04.02.2023

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Königsberg

Brachert-Relief am Postgebäude freigelegt

Der Hobby-Historiker Nikolaj Tscheburkin machte die Behörden auf das Kunstwerk aufmerksam

Jurij Tschernyschew
13.12.2022

In der Pregelmetropole wurde vor Kurzem ein Kunstwerk des bekannten Königsberger Bildhauers Hermann Brachert wiederentdeckt. Es handelt sich um ein Flachrelief am Postgebäude in der Thorner Straße [Schelesnodoroschnaja ul. 25-31].

Jahrzehntelang war das einmalige Kunstwerk durch ein Postschild verdeckt gewesen. Als das Schild zusammen mit der Werbung, die dort angebracht war, entfernt wurde, kamen kunstvoll in den Stein gearbeitete Figuren zum Thema Post zum Vorschein. Allerdings waren sie mit Zementmörtel laienhaft überputzt worden, sodass die Figuren kaum noch zu erkennen waren.

Der Hobby-Historiker und PAZ-Autor Nikolaj Tscheburkin hatte die regionale Denkmalschutzbehörde auf die Existenz des Reliefs hingewiesen, von der er zuvor aus einem von Brachert selbst verfassten Buch erfahren hatte.

Das Flachrelief wurde aus Travertin, einem porösen Kalkstein, gefertigt und zwischen 1939 und 1940 an der Ecke des Gebäudes angebracht. Das dreistöckige Postgebäude selbst war 1930 errichtet worden. Von der Sowjetzeit bis heute befindet sich hier auch das Postamt. Der Bau bildet einen architektonischen Komplex mit dem Südbahnhof. Die Fassade besteht aus Klinkern und ist mit rautenförmigen Ornamenten verziert. Durch einen Erlass Nr. 132 der Regierung des Königsberger Gebiets vom 23. März 2007 erhielt das Gebäude den Status eines Kulturguts von regionaler Bedeutung.

Aufnahme in die Denkmalliste

Mit einem Spezialmörtel haben die Spezialisten die Zementschicht auf dem Relief aufgeweicht, und so konnten sie diese vorsichtig entfernen. Darunter stand das Wort „Telegramm“, als käme es aus dem Mund eines Mannes in Uniform mit Mütze, der auf einem Fahrrad fährt. Insgesamt sind sechs Szenen aus dem Leben der Postbeamten dargestellt. Das Werk des Bildhauers soll nach einer Begutachtung in die Denkmalliste aufgenommen werden. Das Wichtigste ist jedoch, dass es bereits jetzt für die Öffentlichkeit wieder sichtbar ist.


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