabiat durchgreifen muss wie im 20. Jahrhundert.

Das Diffuse klingt dann so: Vor „verbalen und mentalen Grenzverschiebungen“, „Denk- und Sprachmustern“, die sich „nicht in unsere Sprache einnisten“ dürfen, warnt Nancy Faesers Verfassungsschutzchef Thomas Haldenwang. All das ist dermaßen schwammig, ebenso wie die „Delegitimierung des Staates“ oder dessen „Verhöhnung“, dass man so ziemlich alles darunter verstehen kann. Oder auch nichts: Im Internetauftritt besagter Schülerin, so wird spitz erwähnt, sei man überdies auf einen Antifa-feindlichen Zahlencode gestoßen. Was sie offenbar zusätzlich verdächtig macht. „Feuer und Flamme für diesen Staat!“ skandierte in Hamburg einst der „schwarze Block“ unter den Bannern der Antifa, was keineswegs staatsfreundlich gemeint war. Heute ziehen die Vertreter jenes Staates die Augenbrauen hoch, wenn eine 16-Jährige mit dieser Antifa nichts anfangen kann. Welch fortschrittliches Land wir doch geworden sind!

Der organisierte Erstickungstod
Ebenfalls verdächtig gemacht hat sich die Jugendliche von Anfang an mit der Behauptung, Deutschland sei nicht nur ein Ort, sondern Heimat. Da ist er wieder, der „Patriotismus“.In der Angelegenheit werden wir in diesem Jahr sehr wachsam sein müssen, denn mit der Fußball-EM in Deutschland rollt ein außerordentlich heikles Ereignis auf uns zu. Wer sieht nicht noch die Fahnenmeere vor sich, die Deutschland anlässlich der WM 2006 in Schwarz-Rot-Gold tauchten?

Vor der WM damals hatten Anti-Rassismus-Organisationen ausländische Gäste mit dunkler Hautfarbe eindringlich vor den Deutschen gewarnt. Sie sollten sich „keinen Experimenten aussetzen“ und seien möglicherweise sogar an Leib und Leben bedroht, falls sie nach Deutschland kämen zum Fußballfest. Die Warnung vor dem Rassismus der Deutschen wurde in alle Welt kommuniziert.

Hat nichts genützt, sie kamen in Scharen, „experimentierten“ auf Teufel komm raus – und waren begeistert von Deutschland, den Deutschen und dem herrlichen Fußballfest in Schwarz-Rot-Gold. Zwei Angolaner, mit denen der Verfasser dieser Zeilen damals feierte, fanden das alles einfach „großartig“.

Mit anderen Worten: Es ging alles schief. Man erwartete, dass sich die Deutschen so richtig mies zeigen, und dann das! Claudia Roth hatte das selbst 2018 nicht vergessen, als sie die Deutschen wegen der damals laufenden WM in Russland zu „mehr Zurückhaltung“ ermahnte mit der „nationalen Selbstbeweihräucherung“. Ihr steckte 2006 immer noch in den Knochen.

2024 sind wir aber vorbereitet: Es werden „Meldestellen“ eingerichtet, wo Fälle von Diskriminierung angezeigt werden können, Motto: Es muss doch was zu finden sein! Bei der Auswahl von Helfern für die EM sollen „Diversität und Inklusion“ gefördert werden. Eingestellte Mitarbeiter müssen nach den Vorgaben der UEFA „Vielfalt und Integration befürworten“. Sie werden, mit anderen Worten, einer ideologischen Vorprüfung unterzogen. Selbstverständlich wird auch auf Unisex-Toiletten, Rauchverbot, striktes Wassersparen sowie veganes und vegetarisches Essen in allen Stadien geachtet.

Mit solch einem umfassenden Bündel an einschnürenden Maßnahmen dürften die Chancen für ein ödes, ideologisch überladenes, mit lauter politisch linken Lieblingsthemen und Regeln über Regeln vollgestopftes „Event“ sehr hoch stehen. „Ich freue mich sehr, dass wir entlang dieser Werte eine nachhaltige EURO 2024 ausrichten werden“, zeigt sich Innenministerin Faeser denn auch zuversichtlich.

Eine „nachhaltige EURO entlang dieser Werte“ – es klingt wie der durchgeplante, präventiv organisierte Erstickungstod eines erneuten Sommermärchens. Aber warten wir's ab. Wie wir sehen konnten, kam das Sommermärchen 2006 ja ziemlich unerwartet. Die Deutschen sind manchmal unberechenbar und haben es schon einmal vermocht, die antideutschen Aufpasser einfach wegzufeiern mit ihrer patriotischen Gastfreundschaft. Seien wir also „gewarnt“.


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Kommentare

Kersti Wolnow am 27.03.24, 09:50 Uhr

Es hat keinen Zweck, gegen dieses System azukämpfen, denn es wird von Irren geführt. Man kann nur den Hilfskräften raten, rechtzeitig auszusteigen, um seine Seele zu retten. Ich tat es 2x, zuletzt 2005. Alle Schreiberlinge, Lehrer, Polizisten und Richter sollten kurz in sich gehen und sich überlegen, wem sie dienen und ob es sich lohnt, Verrückten zu helfen. Sportwettkämpfe jeder Art interssieren mich nicht, seit die bRD nur noch ein Wirtschaftsstandort ist. Die Mannschaften können wie im alten Rom verschiedene Trikots tragen, dann ist das für den Zuschauer wie ein Lottospiel.Wer degradiert sich noch selbst und schaut sich den Zirkus an?

Valentina Selge am 25.03.24, 20:04 Uhr

Wieder ein gute Artikel, es hat keinen Zweck mehr, es ist Zeit zu gehen. Beste Grüße an den langhaarigen alten Mann im Hamburger Computerreparaturshop, der sagte, er wisse das eine Diktatur komme. Die Dauerkiffer der APO-Generstion haben nun ihr Ziel erreicht. Aber sie bekommen keinen Platz im Pflegeheim und niemand wird in der Lage sein, die alten Dauerkiffer zu pflegen. Es ist Zeit, das Bündel zu schnallen und zu gehen. Die Pflegeheime gehen in Insolvenz und die noch verbliebenen Pflegekräfte packen ihre Kinder ein und gehen, wenn sie Verstand haben. Im Ausland bekommen langhaarige alte Dauerkiffer keinen Platz im Pflegeheim.

Ulrich Bohl am 23.03.24, 14:17 Uhr

Nach dem Lesen aller Verbote und Maßregelungen die im
Artikel beschrieben werden, steht mein Entschluß fest sich, weder ein Spiel direkt oder im Fernsehen anzusehen.
In Irrland oder auch der geschlossenen Anstalt die sich
noch Deutschland nennt, hat der Wahnsinn ein Zuhause
gefunden.

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