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Bundesregierung

Das Kabinett der „Karlatane“

Meinen die das ernst? Diese Frage kommt vielen Bundesbürgern regelmäßig in den Sinn, wenn sie an ihre Regierung denken. Der Grund: Wo früher das Land besonnen und erfolgreich geführt wurde, erinnert heute vieles eher an Kabarett

Cora Stephan
26.03.2023

Das deutsche Kabarett ist tot. Es lebe das Kabarett des Kabinetts! Bei diesen aktuell tätigen Lach- und Schießgesellschaftern gibt es stündlich und minütlich etwas zu lachen, bis es weh tut.

Was sind das nur für prächtige Nummern, die da abgezogen werden! Schon die ehemalige Verteidigungsministerin – wie hieß sie noch? – war die perfekte Persiflage auf jene zackigen uniformierten Männer, wie sie bei der Bundeswehr irgendwann einmal üblich waren. Toxische weiße Männer, natürlich. Jedenfalls, bevor Trans-Oberstleutnant Anastasia Biefang ins Spiel kam.

Reden wir nicht weiter darüber.

Denn der Superstar des Kabinettskabaretts ist und bleibt, jedenfalls bis er geht, „Karlatan“ Lauterbach, unser Gesundheitsminister der Herzen, ein Platz, den er sich durch unermüdlichen Einsatz in sämtlichen Talkshows der Republik und dank Huldigung in den Medien wacker erkämpft hat. Nicht etwa durch höheres Wissen. Insofern muss man ihm schon nachsehen, dass er auch, was seine akademischen Meriten betrifft, ein wenig geschummelt hat. Sowas ist doch heutzutage allerhöchstens eine lässliche Sünde. Mit einer plagiatösen Doktorarbeit konnte man schließlich auch Bürgermeisterin von Berlin wurden. Die Zeiten, in denen ein Minister über einen Einkaufswagen-Chip stürzte, sind lange her. Wir operieren längst auf einem ganz anderen Niveau.

Lauterbachs lange Liste der Irrtümer

Wir können uns das eben leisten. Auch, dass vom Gesundheitsministerium Millionen ausgegeben wurden für einen Stoff, der sich als untauglich erwiesen hat. Die Spritze „impfte“ nicht und schloss auch die Weitergabe des Coronavirus nicht aus. Nun, beteuerte Lauterbach ein ums andere Mal, dann hilft sie eben ganz sicher gegen das nächste Virus, das bestimmt weit tödlicher sein würde als die bereits bekannten.

Über 13 Milliarden Euro wurden seit seinem Vorgänger für Impfdosen ausgegeben, etwa acht Dosen für jeden Bürger, vom Säugling bis zum Greis. Noch für das laufende Jahr 2023 gibt es Abnahmeverpflichtungen bei Corona-Impfstoffen im Wert von zwei Milliarden Euro. Die wird man wohl größtenteils vernichten müssen.

Gut so, denn offenbar können die überstürzt auf den Markt geworfenen Stoffe Nebenwirkungen haben. Das hatte damals der Fußballer Joshua Kimmich befürchtet, weshalb er sich zunächst nicht „impfen“ lassen wollte. Was ging da für ein Shitstorm über den jungen Mann nieder! „Vorbild auf dem Irrweg!“ hieß es über den doch eigentlich so gradlinigen Spitzenfußballer, der sich gradlinigerweise weigerte, strammzustehen vor der Impfnadel.

Wenn sich die Dogmen von gestern als „Schwachsinn“ von heute erweisen

Alena Buyx vom „Ethikrat“ bezeichnete das Impfen als „moralische Pflicht“, gegen die „Gefahr“ der Ungeimpften müsse man Maßnahmen „schrittweise hocheskalieren“. Bei „Anne Will“ sprach Lauterbach im Februar 2022 von einer „mehr oder weniger neben-wirkungsfreien Impfung“. Nun, längst wissen wir mehr. Die Impfung schützt nicht vor Ansteckung, sie schützt auch nicht davor, ansteckend zu sein, und offenbar schützt sie noch nicht einmal vor „schweren Verläufen“. Vor allem aber häufen sich mittlerweile die Berichte von oft sogar tödlichen Impffolgen, nach kurzer oder längerer Zeit.

Inzwischen hat sogar der Bundesgesundheitsminister „schwere Impfschäden“ eingestanden, ja sogar, dass er davon gewusst habe. Dabei hatte er doch die gesamte Bevölkerung zur Impfung verpflichten wollen. Nun gibt er zu, nach Jahren und Monaten Panikpande­mie, in dem einen oder anderen Punkt geirrt zu haben. Verbote, sich in Parks aufzuhalten oder ohne Maske joggen zu gehen, seien „Schwachsinn“, gar „Exzesse“ gewesen, ebenso die langen Schulschließungen.

