23.10.2021

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CDU: Eine neue Führung ist nicht erkennbar
imago images/PhotothekCDU: Eine neue Führung ist nicht erkennbar

Christdemokraten

Die CDU steuert kopflos auf den Abgrund zu

Rund drei Wochen nach der verlorenen Bundestagswahl tritt die alte Führung den Rückzug an. Wer die Union künftig führen wird, ist nicht im Ansatz erkennbar

Klaus Kelle
13.10.2021

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak fand Anfang der Woche starke Worte zur Lage seiner Partei. Dabei kündigte er eine „brutal offene Fehleranalyse“ an. Keine Ahnung, was er damit meint, denn die Fehler liegen ja offen auf dem Tisch, und man muss kein Politikwissenschaftler sein, um sie zu erkennen. Und Ziemiak ist ein wesentlicher Teil des Problems, wenn man an seine Rolle als Chef der Jungen Union (JU) bei der Verhinderung von Friedrich Merz und der Inthronisierung von Annegret Kramp-Karrenbauer als Parteichefin beim Parteitag 2018 denkt. Damals fing das große Elend der CDU an.

Obwohl: Die Jahre vorher unter Angela Merkel als Parteichefin und Bundeskanzlerin hatten das Ende der einstigen großen Volkspartei der Mitte schon vorher auf den Weg gebracht. Atomausstieg, Abschaffung der Wehrpflicht, Homo-Ehe und Gender-Gaga – in dieser CDU fühlen sich insbesondere die Konservativen schon lange nicht mehr zu Hause. Und 2015 die Öffnung der deutschen Grenzen für den ungeregelten Massenzuzug von 1,6 Millionen hauptsächlich jungen Männern aus dem islamischen Kulturkreis gab den Treuesten der Treuen den Rest.

Zusammen mit der immer noch besser dastehenden CSU in Bayern erzielte die Union zuletzt bei der Bundestagswahl nicht einmal mehr 25 Prozent. Mit Desaster ist das unzureichend beschrieben.

Armin Laschet ist dabei nur die Personalisierung des Misserfolgs. Eigentlich ist die Nomenklatura in Bundesvorstand und Präsidium der CDU schuld an der Misere, die sich in den letzten Jahren hauptsächlich darum bemühte, Friedrich Merz zu verhindern. Der ist kein wirklicher Konservativer, aber er hat einen politischen Kompass. Er weiß, was CDU bedeutet; und auch wenn er erkennbar mit weichen Themen wie der Familienpolitik fremdelt und an die Flüchtlingsfrage nicht so richtig heran will, weil er auf gar keinen Fall als irgendwie „rechts“ wahrgenommen werden möchte, wäre er an der Spitze der CDU (und Deutschlands) wie eine Befreiung nach der inhaltlichen Entkernung der Partei unter Merkel.

Die Macht in die Hände der Basis
Die CDU hat nur eine Chance, als Volkspartei wieder aufzuerstehen: ein Mitgliederentscheid über den neuen Vorsitzenden. Und kein Spahn und kein Röttgen und schon gar kein Laschet könnten einen erkennbaren Kurswechsel bewirken, sondern nur Friedrich Merz. Doch weil die Merkel-Nomenklatura das trostlose Erbe ihrer Anführerin auf jeden Fall irgendwie retten will, organisiert sie jetzt den Widerstand. Auf gar keinen Fall, so ihre Strategie, sollten die Mitglieder entscheiden! Daniel Günther aus Kiel gab diese Woche schon die Marschrichtung vor. Die Basis wird verbal von allen gepriesen, darf Beiträge zahlen, Plakate kleben – und ansonsten den Mund halten. Weil die Profis an der Spitze der Partei und die unvergessenen Elf-Minuten-Klatschorgien-Delegierten schon wissen, was gut für die Union ist. Armin Laschet etwa, um nur ein Beispiel der letzten Zeit zu nennen ...

Hat die CDU noch eine Überlebenschance? Kann sie sich vielleicht sogar wieder zu einer mächtigen politischen Gestaltungskraft aufschwingen? Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Aber auf keinen Fall mit einem Weiter so!

Und auch nicht mit einer Kreisvorsitzendenkonferenz, die jetzt einberufen werden soll, um vor der Öffentlichkeit „die Basis“ darzustellen. Denn das ist nicht die Basis, das sind vielfach Abgeordnete im Bundestag, in Landtagen oder auch Landräte, die sich unter Merkel ein erkleckliches Auskommen ersessen und mit Klatschorgien auf Bundesparteitagen verdient haben. Soll das der Aufbruch sein, das „Reform-Gremium“ sozusagen? Das ist doch ein Witz!

Lasst die einfachen Mitglieder entscheiden, die all „den Driss“, wie die Kölner sowas nennen, der vergangenen Jahre ertragen mussten. Dann klappt's auch irgendwann mit dem Wähler wieder.

Klaus Kelle ist Publizist und Heraus-
geber des Online-Portals „The Germanz“.



