17.04.2024

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Fachkräftemangel

Die stillen Reserven im eigenen Land

Die demographische Entwicklung und der Bedarf an Fachkräften dienen der deutschen Politik regelmäßig zur Begründung ihrer Migrationspolitik. Dabei schlummern hierzulande Potentiale, mit denen der Mangel auch so behoben werden kann

Josef Kraus
12.03.2023

Wenn es um den Bedarf an Fachkräften qua Zuwanderung geht, schwirren gigantische Zahlen durch die Öffentlichkeit. Nach Angaben des von 2017 bis 2022 amtierenden Chefs der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele (SPD), braucht Deutschland mindestens 400.000 Zuwanderer pro Jahr. Manche „Arbeitsmarktforscher“ meinen gar, pro Jahr sei eine Million zugewanderter Fachkräfte notwendig.

Diese Zahlen dürften regierungsfreundlich überhöht sein, um die Zuwanderungspolitik der „Ampel“ zu legitimieren. Tatsache ist: Der Geburten-/Sterbesaldo gibt diese Zahlen nicht her. In den Jahren von 2017 bis 2022 gab es einen Sterbeüberschuss zwischen jährlich 147.000 (2017) und 228.000 (2021, ein Corona-Jahr). 1971 gab es in Deutschland (West und Ost zusammen) zum letzten Mal einen positiven Bevölkerungssaldo. Damals wurden 47.773 mehr Geburten als Sterbefälle registriert. Auch die sogenannte Überalterung darf man nicht dramatisieren. In der Alterskohorte der jungen Erwachsenen zwischen 20 und 25 Jahren gibt es pro Geburtsjahr rund 65.000 Personen weniger als in den einzelnen Geburtsjahrgängen der Alterskohorte zwischen 60 und 65 Jahren. Um das auszugleichen, braucht man keine 400.000 oder gar eine Million Zuwanderer pro Jahr.

Eine ernüchternde Bilanz

Tatsächlich wurden noch nie auch nur die 400.000 erreicht, und sie sind auch nicht nötig. 2021 konnten die altersbedingten Abgänge aus sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen nur zu rund 56 Prozent durch Zugewanderte aus EU- und Drittstaaten ersetzt werden. Das heißt: Die Bilanz des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes von 2020 ist ernüchternd: 2021 sind über Programme der Bundesagentur für Arbeit nur 3200 Fachkräfte aus dem Ausland auf dem deutschen Arbeitsmarkt vermittelt worden. Nicht einmal Vereinbarungen mit Ländern wie Indonesien, Mexiko oder Kolumbien halfen großartig weiter, als explizit um Handwerker und Pflegekräfte geworben wurde.

Insgesamt lebten – unabhängig von Staatsangehörigkeit und Aufenthaltstitel – im Jahr 2021 knapp 2,72 Millionen Menschen in Deutschland, die wegen der Arbeit zugewandert sind. Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl der Ausländer von außerhalb der Europäischen Union (EU), die befristet zum Arbeiten nach Deutschland gekommen sind, seit 2011 zwar deutlich gestiegen. Ende 2021 waren 295.000 Menschen im Ausländerzentralregister erfasst, die eine befristete Aufenthaltserlaubnis für eine Erwerbstätigkeit hatten. 2011 waren es noch 90.500 Menschen mit einem solchen Aufenthaltstitel. Ausländer aus Nicht-EU-Ländern hatten 2021 am häufigsten die indische Staatsangehörigkeit: elf Prozent (33.900). Knapp ein Viertel (24 Prozent) der ausländischen Arbeitskräfte waren Ende 2021 akademische Fachkräfte mit der 2012 EU-weit eingeführten „Blue Card“ – also mit einem Hochschulabschluss.

Die aktionistischen Fachkräfte-„Einkaufs“-Touren führender Politiker blieben gleichwohl ohne großen Erfolg, und sie werden vermutlich ohne nennenswerten Erfolg bleiben. Das gilt für die Initiative des Ex-Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU), der 2019 nach Mexiko reiste, um Pflegekräfte anzuwerben. Die fünf Top-Herkunftsländer der in Deutschland tätigen ausländischen Pflegekräfte waren zu diesem Zeitpunkt Polen, Bosnien und Herzegowina, die Türkei, Kroatien sowie Rumänien. Corona mit den Reisebeschränkungen machte Minister Spahn indes einen Strich durch die Rechnung.