Natürlich muss man Lauterbach nicht vorhalten, was sein Vorgänger Jens Spahn zu verantworten hat, um ihn für einen Minister des Schwachsinns zu halten. Doch damit ist er ja beileibe nicht der einzige. Kanzler Olaf Scholz steht einem Kabinett vor, das mal zum Gruseln und mal zum Lachen ist. Ich denke an seinen Gesichtsausdruck, als der amerikanische Präsident vor laufenden Kameras erklärte, „wir werden Nord Stream II beenden“. Und so geschah es dann ja auch. Olaf Scholz hatte dabei offenbar kein Mitspracherecht.

„Die Annalena“ und „der Robert“

Das hat er wohl auch nicht, was seine Außenministerin betrifft. Annalena Baerbock sollte, als Chefdiplomatin, eigentlich um Frieden und Verständigung bemüht sein, aber „feministische“ Außenpolitik hat ihr offenbar eingegeben, so ganz nebenbei auszuplaudern, dass Deutschland im Krieg gegen Russland sei. Da vergeht dem staunenden Volk das Lachen über so harmlose Schnitzer wie „Kobold“ statt Kobalt oder „Ostkokaine“ statt Ukraine.

Man fragt sich, was seit Außenminister Joschka Fischer eigentlich aus den einst eher vorsichtig agierenden Diplomaten alten konservativen Zuschnitts geworden ist. Sind sie alle von rot-grünen Marschierern durch die Institutionen ersetzt worden? Das erklärte, warum sich niemand dort dagegen zu wehren scheint, dass die Außenministerin ihnen nun eine „Botschafterin für feministische Außenpolitik“, eine Art Superdiplomatin, vor die Nase setzen will, die den Männern beibiegen soll, einen „feministischen Reflex“ auszubilden. Also so eine Art Pawlowsche Konditionierung? Nicht „Fass, Bello“, sondern „Sitz“ und „Platz“?

Nun, fürs bellizistische Bellen braucht man Männer ja auch nicht mehr, das erledigt die Chefdiplomatin schon selbst mit Lust, ja Lüsternheit, wenn sie etwa von „Tierpanzern“ spricht oder verkündet, man müsse Russland derart schädigen, dass „es volkswirtschaftlich jahrelang nicht mehr auf die Beine kommt“. „Feminismus ist Frieden“ war gestern – und stimmte ja auch nie. Aber jetzt wissen wir es ganz genau.

Eine weitere Lichtgestalt im Kabarett, bei der einem das Lachen vergeht, ist der Wirt­schaftsminister Robert Habeck, auch er ein Liebling der Medien, vor allem der Journalis­tinnen, die selbst Löcher in den Socken des Grünen irgendwie sexy finden. Ihm ist Klimasensibilität und -gerechtigkeit ein Herzensanliegen, weshalb – jetzt bitte lachen! – die letzten verbliebenen deutschen Atomreaktoren von Kohlekraftwerken ersetzt werden müssen. Weil es bislang nicht recht klappen will mit dem Bau von vier bis fünf Windkraftanlagen und 40 Fußballfeldern mit Solaranlagen. Pro Tag.

Doch vorausschauend hat „der Robert“ schon mal angedacht, ab 2024 einfach keine neuen Gas- oder Ölheizungen mehr zuzulassen und die Häuslebauer stattdessen auf Wärmepumpen zu verweisen. Nun, das wäre nicht weiter schlimm, schließlich wird kaum noch gebaut, es fehlt an Material und Handwerkern, was angesichts des ständigen Zustroms von Behausungsfordernden dumm genug ist. Dumm ist auch, dass heuer auf so eine Wärmepumpe bis zu einem Jahr gewartet werden muss. Die braucht nebenbei Elektrizität, um zu funktionieren, und die ist bekanntlich nicht nur teuer, sondern wird auch immer knapper.