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Kommentare

Dorit Valentina Selge am 16.10.21, 10:08 Uhr

Das ist die Negativauslese, wenn ein Machtmensch an der Spitze sitzt und kein Demokratiefreund. Es werden die starken Persönlichkeiten am Aufstieg gehindert, da sie dem Amtsinhaber gefährlich werden können. So werden Ja-Sager hochgespült. Dabei hat gerade die CDU jetzt gute Landesminister, die bei der Hochwasserkatastrophe sofort riesige Hilfskonvois aufstellen könnten. Wer sonst kann den sowas in kürzester Zeit. Das sind Spitzenleute, aber die werden von den Ja-Sagern nicht gewollt, weil sie stärker und besser sind.

Tom Schroeder am 15.10.21, 16:33 Uhr

Die CDU hat erst mal fertig - das Jungpersonal ist eigentlich nicht schlecht, aber eben jung, also nicht alleine regierungsfähig. Auch da ist mit A(r)mthor, den ich recht fidel empfinde, leider ein Makel der Käuflichkeit verbunden aufgrund seines "Skandälchens". Nun gut, Kuban finde i8ch Klasse, aber eben noch zu jung. Spahn ist jetzt schon verbraucht - Gesundheitsminister in Pandemiezeiten ist eben nix für die Zukunft und Madame M. hat ihn wohl hierüber langfristig kaltgestellt, dieses M......... Merz aus der Kiste zieht auch nicht, denn jetzt mal schnell regieren als Minister oder sogar Kanzler, ohooooo, glaubt doch kein Mensch, dass das gut ankommt - er selbst ist gar nicht so schlecht, aber eben Upperclass, das geht derzeit kaum in Deutschland. Merkel hat alle Fähigen weg gebissen, wie seinerzeit Kohl, nur eben selbst auch kaum was geleistet und nur Blödsinn hinterlassen - jetzt gehen vieleen Leuten die Augen auf und die Rest-CDU kriegt's ab. In 4 Jahren sehen wir die wieder, wenn sie ihren eigenen inneren Zwist geregelt bekommen - grün machen halt schon andere. Merkels Populismus ist somit krachend gescheitert und ich bin mal gespannt, wo die nach ihrer Amtszeit "anfaeengt" - Schröder bei Gasprom und sie vielleicht bei Huauwei oder so was.

Jan Kerzel am 13.10.21, 15:02 Uhr

So viele Gedanken um den opportunistischen Karriereverein CDU, das hat er nicht verdient. Das kann mal weg. Uns wird es mit der SPD nicht schlechter gehen, aber auch nicht besser. Die Schussfahrt abwärts ist voll am Laufen, eine Zäsur wird nicht stattfinden. Wenn du diesen Raum betrittst, lass alle Hoffnung fahren. Es liegt nun am einzelnen Bürger, sich auf die Gegebenheiten einzustellen, oder auch nicht. Isch over.

Siegfried Hermann am 13.10.21, 11:29 Uhr

Herr Kelle,

Ihnen ist ja sehr bewusst, das Herr Merz-Däumling von der Finanz-Hyäne Blackrock kommt!?!?
Was soll da bewegt werden???
Das wird der teufel gegen den Beezlbub ausgetaucht.
Mal ganz positiv für die Union gedacht:
Das Ruder rumreißen WÜRDE NUR gehen, wenn nicht nur Sprech-blasen geblubbert, sondern
tatsächlich gehandelt wird. In der FPD rumort es auch seit langen. Die Wirtschafts-Fraktion will ALLE still zulegende AKW´s wieder voll ans Netz, was in wenigen Wochen ohne großen Aufwand möglich wäre... weiter ein "Schutzzoll" gegen China-dumping und Aufkauf-Aktionen. Mit Herr Maaßen, der die Justiz auf Vordermann bringt wäre ein Eigengewächs am Start.
Wäre nur dieser elendige Corona-fake-Terror und fanatische Umvolkung durch min 500.000 qualifizierte Eseltreiber PRO JAHR nicht.
Wenn in Bääärlin die Wahl-manipulationen durch die bunte LinkxVolksfront bekannt wird und Neuwahlen gleich im gesamten Buntland mit Revision der Wählerverzeichnisse, ohne Auszählung durch Parteisoldaten,
wäre ein Bündnis Schwarze, Gelbe und Blaue durchaus möglich.
Andererseits
Warum nicht gleich das Original wählen??? Die Höcke-Fraktion, die praktisch das Fundament der alte Union darstellt.
Wenn der lasche Armin nicht sofort freiwillig oder gegangen wird, hat die Union sowatt von fertisch. Und bitte, diesen Möchte-gern-Alpen-Napoleon in rosa Plüsch gleich mit.
Nebenbei:
Im Hintergrund findet derzeit sowieso ein Abriss der alten Nachkriegs-Weltordnung statt. Da wird eine Union NULL Widerklang finden.
Mahlzeit!

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