16.04.2024

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Künstler

Der Bildhauer Martin Meyer-Pyritz

Wegen seiner gelungenen Tierplastiken wurde er auch „Tiermeyer“ genannt

Brigitte Stramm
16.06.2023

Tiere lebensecht zu modellieren gelingt nicht jedem Künstler. Doch Martin Meyer-Pyritz gelang dieses virtuos. So erfreuten sich seine verschiedenen Motive großer Beliebtheit. Liebenswerte Dackel, natürlich auch andere Hunde, Esel, der stolze Adler, der Marabu und vieles mehr. Man kann diese Plastiken noch heute in Auktionen finden. In der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ tauchte unlängst eine Dackelgruppe auf. Für den Zoologischen Garten Berlin schuf er verschiedene Tierplastiken und stattete U-Bahnstationen in Berlin künstlerisch aus.

In der U-Bahnstation Rüdesheimer Platz sieht man noch heute von ihm geschaffene Keramikelemente. Das Thema war: „Leben in einem Weinberg“ mit Weinblättern, Trauben, Insekten und Kriechtieren. Auch mit der künstlerischen Ausstattung des U-Bahnhofs Breitenbachplatz in Berlin wurde er beauftragt. Außerdem schuf er Skulpturen und Denkmale in verschiedenen Städten Deutschlands, unter anderem 1931 ein Relief an dem Grab des Reichskanzlers Hermann Müller-Franken auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Seine besondere Gabe, Tiere darzustellen, brachte ihm den Namen „Tiermeyer“ ein, was schon einer Auszeichnung gleichkommt.

Martin Meyer wurde am 6. November 1870 in Pyritz geboren. Die künstlerische Ader lag in der Familie, auch sein älterer Bruder Georg Renatus Meyer, der sich später Georg Meyer-Steglitz nannte, war Bildhauer. Martin studierte von 1892 bis 1896 an der Akademie der Künste bei Peter Breuer und Ernst Herter. Später war er in einem Atelier der Akademie tätig, seine Werke stellte er auf Berliner Kunstausstellungen und sogar im Münchner Glaspalast aus. Darüber hinaus betrieb er in einem Atelierhaus in Berlin-Wilmersdorf eine eigene Werkstatt. Er war Mitglied des 1903 gegründeten Künstlerbundes.

Historisch interessanter Ort
Meyer-Pyritz starb am 11. August 1942 im Alter von 71 Jahren in Berlin. Auf dem Friedhof der Bethlehemsgemeinde in Berlin-Kreuzberg fand er seine letzte Ruhe. Sein ursprüngliches Grab ist nicht erhalten, es wurde wahrscheinlich im Zweiten Weltkrieg zerstört. Nach Wiederauffinden seiner Grabplatte legte die Friedhofsverwaltung eine Gedenkstätte für ihn in Form eines Grabmals an.

Seine Heimatstadt Pyritz [Pyrzyce]liegt im fruchtbaren und einst wohlhabenden Weizacker Land. Davon zeugen auch heute noch die prachtvollen Weiz­acker Trachten, welche die Trachtengruppe „Ihna Erlangen“ bei ihren Auftritten stolz präsentiert.

Pyritz ist historisch sehr interessant. Hier hat Bischof Otto von Bamberg am 12. Juni 1124 anlässlich seiner ersten Missionsreise die ersten Pommern getauft. 1263 verlieh Herzog Barnim I. dem Ort das Magdeburger Stadtrecht. Gute Zeiten wechselten sich mit Katastrophen ab. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Stadt von Bränden heimgesucht, und auch der Dreißigjährige Krieg hinterließ Spuren. Als einschneidendste Zäsur ist aber die Vertreibung der angestammten Bevölkerung nach 1945 zu nennen.


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