Wenn Ideologie auf Wirklichkeit trifft

Für die Windmühlen benötigt man übrigens auch viel von dem Stoff, an dem es derzeit mangelt, nicht nur Beton, sondern auch Kupfer, Lithium und Nickel sowie Seltene Erden wie Neodym. Dabei halten die Dinger gerade einmal zwanzig Jahre, wenn sie nicht bereits vorher eingeknickt sind. Die Rotorblätter müssen als Sondermüll vergraben werden. Wer es schon immer richtig fand, mit natürlichen Ressourcen wie Kohle, Öl und Gas sparsam umzugehen, staunt ob dieser gigantischen Ressourcenverschwendung: Der Teufel wird mit dem Beelzebub ausgetrieben. Ganz zu schweigen von der Ressourcenverschwendung, was voll funktionsfähige Kernkraftwerke betrifft, die hierzulande abgerissen werden, während um unsere Insel der Seligen herum neue Atommeiler entstehen.

Man kann ziemlich sicher vorhersagen, dass Habecks märchenhafter Plan nicht funktionieren wird. Für die meisten Altbauten ist eine Wärmepumpe nicht geeignet, sie müssten dafür nämlich „energieeffizient“ grundsaniert werden, etwa durch den Einbau von Fußbodenheizungen. Das ist teuer und für den Einzelnen meist unerschwinglich. Der Effekt: die Zerstörung von Vermögen und Lebensverhältnissen, denn was ist ein Haus noch wert, das nicht den allerneuesten Vorschriften zur Energieeffizienz entspricht? Genau: Es ist unverkäuflich und wird, sind die Altbewohner, die verbittert ausgeharrt haben, erst gestorben, vor sich hin verfallen.

Man stelle sich die Zerstörung von Vermögen und Kulturlandschaft vor: Einst malerische Dörfer veröden, ihre Überreste liegen im Schlagschatten riesiger Windmühlen, und die Wiesen und Äcker sind mit Solarpanelen zugepflastert. Tierhaltung ist ja bekanntlich „klimaschädlich“. Wozu braucht man dann noch Bauern? Oder Landbevölkerung, so ganz generell?

Wie lange geht die Leidensfähigkeit der Deutschen?

Doch seien wir beruhigt: So weit wird es nicht kommen, weil es soweit gar nicht kommen kann. Bis dahin erfreuen wir uns an weiteren Kabinettstückchen unseres Kabaretts.

Eines hat Robert Habeck soeben aufgeführt. Es gibt doch Wasserstoff, das grüne Gold, als Energielieferant! Dafür braucht es lediglich „eine Wasserstoffinfrastruktur“, weshalb im Hause Habeck der Entwurf für ein „Wasserstoffnetzbeschleunigungsgesetz“ erarbeitet wurde. Genial! Wir hätten dann eine Einrichtung für einen Energieträger, der noch nicht vorhanden ist, von dem noch nicht klar ist, wo er produziert werden kann und schon gar nicht, unter welchen Kosten.

Lacht da etwa jemand?

Das wäre jedenfalls gesünder, als sich angesichts all dieser Schamlosigkeiten zu grämen. Denn eines bleibt stabil: das „Klima“, dem es völlig wurscht ist, wie viel CO₂ in Deutschland „eingespart“ wird. Weder lässt es sich „retten“ noch leidet es unter zu viel CO₂. Nur die Bürger leiden unter der heißen Luft, die von der Regierung produziert wird. Die Frage ist, wie lange noch?

• Dr. Cora Stephan ist Publizistin und Schriftstellerin. Zuletzt erschienen „Lob des Normalen. Vom Glück des Bewährten“ (FinanzBuch Verlag 2021) und „Über alle Gräben hinweg. Roman einer Freundschaft“ (Kiepenheuer & Witsch 2023).
www.cora-stephan.de


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Kommentare

Heino Haase am 31.03.23, 14:55 Uhr

Hallo Frau Dr. Stephan, ich kann Ihrem Artikel Das Kabinett der „Karlatane“ aus ganzem Herzen zustimmen. Ich beschäftige mich intensiv mit dem Thema Klima, halte auch Vorträge dazu. Die einzige Art der Histerie und Verbohrtheit der Sekte (Ja, wer von Weltuntergang spricht, ist Mitglied einer Sekte) zu begegnen ist, die Akteure lächerlich zu machen. Das ist Ihnen fast schon in genialer Weise gelungen. Danke.

W.J.F. Mueller am 30.03.23, 09:48 Uhr

Lösung: Raus hier.

Michael Holz am 26.03.23, 16:26 Uhr

"Die Frage ist, wie lange noch?"
Bis zum nationalen Untergang Frau Stephan! Der Marsch durch die Institutionen der Alt-68er ist geglückt. Nun sitzen sie da oben, vom Gehirn gewaschenen Volke bejubelt, grün getarnt und die Umwelt, das Land und die Zukunft zerstörend. Was kann Michel von einer fremd bestimmten antideutschen Regierung erwarten? Nichts Gutes!

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