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Vor 100 Jahren erschien F. Scott Fitzgeralds berühmter Roman – Inspirationsquelle war Long Island östlich von New York
Eines der bedeutendsten literarischen Werke der Moderne und gleichzeitig lebendiges Porträt der Goldenen Zwanziger in den USA ist der Roman „Der große Gatsby“. Vor 100 Jahren ist F. Scott Fitzgeralds Buch erstmals erschienen. Long Island, „diese schmale, stürmische Insel östlich von New York“, wie Fitzgerald einst schrieb, war nicht nur Inspiration für seine Geschichte um den schillernden Millionär Jay Gatsby, sondern auch Schauplatz eines großen Teils der Handlung.
Der Schriftsteller selbst lebte von 1922 bis 1924 mit seiner Frau Zelda auf der Insel, und zwar in Great Neck an der Nordküste. Hier begann er auch mit der Arbeit an seinem Buch. Great Neck wurde schließlich zur Vorlage für das fiktive West Egg in der berühmten Liebesgeschichte um Gatsby und dessen Jugendliebe Daisy Buchanan. Auf deren Spuren wandeln heute viele Touristen.
Oheka Castle, das die sogenannte Gold Coast an der Nordküste von Long Island überragt, gilt als Vorbild von Gatsbys Villa. Fertiggestellt im Jahr 1919 für den deutschstämmigen Finanzier und Philanthropen Otto Hermann Kahn, war das beeindruckende Anwesen im Stil eines französischen Châteaus der Schauplatz rauschender Partys, zu denen Könige, Staatspräsidenten, Hollywoodstars und andere Prominente kamen.
Die heutigen Besitzer haben das Gebäude mit seinen 127 Zimmern restaurieren lassen. Jetzt ist es sowohl Hochzeitsort als auch Boutique-Hotel mit 34 individuell gestalteten Zimmern. Auf dem 443 Hektar großen Anwesen finden alljährlich im Juni Gatsby-Partys statt, bei denen Kostüme aus den 1920er Jahren zum Dresscode gehören.
Der Nobelort Great Neck an der Nordküste von Long Island diente als Inspiration für West Egg in Fitzgeralds berühmter Liebesgeschichte. Das Inn at Great Neck wurde 1995 eröffnet und bietet mit seinen 85 Zimmern und Suiten eine Fülle dramatischer Art-Déco-Akzente. Vorbild für Daisy Buchanans Haus im fiktiven East Egg, dem malerischen Ort Sands Point, soll Land's End gewesen sein, ein weißes Herrenhaus im Kolonialstil, das allerdings 2011 abgerissen wurde.
Das 216 Hektar große Sands Point Preserve direkt am Long Island Sound ist berühmt für seine drei Herrenhäuser im Gatsby-Stil – und alle können besichtigt werden. Hempstead House, auch bekannt als Gould-Guggenheim-Estate, wurde 1912 vom Eisenbahnerben Howard Gould erbaut. Das Anwesen wurde später an Daniel und Florence Guggenheim verkauft. Das jüngste der drei Herrenhäuser, Falaise, entstand 1923 für Harry F. Guggenheim und dessen Frau Caroline Morton und ist einer normannischen Burg aus dem 13. Jahrhundert nachempfunden. Der gesamte Park des Sands Point Preserve mit seinen Naturpfaden durch Wälder, Wiesen und Gärten lädt zum Spazieren und Wandern ein.
www.discoverlongisland.com Neuerscheinungen von The Great Gatsby in den Verlagen Manesse (352 Seiten, 30 Euro), Kampa (296 Seiten, 26 Euro) und Insel (212 Seiten, 15 Euro)