13.06.2024

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Operation „Gomorrha“

Als sich die Royal Air Force zum Weltenrichter aufspielte

Vor 80 Jahren flog die Royal Air Force gegen Hamburg die bis dahin schwersten Angriffe in der Geschichte des Luftkrieges und entfachte einen Feuersturm

Björn Schumacher
18.07.2023

Hundert Jahre lang galt der sogenannte Große Brand vom Mai 1842 als schlimmste Katastrophe der Hamburger Geschichte. Er verwüstete mehr als ein Viertel des Stadtgebiets. 51 Menschen kamen ums Leben, zirka 20.000 wurden obdachlos. Durch wirre Brandstiftungsgerüchte kam es zu Angriffen auf willkürlich beschuldigte „Einheimische und Fremde, namentlich Engländer“, wie es damals hieß.

Ende Juli 1943 waren es erneut – und dieses Mal nachweislich – „Engländer“, das heißt Befehlshaber und Besatzungen britischer Luftkriegsstaffeln, die eine Feuersbrunst in der Hansestadt erzeugten. Unter dem Codenamen Operation „Gomorrha“ flogen sie die kompakteste Serie nächtlicher Flächenangriffe, die eine deutsche Stadt im Zweiten Weltkrieg erleiden musste.

Angelehnt an die Vernichtung der sündigen Städte Sodom und Gomorrha wollte der britische Luftkriegsstab in angemaßter Richterfunktion möglichst viele Zivilisten töten. Damit verband sich biblisches Kollektivschulddenken, denn natürlich musste ihm bewusst sein, dass die wenigsten Hamburger NSDAP-Aktivisten, geschweige denn NS-Verbrecher waren. Gleichwohl lebt das Gomorrha-Narrativ in der Evangelischen Kirche in Deutschland fort. Auf einer Bronzetafel an der zerstörten Berliner Gedächtniskirche liest der verblüffte Besucher: „Der Turm der Kirche soll an das Gericht Gottes erinnern, das in den Jahren des Krieges über unser Volk hereinbrach.“

Schon im Mai 1942 sollten über tausend Bomber der Royal Air Force (RAF) die Elbmetropole angreifen. Wegen ungünstiger Wetterbedingungen attackierten sie stattdessen Köln und töteten dort 469 Personen. Die ungleich dramatischere Aktion „Gomorrha“ folgte den Feuersturmangriffen auf Wuppertal-Barmen (29./30. Mai 1943: 3380 Tote), Wuppertal-Elberfeld (24./25. Juni 1943: 1800 Tote) und wiederum Köln (28./29. Juni 1943: 4377 Tote).

8500 Tonnen Bomben
Hamburgs Schicksalswoche begann in der Nacht des 24. auf den 25. Juli 1943 und endete am 3. August 1943. Bei sieben Flächenbombardements warfen 2592 britische und 146 US-Flugzeuge fast 8500 Tonnen Bomben ab. Zuerst fegten Sprengbomben ganze Hausdächer hinweg. In die „geknackten“ Häuser ließ man Brand- und Phosphorbomben regnen. Zuletzt schlugen Splitter- und Zeitzünderbomben in den Straßen ein, welche die anrückende Feuerwehr behinderten. Bereits in den 1930er Jahren hatten die Briten die Brennbarkeit von Städten gründlich analysiert und ihre Bombenmixtur dann schrittweise optimiert.

In Hamburg warfen die Briten erstmals auch Staniolstreifen ab. Die Radartechnik der deutschen Flugabwehr störte das empfindlich, effektive Flugzeugortungen waren kaum möglich. Zuerst schlug der Bombenhammer in den westlichen Stadtteilen Altona und Eimsbüttel zu. Der als „Feuersturmangriff“ berüchtigte Albtraum vom 27. und 28. Juli 1943 traf die Mitte und den Osten Hamburgs. Als Markierungspunkt diente der Bomberflotte der 147 Meter hohe Kirchturm der Hauptkirche St. Nikolai. Verwüstet wurden gutbürgerliche Wohngegenden in Billbrook, Borgfelde, Hohenfelde und Hamm sowie die dichten Arbeiterviertel von Hammerbrook und Rothenburgsort.

