13.07.2024

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1876 gegründet: Das Landgestüt Labes, einst im Kreis Regenwalde gelegen
Foto: Privatsammlung1876 gegründet: Das Landgestüt Labes, einst im Kreis Regenwalde gelegen

Pferdezucht

Aufstieg und Niedergang einer Pferderasse aus Pommern

Einst war das Gestüt Labes für die Zucht der Pommerschen Warmblüter bekannt – Nach dem Krieg gab man die Zucht auf

Thorsten Seegert
25.06.2024

„Alles Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.“ Das galt auch für Pommern. Hier wurden bereits vor etwa 300 Jahren Pferde gezüchtet, so berichten es alte Chroniken. Dazu wurden die Stuten der Bauern, die von pommerschen Wildpferden abstammten, durch Hengste aus kurfürstlichen oder kurprinzlichen Gestüten Pommerns gedeckt.

Obgleich noch kein klares Zuchtziel verfolgt wurde, galten die pommerschen Pferde als ausdauernd, hart, gesund und fruchtbar. Eine Förderung erfuhr die Pferdezucht sowohl durch die Universität Greifswald, die um 1800 erheblichen Grundbesitz hatte, als auch durch Adlige der Kreise Franzburg, Grimmen, Greifswald, Demmin und Anklam. Um 1820 kam es dann zu ersten Zusammenschlüssen pommerscher Züchter. Um die Zucht zu veredeln, wurden englische Vollblut-Stuten und Halbblut-Hengste eingekreuzt, sodass die Pferde großrahmiger und großliniger wurden.

So dominierten pommersche Warmblüter schon bald die Mecklenburger Pferdemärkte. Doch dem schnellen Aufstieg folgt auch ein rasanter Niedergang der pommerschen Warmblüter. Durch das planlose Einkreuzen englischer Vollblüter sind die Warmblüter zu leicht für die Landwirtschaft geworden und die Züchtung endete im Chaos.

Etwa zu diesem Zeitpunkt (1897) entstand die pommersche Kaltblutzucht durch Genossenschaften in den Kreisen Anklam und Lauenburg, doch auch sie scheiterte letztlich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Warmblutzucht bekam dagegen noch einen neuen Impuls in Labes. Im Landgestüt, das 1876 gegründet wurde, musste man allerdings einige Fehlschläge, wie das Einkreuzen von Kaltblütern und Oldenburgern erkennen, weshalb man sich auf das Züchten des pommerschen Warmbluts konzentrierte. Bäuerliche Züchter konnten zudem durch Preisnachlässe und Aufzuchtpreise gewonnen werden. Ziel war die Züchtung eines schweren, leichtfuttrigen und gängigen Warmblutpferdes.

Doch 1945 folgte auch für die pommerschen Warmblüter eine Odyssee. Tod, Beschlagnahmung und Reparationen ließen die Bestände der Rasse sinken. Einige pommersche Warmblüter kamen zum Gestüt Ferdinandshof. Mit dessen Auflösung 1950 endete auch die Geschichte der pommerschen Warmblüter.

Die Hengste wurden vom Volkseigenen Landgestüt Redefin in Mecklenburg übernommen, das diese Zucht jedoch nicht fortsetzte.


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