Die gleiche Absicht hatten gerade erst Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil sowie Entwicklungsministerin Svenja Schulze (beide SPD). Sie flogen im Februar 2023 nach Ghana und Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste). In Ghanas Hauptstadt Accra eröffnete Schulze das „Ghanaisch-Europäische Zentrum für Arbeitsplätze, Migration und Entwicklung“. Es soll Vorbild für acht weitere Zentren in Marokko, Tunesien, Ägypten, Jordanien, Nigeria, Irak, Pakistan und Indonesien werden. 150 Millionen Euro will das Schulze-Ministerium dafür ausgeben. Ziel: Man will vor allem Pflegekräfte gewinnen. Trotz Kritik der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die sagt, dass Ghana selbst einen kritischen Mangel an Pflegepersonal habe. Und Kanzler Olaf Scholz (SPD) hatte bei seinem jüngsten Besuch im Februar 2023 in Indien die Anwerbung von IT-Fachkräften im Auge. Ob es sich bei all diesen Touren nicht um eine Form von kolonialismusähnlicher Ausbeutung handelt?

Deutsche in der Demographiefalle

Nun ist seit 31. Dezember 2022 das „Gesetz zur Einführung eines Chancen-Aufenthaltsrechts“ in Kraft. Fragen wir uns dennoch: Brauchte man dieses Gesetz, und brauchen wir wirklich, wie Politik und Wirtschaftslobby insinuieren, massenhaft Zuwanderung? Die klare Antwort: Nein!

Klar: Die Deutschen sitzen in ihrer eigenen Demographiefalle. Gab es in den beiden Teilen Deutschlands 1960 noch 1,3 Millionen und 1970 – also nach dem „Pillenknick“ – noch 1,0 Millionen Geburten, so war diese Zahl 1980 auf 0,86 Millionen gesunken. 2021 gab es 0,79 Millionen Geburten, 2022 wohl deutlich weniger (die exakten Zahlen liegen noch nicht vor). Das Zeugungsverhalten der Deutschen ist also deutlich rückläufig. Pro gebärfähige Frau war die Zahl ihrer Kinder in der alten Bundesrepublik auf bis zu 1,28 (im Jahr 1985; heute ca. 1,50) gefallen, wo für eine ausgeglichene Alterspyramide doch 2,1 Kinder pro Frau notwendig wären. Eine erhebliche Rolle spielt dabei die Tatsache, dass es in Deutschland seit Ende der 1960er Jahre mindestens sechs Millionen Abtreibungen gab.

Die Bevölkerung Deutschlands ist gleichwohl von 79,75 Millionen (1990) auf 84,3 Millionen (Januar 2023) gestiegen. Es dürfte aufgrund dieses Zuwachses zumal von Zuwanderern jüngeren Alters (das durchschnittliche Einreisealter lag 2021 bei 24,8 Jahren) also keinen Fachkräftemangel geben.

Ungenutzte Potentiale

Zudem schlummern innerdeutsch nicht unerhebliche Potentiale: Jedes Jahr bleiben rund 100.000 junge Leute ohne Bildungs- und Berufsabschluss. Ein Drittel der derzeit 2,9 Millionen Studenten wird vermutlich ohne Abschluss bleiben. Das Alter der Hochschulabsolventen mit Masterabschluss hat sich bei knapp über 27 Jahre eingependelt. Das heißt: Viele Hochschulabsolventen kommen recht spät auf den Arbeitsmarkt. Die deutschen Hochschulen installieren zudem immer mehr Studiengänge, die nichts zum Sozialprodukt beitragen – siehe die Studiengänge in Genderforschung, kritischer Weißseins-Forschung, postkolonialer Forschung ...