Bis zu 41.500 Menschen verbrannten oder erstickten im „Gomorrha“ des 20. Jahrhunderts, allein 35.000 in der Feuersturmnacht. Damit liegt Hamburg auf dem ersten oder zweiten Platz der deutschen Opferstatistik. Dass im Dresdner Flüchtlingschaos des 13. bis 15. Februar 1945 viel mehr Zivilisten starben, ist nicht unwahrscheinlich. Beide Städte gingen wie Pforzheim (23. Februar 1945, 17.600 Tote) oder Swinemünde (12. März 1945, bis zu 23.000 Tote) im „Höllenfeuer aus Menschenhand“ (Dresden, Gedenkwand Heidefriedhof) unter. Der „nächtliche Massenmord an der Zivilbevölkerung“ (Golo Mann) erreichte seinen Höhepunkt.

Zeitzeuge und Großverleger Gerd Bucerius („Stern“, „Die Zeit“) legte 1993 ein skurriles Bekenntnis ab: „Ich stand an den drei Angriffstagen auf dem Dach meines Häuschens in der Hamburger Vorstadt. Oben flogen die englischen Bomber. Endlich, rief ich immer wieder, endlich! Zu lange hatten mir die Alliierten gewartet, den Weltfeind Hitler niederzukämpfen ... Endlich kamen sie, die Engländer! Und dann mußte ich bei Alarmende durch Straßen mit halbverbrannten Toten − zu sehen, ob mein Anwaltsbüro erhalten war. Was habe ich damals gedacht: Grauen und Mitleid, natürlich. Aber auch: Ihr − die Toten − habt es so gewollt.“

Erschüttert über Bucerius' Kollektivschuld-Tirade schrieb der langjährige PAZ-Autor Hans-Joachim von Leesen, der als Schüler beim Unternehmen „Gomorrha“ nahe Angehörige verlor: „Es fällt schwer, in solchen Äußerungen auch nur Ansätze von Menschlichkeit zu erkennen. Und so bleibt denn auch für die Zukunft kein Optimismus. Wer offen propagiert, auch im Krieg heilige der Zweck die Mittel, der wird letztlich solche Mittel auch anwenden, ob sie nun in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht stehen oder nicht.“

„Vergleichsweise humane Methode“
Arthur Harris, Oberbefehlshaber des RAF-Bomberkommandos, hängte sich 1947 ein philanthropes Mäntelchen um: „Trotz allem, was in Hamburg geschah, erwies sich das Flächenbombardement als vergleichsweise humane Methode.“ Authentischer klang er 1942 gegenüber Luftfahrtminister Archibald Sinclair: „Ergänzend zur Feuerhölle wollen wir das Mauerwerk auf den Scheißdeutschen [boche] krachen lassen, den Scheißdeutschen töten und terrorisieren.“ Rassistische Tendenzen hatte Harris schon 1922/23 auf Militärbasen britischer Kolonien offenbart: „Araber und Kurden lernen nun, dass innerhalb von 45 Minuten ein ganzes Dorf ausgelöscht und ein Drittel der Bewohner getötet oder verwundet werden kann.“

Das entscheidende Stichwort liefert jedoch von Leesen. Es heißt Völkerrecht und zielt auf die während beider Weltkriege geltende Haager Landkriegsordnung (HLKO) von 1907. Wichtige Verbotsnormen sind die Artikel 23 b und g, 25 und 27 HLKO. Artikel 25 lautet: „Es ist untersagt, unverteidigte Städte, Dörfer, Wohnstätten oder Gebäude, mit welchen Mitteln es auch sei, anzugreifen oder zu beschießen.“ Im französischen Originaltext heißt beschießen „bombarder“.

Haager Landkriegsordnung von 1907
Was bedeutet hier das Merkmal „unverteidigt“? Zwar beschossen Jagdflieger und Flaksoldaten die großen alliierten Bomberflotten, ihr militärisches Potential war aber begrenzt und tendierte am Ende des Krieges gegen null. „Der Bomber wird immer durchkommen“, schwelgte Premierminister Stanley Baldwin schon 1932 im britischen Unterhaus. Waren Städte wie Hamburg also in einem vernünftigen Wortsinn „verteidigt“, als die Angreifer ihre todbringende Fracht abwarfen und Feuerstürme entfachten?

