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Klaus-Peter Lipphaus schildert schockierende Details bei Tötungsdelikten, übt jedoch Zurückhaltung bei der politischen Bewertung
Klaus-Peter Lipphaus arbeitete fast 45 Jahre lang für die Polizei von Nordrhein-Westfalen. Anfangs war er bei der Schutzpolizei tätig, später war er Kriminalkommissar. Als solcher bekämpfte Lipphaus zunächst die Rauschgift- und Bandenkriminalität, bevor er auf Mörderjagd ging und in deren Verlauf zum Leiter mehrerer Mordkommissionen sowie zum Chef des Kriminalkommissariats 11 in Bochum aufstieg. Das KK 11 untersuchte neben Tötungsdelikten auch schwere Körperverletzungen und Arbeitsunfälle, Entführungen, Geiselnahmen, Kindesmisshandlungen, Brände, Waffendelikte, Vermisstenfälle und Umweltstraftaten. Allerdings drehen sich die Memoiren des 2023 pensionierten Lipphaus, die jetzt unter dem Titel „Immer am Abgrund“ erschienen, vorrangig um Mordermittlungen.
Im Hauptteil seines Buches präsentiert der ehemalige Kriminalist ein ganzes Bündel an Beispielen für vorsätzliche Tötungen – teilweise begangen aus reiner Mordlust, vielfach aber auch als Folge von sexueller Triebhaftigkeit oder Habgier. Dabei konfrontiert er den Leser mit schockierenden Details der Taten, die von Deutschen ebenso wie von Ausländern beziehungsweise Immigranten verübt wurden. Zu den zur Sprache gebrachten Delikten zählen beispielsweise der heimtückische Doppelmord an einem Unternehmerehepaar in Witten, der unfassbar brutale Mord an einem Säugling im Raum Essen, der Geschwistermord von Wattenscheid, drei Beziehungsmorde in Wanne-Eickel, der Mord an einer 16-Jährigen in Witten-Durchholz sowie die Tötung einer neunfachen Mutter in Herne.
Leider kommt Lipphaus' Darstellung trotz der kenntnisreichen Präsentation der Fakten rund um diese und andere Fälle etwas steril daher, weswegen sie sich weniger spannend liest, als man erwarten könnte. Das liegt daran, dass der ehemalige Polizeibeamte ganz offensichtlich bemüht war, Zurückhaltung zu üben, wo durchaus auch schärfere Aussagen möglich gewesen wären.
Das gilt nicht zuletzt für die Fälle, in denen die verfehlte Einwanderungspolitik der Bundesrepublik die Kriminellen in unser Land gespült hat. Hier vermisst man wesentlich deutlichere Worte. Andererseits ist das Klima der Meinungsfreiheit hierzulande jetzt so, dass man dem Autor diese Einsilbigkeit nicht verübeln kann. Zumal er durch seinen aufreibenden Dienst an der Gesellschaft erhebliche gesundheitliche Schäden davontrug und einen Ruhestand ohne Ärger mit der Obrigkeit oder der wachsenden Meute aggressiver linker Hetzer verdient hat.
Klaus-Peter Lipphaus: „Immer am Abgrund. Meine härtesten Fälle aus 30 Jahren LKA und Mordkommission“, riva Verlag, München 2025, broschiert, 213 Seiten, 20 Euro