17.04.2024

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Königsberg: Tafel an der Synagoge
Foto: J.T.Königsberg: Tafel an der Synagoge

Königsberg

Auf den Spuren des Philosophen Immanuel Kant

Der „philosophische Weg“ wurde eingerichtet – Kants täglicher Spaziergang führte auf den Kneiphof und zum Friedrichsburger Tor

Jewgenij Tschernyschew
22.03.2024

Im April wird der 300. Geburtstag Immanuel Kants begangen. Anlässlich dieses runden Jubiläums werden in Königsberg zahlreiche kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen vorbereitet, Ausstellungen aktualisiert sowie Orte, die mit dem Namen des Philosophen und seinem Leben verbunden sind, hergerichtet.

Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltungen war auch die Eröffnung des sogenannten Philosophenwegs geplant. Bekanntlich führte Kant nach Beobachtungen seiner Zeitgenossen einen geordneten Lebenswandel. So wurde er jeden Tag morgens von seinem Diener Lampe geweckt, und wenn die Uhr fünf schlug, setzte sich Kant an den Tisch, trank ein paar Tassen Tee, rauchte eine Pfeife und bereitete die Vorlesungen vor, die er an der Universität hielt. Nach dem Mittagessen schlenderte er durch die Innenstadt am Pregel entlang zur Friedrichsburg, immer auf demselben Weg, den er den „philosophischen Weg“ nannte. Nach der Zeitungslektüre ging er um 6 Uhr abends in sein Arbeitszimmer.

Dieser „philosophische Weg“ kann nun von jedem beschritten werden, der sich ein wenig wie Kant fühlen möchte. Es ist nicht möglich, die wirkliche Route des Philosophen zu wiederholen, da einige Straßen auf seiner Route nicht mehr vorhanden sind. Aber im Großen und Ganzen kann man trotzdem auf dem Weg die Objekte sehen, die Kant täglich sah wie beispielsweise die Friedrichsburg.

An drei Objekten wurden Gedenktafeln zur Eröffnung der Route angebracht, daneben QR-Codes mit Zugang zu Audioführern, die über Kants Weg informieren. Der erste Teil der neuen Route beginnt an der Skulptur „Kants Bank“ auf dem Gelände des Weltozeanmuseums am Pregel-ufer und führt zum Museumskomplex „Oceania“. Nicht weit davon entfernt befand sich einst der Saturgus-Park, in dem Kant gerne spazieren ging.

Steigt man auf die Klappbrücke, von welcher der Kneiphof und der Dom zu sehen sind, und überquert die Brücke, gelangt man zur Kneiphöfischen Langgasse 42, wo das Haus stand, in dem Kant zwischen 1724 und 1740 lebte. Hier wurde eine Gedenktafel errichtet. Sie zeigt das Profil des Philosophen und darunter die Inschrift: „Hier stand das Haus, in dem Immanuel Kant am 22.04.1724 geboren wurde und bis 1740 lebte.“ Biegt man in die Sattlergasse [Portowaja ul.] ein, kommt man zum Gebäude der ehemaligen Bernsteinmanufaktur. Obwohl dieses Gebäude in Königsberg erst Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde, liegt es am Philosophenweg. Dieser endet am Friedrichsburger Tor in der Nähe der neuen Brücke über den Pregel, die derzeit gebaut wird.

Informationsschilder mit QR-Codes und Audioguide haben in Königsberg schon eine gewisse Tradition, da die Stadtverwaltung einen Wettbewerb für die Erstellung eines solchen mit Mitteln ausgeschrieben hatte, welche die Stadt Königsberg im Rahmen eines gesamtrussischen Wettbewerbs für die besten Projekte im Rahmen des Ethikkodex'für den Tourismus gewonnen hatte.

Es wurde eine Reihe von Materialien mit Informationen über die Sehenswürdigkeiten der Stadt erstellt, darunter eine Audioaufnahme mit einer mindestens zweiminütigen Beschreibung eines jeden Objekts sowie Text und Fotos, die auf der Website der Stadtverwaltung veröffentlicht werden. Die Liste der Sehenswürdigkeiten umfasst 45 Objekte.

Nun kann man auch einen Audioguide über Sehenswürdigkeiten auf dem Kneiphof nutzen. Insbesondere gibt es Informationen über die Königsberger Synagoge oder die Honigbrücke. Um die gewünschten Informationen zu erhalten, benötigt man ein Smartphone. Über dessen Kamera kann ein QR-Code gescannt werden, und der erhaltene Link führt zu dem entsprechenden Abschnitt der Website der Stadtverwaltung.


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