Die Lösung rückt näher durch die Entstehungsgeschichte des Artikels 25 HLKO. Tatsächlich bezogen sich die Rechtsbegriffe verteidigte/unverteidigte Stadt auf taktische Militäreinsätze an der Front und ihren Rückzugs- und Nachschubbereich. Den strategischen Luftkrieg im feindlichen Hinterland hätte man sinnvoller durch andere Begriffspaare regeln können. Im Wortlaut der HLKO fand das aber keinen Niederschlag, weil die Haager Vertragsstaaten die Stadtvernichtungsangriffe ab 1942 kaum vorhersehen konnten.

Wir stoßen hier auf eine Regelungslücke beziehungsweise „planwidrige Unvollständigkeit“, die sich aber mit juristischer Auslegungskunst schließen lässt. Zentraler Sinn und Zweck der HLKO war der Zivilschutz. Die Abgesandten der Vertragsstaaten haben nicht jahrelang um Formulierungen gerungen, um „Gomorrha“-Aktivisten die Tötung von 40.000 Zivilisten zu gestatten. Die guten Haager Absichten folgerichtig zu Ende gedacht, muss man das Gegensatzpaar verteidigte/unverteidigte Stadt bei Hinterland-Bombardements durch militärisches/nichtmilitärisches Ziel ersetzen. Unterschiedslose Luftschläge der Vertragsstaaten – darunter Deutschland, das Vereinigte Königreich und die USA − verstießen daher gegen Artikel 25 HLKO.

Planungen schon vor 1933
Das offensichtliche Ignorieren dieser Rechtslage hat einen simplen Grund. Kein kriegführender Staat wollte auf die Area-Bombing-Option verzichten, erst recht nicht Großbritannien, wo deutsche Zeppelinangriffe im Ersten Weltkrieg Schockwellen ausgelöst hatten. Der damalige „Munitionsminister“ Winston Churchill plante einen Tausend-Bomber-Angriff auf Berlin, dessen Vorbereitungen wegen des Waffenstillstands Ende 1918 zunächst gestoppt wurden. 1925 beschwor der selbsternannte „Soldier of Christ“ ein gewaltiges Armageddon: „Der Tod steht in Bereitschaft, die Menschen in Massen hinweg zu mähen, bereit, wenn man ihn ruft, die Zivilisation ohne Hoffnung auf Wiederaufbau zu Staub zu zerstampfen. Vielleicht wird es sich das nächste Mal darum handeln, Frauen und Kinder oder die Zivilbevölkerung überhaupt zu töten.“

Der Rest ist schnell erzählt. RAF-Stabschef Hugh Trenchard rechtfertigte den totalen Luftkrieg mit einer „Verzahnung der Wirtschaft in Industriestaaten“, die keine Unterscheidung ziviler und militärischer Ziele mehr zulasse (Trenchard-Doktrin, 1928). Dazu gesellte sich die von Churchill aufgegriffene „Morale Bombing“-These, Stadtvernichtungsangriffe könnten den Feind kriegsentscheidend demoralisieren. Die Briten organisierten 1936 ein strategisches Bomberkommando, „dessen Daseinsberechtigung allein darin lag, Deutschland zu bombardieren, wenn es unser Feind sein sollte“, so James M. Spaight, britischer Völkerrechtler und Staatssekretär 1944.

Am 10. Mai 1940 übernahm Churchill das Amt des britischen Premierministers von Appeasement-Politiker Neville Chamberlain – und veranlasste die sofortige Ausweitung des strategischen Luftkriegs bis hin zur Area Bombing Directive vom 14. Februar 1942. Der 1940 zum Chef des Luftstabs (CAS) und damit zum Oberbefehlshaber der Luftstreitkräfte des Vereinigten Königreichs ernannte Charles Portal rannte bei Harris offene Türen ein: „Hauptziel Ihrer Operationen ist die Durchhaltemoral der feindlichen Zivilbevölkerung und vor allem der Industriearbeiter ... Ich nehme an, es ist klar, dass die Zielpunkte die Wohngebiete sein sollen und nicht Werften oder Flugzeugfabriken. Das muss ganz deutlich gemacht werden, falls es noch nicht verstanden worden ist.“

Dieses Ziel wurde glatt verfehlt. Wie bei deutschen Luftschlägen der Battle of England blieb auch bei alliierten Flächenangriffen der Demoralisierungseffekt gering. Die kriegsgeplagten Gesellschaften beider Länder rückten enger zusammen. Das Deutsche Reich kollabierte im Zangengriff der Fronten in Ost und West. Maßgebenden Anteil daran hatten Präzisionsschläge der US-Luftstreitkräfte gegen Militäreinrichtungen, Verkehrswege, Tanks und Raffinerien.