Zuwanderung hin oder her: Damit allein ist es schon deshalb nicht getan, weil die Zugewanderten oder deren auch in Deutschland geborene Kinder bei Schulleistungstests oft ein bis zwei Schuljahre hinterherhinken. Das hat sich in allen Schulleistungsstudien seit dem Jahr 2000 bestätigt – soweit die Autoren von PISA, IGLU oder IQB-Studien diese Tatsache nicht unter den Tisch fallen ließen oder verschleierten. Nur wenige mutige Forscher bringen es auf den Punkt: Der Chemnitzer Psychologieprofessor Heiner Rindermann stellte 2015 fest: Ingenieure, die aus dem Nahen Osten nach Deutschland kommen, haben Realschulniveau. Das vergleichsweise niedrige Bildungsniveau Zugewanderter (hier im Alter von 25 bis 34) wird auch von „Eurostat“ bestätigt. Danach sind 29,2 Prozent „Niedrigqualifizierte“, das heißt, sie haben keine Berufsausbildung und keinen höheren Schulabschuss (Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft).

Außerdem: Jährlich verlassen mehrere hunderttausend Deutsche das Land, viele für einige Jahre, viele auf Dauer – meist junge, akademisch oder anderweitig gut qualifizierte Leute. Viele aus beruflichen Gründen, viele wegen andernorts besserer Verdienstmöglichkeiten, viele wegen des deutschen Steuersystems und wegen hoher Lebenshaltungskosten in Deutschland. Viele auch wegen des politisch stickigen Klimas in Deutschland. Seit 1991 etwa sind 1,3 Millionen Deutsche ausgewandert und nicht zurückgekehrt.

Obendrein gab es in Deutschland im Januar 2023 2,6 Millionen Arbeitslose. Und ein Drittel (exakt 32,1 Prozent) davon ist jünger als 35 Jahre. Das bedeutet: Zuletzt waren/sind fast 900.000 Arbeitslose jünger als 35, also fähig für eine Ausbildung oder eine Umschulung, die auf längere Sicht trägt.

Hinzu kommen gewisse Mentalitätswandlungen: Der deutsche Michel macht in immer größerer Zahl auf „Work-Life-Balance“ und in der Folge auf Vier-Tage-Woche. Damit fällt ein Fünftel seiner bisherigen Arbeitszeit aus. Und: Die „Ampel“ hat ein Bürgergeld installiert, das man gegebenenfalls ab dem 15. Lebensjahr haben kann und das so manchen Bezieher dieser Wohltat zumindest ebenso gut dastehen lässt, wie wenn er einem Vollzeitjob nachginge. Der Deutsche Handwerksverband kritisierte nicht ganz zu Unrecht, dass das Bürgergeld Geringverdiener antriebslos mache: „Die Verbesserungen für die Bezieher beim Schonvermögen, der Wegfall von Sanktionen, die deutliche Anhebung des Regelsatzes, die komplette Übernahme der stark gestiegenen Heizkosten – all das wird dazu führen, dass sich für mehr Menschen als bisher das Nicht-Arbeiten mehr lohnt als das Arbeiten.“

Lösungsansätze

Die demographische Entwicklung lässt sich nicht umkehren. Aber es gibt Möglichkeiten, mit dem Fachkräftemangel mit Binnenkräften und auch ohne hohe Zahlen an Zuwanderern klarzukommen. Es muss erstens gelingen, die Zahl der Bildungs-, Ausbildungs- und Studienabbrecher wenigstens zu halbieren, dann stehen pro Jahr 200.000 bis 300.000 Fachkräfte zusätzlich zur Verfügung. Es muss zweitens gelingen, das jüngere Drittel der Arbeitslosen zu qualifizieren oder umzuschulen, dann steht eine halbe Million Arbeitskräfte mehr zur Verfügung. Es muss drittens gelingen, die Zahl der Auswanderer zu halbieren, dann stehen sofort ein- bis zweihunderttausend Hochqualifizierte zur Verfügung. Es muss viertens gelingen, das Rentenalter anzuheben, dann steht mindestens eine halbe Million Fachkräfte mehr zur Verfügung. Eine unsoziale Maßnahme wäre das nicht, es wäre dies ein Beitrag zu einem ausgeglichenen Generationenvertrag. Denn die Lebenserwartung steigt unvermindert an. Konkret: In Deutschland betrug die Lebenserwartung von Frauen im Jahr 2021 im Schnitt 83,4 Jahre, bei Männern im Schnitt 78,5 Jahre.

