23.10.2021

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Nun also auch die Union: Nach den Sozialdemokraten verlor die CDU (im Bild die Stellungnahme von Kanzlerkandidat Armin Laschet am Wahlabend) den Status einer Volkspartei
Foto: action pressNun also auch die Union: Nach den Sozialdemokraten verlor die CDU (im Bild die Stellungnahme von Kanzlerkandidat Armin Laschet am Wahlabend) den Status einer Volkspartei

Wahlnachlese

Absturz einer Volkspartei

Jahrzehntelang war die CDU die prägende politische Kraft der Bundesrepublik. Nach Jahren der inhaltlichen Entkernung ist sie mit dem Ergebnis der Bundestagswahl auf Normalmaß geschrumpft. Ob die Partei sich wieder erholen kann, hängt davon ab, wie schnell sie die Ära Merkel hinter sich lässt

Hans Heckel
27.09.2021

Nach der verheerenden Wahlniederlage am gestrigen Sonntag läuten die ersten Kommentatoren der CDU/CSU bereits das Totenglöckchen. Die Union sei „im Eimer“, fasst „Welt“-Chef Ulf Poschardt das Ergebnis der Bundestagwahl vom 26. September 2021 zusammen. Doch ob es das wirklich schon war für die Partei, die jahrzehntelang wie keine andere diese Republik dominierte, kann derzeit noch nicht beantwortet werden.

Eines aber steht seit gestern fest: Mit der Union hat die letzte Volkspartei die Bühne verlassen. Die Sozialdemokraten sollen sich nicht einbinden, mit ihrem überraschend guten Ergebnis in den Rang einer solchen Großpartei zurückgekehrt zu sein. Zu offenkundig resultierte ihr Erfolg aus der exorbitanten Schwäche der Konkurrenz, die den SPD-Kanzlerkandidaten Scholz vergleichsweise glänzend aussehen ließ. Doch solche Triumphe sind flüchtig und dürfen nicht verwechselt werden mit den einst starken und festen Wählersockeln der verflossenen Volksparteien.

In der CDU herrscht nun völlige Verwirrung. Wer soll die Partei aus dieser tiefsten Krise ihrer Geschichte hinausführen? Es ist keine Persönlichkeit in Sicht, die den Rückhalt und die Statur zu haben scheint, um sich an die Spitze zu setzen und die Partei rundzuerneuern.

Und sollte sich eine solche Persönlichkeit dennoch auftun und durchsetzen können, folgt die Frage: Wohin soll sie die Union denn führen? Merkel hat die inhaltliche Auszehrung der Union derart gründlich vollzogen, dass da außer ein paar Resten nicht viel überlebt hat. Wenn auch die Union vielleicht noch nicht vollständig „im Eimer“ sein sollte, ihr politischer Kompass ist es in jedem Falle.

Das haben auch die Wahlbürger erkannt: Laut einer am Wahlabend von der ARD veröffentlichten Befragung trauen nur noch 32 Prozent der Deutschen der Wirtschaftskompetenz der Union, satte 25 Prozentpunkte weniger als noch vor vier Jahren.
Wirtschaft, das war neben Sicherheit und Finanzen einmal eine Kernkompetenz von CDU und CSU. Indem er den Grünen aber beim Thema „Klimaschutz“ hinterherhechelte, statt Fragen wie die Kosten der Energiewende, die drohende Entindustrialisierung und die Folgen für Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit in den Mittelpunkt zu stellen, hat Kanzlerkandidat Laschet diese einstige Kernkompetenz eigenhändig demontiert.

Und jetzt?

Soll die Rettung der Union gelingen, muss die innerparteiliche Wende radikal sein. Nur eine gründliche Abrechnung mit der Ära Merkel und ihrer Vergrünung und Linkswendung der Union kann den Treibsand, in dem die Union zu versinken droht, wieder in festen Grund verwandeln.

Das erfordert Mut und die Fähigkeit zu schmerzhafter Selbstkritik. Denn bekanntlich sind ein Großteil der Basis und nahezu die gesamte Funktionärsschicht der Union der bisherigen Kanzlerin in die grünlinke Verirrung willig gefolgt. Sie gewann schließlich Wahlen, sicherte die Macht.