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Kommentare

Chr. Kühn am 28.07.23, 12:51 Uhr

Heute vor 80 Jahren wollte in Hamburg die Sonne nicht aufgehen. Asche und Rauch türmten sich kilometerhoch, und die ausgebrannten Häuserfassaden reihten sich in Hamburgs Osten kilometerweit.

Man zitiert ja gerne die Bombardierung Coventry im November 1940 als die Ursünde, den menschenverachtenden Skandal der Deutschen und ihrer Bomben.

Nun, wenn man sich die Vorher-Nachher-Bilder von Coventry und IRGENDEINER v. a. ab 1944 von den Briten bombardierten deutschen (oder auch europäischen) Stadt ausschaut, wird man feststellen, wie wenig zerstört Coventry doch aussieht...während auf der Gegenseite zumindest in den anvisierten und hart getroffenen Stadtzentren kein Stein mehr auf dem anderen steht, ganze Stadtviertel quadratkilometerweise auf Erdgleiche gebracht worden waren.

Und je länger das ging, desto weniger mußten die Briten (und die Amerikaner) sich "anstrengen". Die Arbeitsteilung Finden, Markieren, Abbrennen, die von Einsatz zu Einsatz leichter von der Hand ging und gegen Ende kaum noch mit einem Risiko verbunden war, erzeugte mit der im Artikel beschriebenen Zielsetzung und "Werten" von Personen wie Churchill, Portal, Harris, Zuckerman u. a. Trümmerwüsten, für die es keinen Vergleich gibt. Daß Rom sich zur offenen Stadt erklärte, um ein solches Schicksal zu vermeiden, wurde von den Briten in ihrer Arroganz und Weltenrichter-Rolle abgelehnt; die Amerikaner gingen hier zum Glück "mäßigend" dazwischen.

Jörg Friedrich hat in seinen beiden Büchern zum Thema alles Notwendige gesagt. Es gibt ein Davor und ein Danach für fast jede deutsche Großstadt. Jede davon kann einen schwarzen Tag in ihrer Geschichte benennen, Daten, die ab dem Sommer 1944 teilweise im Tagestakt vorkamen. Die heutigen Städte haben oft genug nur den Namen und die Stelle gemeinsam mit der Stadt davor. Und manchmal nicht einmal mehr das.

Welche 80. Jahrestage werden 2023 folgen? Z. B. Mannheim im September, Anklam, Hannover, Münster oder Kassel im Oktober, Leipzig im Dezember.

In der heutigen Zeitung unter der Rubrik "Was geschah an diesem Tag"...nichts davon. Darum ein Lob und ein großes Dankeschön an die PAZ, daß es zumindest hier dokumentiert wurde.

Und wieder einmal kommt mir in den Sinn, was mir bei einer Zufallsbegegnung im Pfälzer Wald ein hochbetagter Herr und damals Soldat einmal sagte: "Junger Mann, im letzten Jahrhundert gab es zwei Konstanten: Alles, was Deutschland gemacht hat, hatte Hand und Fuß, im Guten wie im Schlechten. Und überall, wo Krieg und Chaos herrschte, hatten die Engländer ihre Finger im Spiel."