Deutschland hätte auch ohne Zuwanderung eine „stille Reserve“ an mindestens zwei bis drei Millionen Fachkräften. Das schließt das Anwerben von Fachkräften aus dem Ausland nicht völlig aus. Aber dann eben nicht als Anwerben ins deutsche Sozialsystem, sondern ins deutsche Beschäftigungssystem. Es muss um ein Modell gehen, wie es etwa Kanada, Australien und Neuseeland praktizieren. Von hundert Zuwanderern, die man dort aufnimmt, werden 80 aufgrund ihrer Qualifikation aufgenommen, zehn Prozent aus Gründen der Familienzusammenführung und zehn Prozent aus humanitären Gründen.

• Josef Kraus war bis zur Pensionierung 2015 Gymnasialdirektor in Niederbayern und von 1987 bis 2017 ehrenamtlicher Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. Zu seinen Büchern gehören „Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt“ (Herbig 2017) und „Der deutsche Untertan. Vom Verlust des eigenen Denkens“ (Langen Müller 2021).


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Kommentare

Wolfgang Beck am 19.03.23, 21:09 Uhr

Der Artikel handelt von Einwanderung, Migration. Hierzu mal eine grundsätzliche Bemerkung; Im Grundgesetz gibt es diesbezüglich einen Artikel, und zwar den Artikel 11 - Überschrift Freizügigkeit
(1) Alle Deutschen genießen Freizügigkeit im ganzen Bundesgebiet.
(2) Dieses Recht darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes und nur für die Fälle eingeschränkt werden, in denen eine ausreichende Lebensgrundlage nicht vorhanden ist und der Allgemeinheit daraus besondere Lasten entstehen würden oder in denen es zur Abwehr einer drohenden Gefahr für den Bestand oder die freiheitliche demokratische Grundordnung des Bundes oder eines Landes, zur Bekämpfung von Seuchengefahr, Naturkatastrophen oder besonders schweren Unglücksfällen, zum Schutze der Jugend vor Verwahrlosung oder um strafbaren Handlungen vorzubeugen, erforderlich ist.
Entscheidend ist natürlich der Absatz 1. Eigentlich sollte man meinen, die Freizügigkeit wäre eine Selbstverständlichkeit, ein solcher Artikel wäre demzufolge überflüssig. War er den Verfassern des GG aber offensichtlich nicht. Meine Erklärung: man ging damals davon aus, daß Demokratie von den Staatsbürgern lebt, bzw. getragen wird, die seßhaft sind, die möglichst immer am selben Ort verbleiben; die sich mit den Menschen dort identifizieren, und sich deshalb für ihre Belange vor Ort einsetzen. (Das dürfte heute noch genauso zutreffen.) Dieser Artikel steht zweifelsfrei im Widerspruch zu diesem demokratischen Prinzip; er ist gewissermaßen ein Zugeständnis an den liberalen Charakter eines demokratischen Rechtsstaates - ganz offensichtlich ein sehr problematisches Zugeständnis. Was eindeutig klar zu erkennen ist, das Auswandern, d.h. das Verlassen des Staatsgebietes auf Dauer ist nicht erlaubt. Dergleichen war offensichtlich für die Verfasser gar nicht denkbar. Um es auf den Punkt zu bringen: so wie das GG Auswanderung verbietet, verbietet es logischerweise natürlich auch Einwanderung.

Cornelius Angermann am 12.03.23, 16:03 Uhr

Zitat: "Allein eine Halbierung der Zahl der Bildungs-, Ausbildungs- und Studienabbrecher brächte pro Jahr 200.000 bis 300.000 Fachkräfte"

Das mag so sein, das Problem jedoch ist, dass man Intelligenz und Leistungswillen nicht einfach per Gesetz verordnen kann. Das ist zum Teil angeboren (Intelligenz), zum Teil anerzogen (Intelligenz und Leistungsbereitschaft). Und schon gar nicht würde dies irgendwelche kurzfristigen effekte zeigen. Was man in 30 - 40 Jahren verbockt hat, in denen linke Regierungen unser Bildungssystem durch stetige Absenkung der Anforderungen und solche Idiotien wie Inklusion und Masseneinwanderung von bildungsunfähigen und -unwilligen Migranten kaputtgemacht haben, kann man jetzt nicht in wenigen Monaten bis 2 Jahren aufholen. Mehr Zeit haben wir zur Behebung dieses Misstands jedoch gar nicht, bevor alles den Bach runtergeht.