Dafür ging man jeden Winkelzug mit. Beispiel Einwanderung und Asyl: Die gleichen Positionen, die Angela Merkel auf dem Leipziger CDU-Parteitag 2003 noch selbst vertreten hat, beschimpfte die Union im Jahre 2015 lauthals als „Hass und Hetze“ der AfD.

Es gäbe also viel zu überdenken und zu bekennen bei CDU und CSU. Und auch zu korrigieren. Will die Union überleben, wird ihr dieses Stahlbad aber nicht erspart bleiben. Sonst wartet der „Eimer“.

 



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Kommentare

Annegret Kümpel am 30.09.21, 18:09 Uhr

Wie wär`s mal mit einer Koalition CDU, FDP und AfD? Warum zieht das niemand in Erwägung? CDU und FDP wären fein raus.

Robert Richter am 30.09.21, 16:48 Uhr

Den Absturz hat die CDU Merkel zu verdanken.
Warum? Zur Ära Kohl, also vor Merkel lag die CDU bei über 40 % Stimmanteil!

Heute, nach der Bundestagswahl 2021, bzw. nach der 16 jährigen Ära Merkel, hat die CDU nur noch 24 % der Stimmen!

Da Merkel eine Linke Politik, diametral zum CDU Parteiprogramm gemacht hat und die Partei das auch so lange zugelassen hat, kann Merkel zu Recht als Sargnagel der CDU bezeichnet werden!

s. Braun am 28.09.21, 11:41 Uhr

Die CDU muß sich endlich von ihrer "Altherrenriege" und ihrer "Grauen Eminenz" trennen. Die Abrißbirn:in hat sich ja selbst gekonnt aus der Affaire gemogelt und den unübersehbaren Trümmerhaufen inclusive des großen weißen Elephanten anderen überlassen.

Bernd Wegter am 28.09.21, 07:54 Uhr

Immer dieses Gerede von Volksparteien.
Die Parteien sind inzwischen Unternehmen. Es geht um Macht, Geld und Einfluss. Gehandelt wird, wenn diese drei Positionen in Gefahr kommen könnten.
Eine Reihe von Menschen verbringen ihr ganzes Berufsleben in diesen Unternehmen, haben nie etwas außerhalb dieser Strukturen gesehen, wollen dann aber Volkspartei genannt werden.
Nach der letzten Bundestagswahl sind die Stimmenanteile gesunken und damit die Einnahmen, was hat man gemacht, natürlich die Parteienfinanzierung erhöht.
Ähnlich einem Unternehmen, dass die Preise erhöht um die Einnahmen stabil zu halten.

Katrin Kruse am 27.09.21, 11:32 Uhr

Und wieder muß man über 20 völlig überflüssige Abgeordnete (und deren Angestellte) mehr durchfüttern. Das ist ärgerlich.

Man hatte die Wahl zwischen Pest, Cholera und Syphilis. Überflüssig, seine Lebenszeit damit zu vergeuden.

Siegfried Hermann am 27.09.21, 10:51 Uhr

Wahlen???? Tztztz. Tucholsky.
Ok. Seht das mal positiv.
Diese unsägliche Türken-Armina, die noch nicht mal bei Kita-Kinder bestehen kann, ist raus. Klasse.
Dafür den hochkriminellen korrupten Warburg-GS-Beelzebub Olli. Jetzt kann man sich trefflich streiten, wer weniger Schaden produzieren wird.
Immerhin Mutti in Kur. Kobold-Lena im Schwagerschaftsurlaub. Und der Schweinemelker hats auch verpennt.
Und was ist das für ein Wahlgesetz, das Kommunisten Naturschutz garantiert, auch wenn die 5% Latte gerissen wurde.
Und Korrupt-Pankheulboje L. wird eher noch mehr Schaden anrichten als der KF von der Spardose.
Also alles wie gehabt und nach K. Schwabs Drehbuch.

Wir wollen aber nicht vor den abend loben, gelle!? Und der wird kommen wie der Dieb in der Nacht!
Thema durch.
Amen.

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