Josef von Ackeren am 28.07.23, 06:51 Uhr

Krieg ist immer schrecklich, menschenverachtend! Alle, die solche Kriege planen und führen sind es. Doch wer hat diese Schuld im WK II auf sich geladen? Hitler auf jeden Fall, aus welchen Gründen auch immer. Doch er mit seinen Nazi-Schergen war nicht allein mit dem Morden und Mordbefehlen. Gezielt deutsche Städte in Schutt und Asche zu legen und dabei gezielt tatsächlich unschuldige Zivilbevölkerung auszulöschen war auch Massenmorden - durch die, die sich heute als die ewig "Guten" hinstellen - die Engländer und Amerikaner. Und vergessen wir nicht die Rote Armee in Ostpreußen, Schlesien, Pommern, Brandenburg. Es waren keine Kriegshandlungen, was sie an Millionen unschuldiger Frauen, Mädchen und alten Damen brutalst angerichtet haben. Wer es nicht weiß - einfach mal "Wolfsmädchen" lesen. All das sollte man in der Rückschau betrachten, nicht nur die furchtbare Belagerung Leningrads durch die Wehrmacht mit einer riesigen Anzahl von Toten. Man sollte sich in der Rückschau klarmachen, dass der 2. Weltkrieg, dass alle Kriege davor und vor allem auch danach, den Menschen beider Seite als Bestie zeigen. Und wir sollten endlich daraus lernen, dass Krieg als Mittel der Politik, z.B. zum Ausbau der eigenen Hegemoniestellung wie jetzt beim Stellvertreterkrieg in der Ukraine, das Menschenverachtendste ist, was man sich vorstellen kann. Am besten mal die verantwortlichen Unmenschen zu einem mehrstündigen Besuch auf einem Soldatenfriedhof verpflichten mit dem Auftrag, den Altersdurchschnitt der Begrabenen zu errechen. Hofreiter, Baerbock, Scholz, Röttgen ... übernehmen Sie!

Michael Holz am 20.07.23, 17:49 Uhr

Das Handeln der Anglo-Amerikaner beweist, dass sie nichts anderes als mörderische Halunken waren. Sie haben immer behauptet, die Luftwaffe hätte gezielt die britische Zivilbevölkerung angegriffen (Coventry). Das war eine Lüge! Die Luftwaffe hat gezielt militärische Einrichtungen angegriffen. Das es im Krieg sogenannte Nebenschäden gibt, ist unvermeidlich.
Es stellt sich nur die Frage: Haben sich "die Engländer" gebessert und sind nun menschlicher geworden? Ich glaube es nicht, wenn man die gegenwärtige Beteiligung in der Ukraine sieht.

Ralf Pöhling am 18.07.23, 14:56 Uhr

Massenbombardements sind niemals richtig. Man trifft zu viele Unschuldige dabei. Und zwar unabhängig davon, wer da gegen wen warum kämpft. Kriege gehen immer von einigen wenigen Kriegstreibern aus und alle anderen müssen darunter leiden. Das geht auch anders. Ich bin ein großer Anhänger des präzisen Blitzschlages. Schwärme kann man sehr schnell zerstreuen, indem man deren Leittiere ausschaltet. Dies gilt insbesondere in der globalisierten Welt von heute, wo der Feind nicht mehr unbedingt lokal in seinen eigenen Grenzen eingepfercht auf der Lauer liegt, sondern sich dynamisch über die ganze Welt bewegt und sich deshalb nicht selten schon im eigenen Territorium breitgemacht hat. Wer würde bei einer solchen Ausgangslage im Krisenfall dann sein eigenes Land bombardieren wollen? Nur ein Dummkopf. Es braucht zwingend Präzision, keinen flächendeckenden Kahlschlag mehr. Was damals schon nicht richtig war, ist es heute umso weniger.

Hi Hi am 18.07.23, 12:07 Uhr

Der Angriff der amerikanischen RAF hat aber nichts gebracht, die junge Demokratie wurde von "Hitler's children" wie Jilian Becker sie nennt bald darauf angegriffen. Die deutsche RAF-Generation hat amerikanische Besatzungsmächte mit Attentaten angegriffen und das eigene Volk, bis heute lungern die in der Politik und allen Institutionen herum und haben ihre Wurzeln in Hamburg. Demokratie ist für einige der Nachkriegsgeneration immer noch eine Gesellschaftsform, die sie nicht ausüben wollen. Stattdessen entsteht gerade das Land der Rechtlosen, Anomien.
Scheinbar sind die international vernetzt und die Digitalisierungsindustrie will mit diesen alten Sozialismusanhängern die Welt zu Orwell 1984 zwingen. Denn die Unregelmäßigkeiten bei Wahlen sind allerorts zu beobachten, zuletzt markant in Österreich. Es werden gezielt Politiker in die Ämter geschoben. Der eine hat sich als Wahlsieger ausgerufen, dann war es plötzlich der andere, wer denn nun?

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