Wenn es da eine Besserung geben soll, dann nur, wenn wir linke Regierungen und Parteien für die nächsten 30 Jahre von jeglicher Einflussnahme auf unsere Gesellschaft ausschließen könnten. sonst wird das nichts!

Gregor Scharf am 12.03.23, 13:32 Uhr

Die Lösungsansätze entstammen wohl der Rubrik „man wird ja wohl noch träumen dürfen“. Dabei ist jedem bewusst, der noch im Berufsleben steht und die gravierenden Abwärtsschübe der letzten drei Dekaden miterlebt hat, dass mit einer derart undisziplinierten Bevölkerung das Markenzeichen „Made in Germany“ nicht mehr zu halten ist. Das Qualitätsniveau sinkt dramatisch, weil Menschen ohne Bildung es nicht wahrnehmen können. Wehrpflicht ist zwingend notwendig, um aus planlos Dahintreibenden Frauen und Männern zu machen, die zielstrebig und verantwortungsbewusst durchs Leben gehen und somit eine Stütze der Gesellschaft werden. Das erfordert jedoch Härte, Selbstdisziplin und die Identifikation mit dem Heimatland. So gesehen, benötigen wir eine Gehirnwäsche für breite Massen der Bevölkerung. Wenn das erkannt und umgesetzt wird, gesundet Deutschland auch mit oder erst recht durch den demographischen Wandel. Während man die Firstnations anderenorts unterstützt, werden sie hier unterdrückt und ihrer Herkunft entfremdet. Darin liegt das Hauptproblem unserer Zeit. Das Volk verleugnet seine eigenen Wurzeln, welkt dahin, verliert sich im Helfersyndrom durch unzureichende Vergangenheitsbewältigung und kämpft nicht mehr für sein eigenes Lebensrecht.

Hank Boll am 12.03.23, 12:33 Uhr

Für den von staatlicher Umverteilung lebendem Lehrer ist es natürlich Ehrensache, das System das ihn nährt erhalten zu wollen und die Disziplinargesetzgebung unterstützt ihn dabei. Er kann deshalb auch nicht formulieren, dass seine Pensionsansprüche mit echten Lösungen kollidieren. Die bestehen nicht darin ein für nachwachsende Generationen zunehmend nutzloses System „verbessern“ zu wollen, sondern den Laden konsequent zu keulen und den zu Millionen nach Deutschland strömenden Versorgungssuchern klar zu machen, dass Hand aufhalten zukünftig nicht mehr läuft. Dass Gerede von „Fachkräftereserven“ tut nicht nur so, als hätte es die Diskussionen der lezten 30 Jahre und die ständigen Beschwörungen vom Fk-Mangel nicht gegeben, sondern blendet vollkommen aus, dass bereits Millionen der eigenen Leute sich bequem jenseits von Verpflichtungen gegenüber den finanziellen Ansprüchen durch die im Staat vermachteten Versorgungsinteressen organisieren. Gleichzeitig stellt die ökonomische Basis durch Ressourcenverlagerung und Modernisierung ohne Rücksichtnahme die Erhaltung des Ausmasses der Umverteilung in Frage. Eine gute Entwicklung.

Kersti Wolnow am 12.03.23, 08:36 Uhr

Einen Generationenvertrag kann es nur unter Gleichen geben, alles andere ist Zwang, unnatürlich, gegen die Natur. Was jetzt geschieht, ist eine fette Lüge: 1. den Hergelockten gegenüber, deren Anspruchshaltung nicht erfüllt werden kann und sich deshalb Ärger breitmacht und unter denen, die keine Gäste haben wollen, weil die Konkurrenten auf dem Wohn- und Arbeitsmarkt sind.
Doch das interessiert die Gesellschaftsbastler nicht. Der Dollar muß wandern.

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