18.01.2026

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Vereinigte Staaten

Die USA verschärfen den außenpolitischen Kurs

Nicht nur Venezuela im Visier – Wer als Staat im Drogenhandel mitmischt, kriegt es mit Donald Trump zu tun

Jens Eichler
18.01.2026

Mit dem Vorgehen gegen Venezuela hat US-Präsident Donald Trump ein außenpolitisches Signal gesetzt, das weit über Lateinamerika hinausreicht. In Reden und Interviews macht der Präsident deutlich, dass er bereit ist, amerikanische Macht auch künftig entschlossen einzusetzen, wenn er die nationale Sicherheit der USA bedroht sieht. Venezuela steht dabei aus Sicht des Weißen Hauses exemplarisch für Staaten, die nach Trumps Auffassung Drogenhandel, organisierte Kriminalität und feindliche politische Strukturen dulden oder sogar fördern.

Trump begründet seinen Kurs mit innenpolitischen Argumenten. Der Kampf gegen den internationalen Drogenhandel, insbesondere gegen Kokain- und Fentanylrouten, wird von ihm als Frage von Recht und Ordnung sowie des Schutzes amerikanischer Familien dargestellt. Venezuela gilt in dieser Logik als Drehkreuz krimineller Netzwerke und als politisch gescheiterter Staat, der sich der Verantwortung entziehe. Militärische Stärke soll nach Trumps Überzeugung abschreckend wirken und andere Regierungen zwingen, stärker mit den USA zu kooperieren.

Doch Venezuela war aus Sicht des Präsidenten nicht der einzige Problempunkt. Immer wieder hat Trump Länder genannt, die nach seiner Darstellung eine direkte oder indirekte Gefahr für die Vereinigten Staaten darstellen. In Lateinamerika betrifft dies vor allem Mexiko und Kolumbien. Beide Länder stehen im Fokus, weil von dort große Teile des Drogenstroms in Richtung Norden ausgehen. Trump hat mehrfach angedeutet, dass er notfalls auch einseitige Maßnahmen nicht ausschließt, sollte die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Regierungen aus seiner Sicht unzureichend bleiben. Darüber hinaus hat er auch Staaten außerhalb der westlichen Hemisphäre erwähnt, wenn es um Terrorismus, religiöse Gewalt oder strategische Bedrohungen geht.

Innerhalb der Republikanischen Partei stößt dieser Kurs auf überwiegend wohlwollende Reaktionen. Viele Parteifreunde unterstützen Trumps Linie ausdrücklich. Besonders konservative Wähler honorieren die klare Sprache des Präsidenten und seine Bereitschaft, nationale Interessen über multilaterale Rücksichten zu stellen.

Gleichzeitig melden sich auch in den eigenen Reihen kritische Stimmen. Einige republikanische Senatoren mahnen zur Zurückhaltung und verweisen auf die Rolle des Kongresses bei militärischen Entscheidungen sowie auf mögliche langfristige Folgen für die internationale Stabilität. Trumps Anhängerschaft außerhalb Washingtons zeigt sich dagegen weitgehend geschlossen. Für viele seiner Wähler verkörpert der Präsident Entschlossenheit und Führungsstärke in einer unsicheren Welt. Sie erwarten von ihm, dass er handelt, wo andere verhandeln.

Fest steht: Mit seinem Vorgehen gegen Venezuela und seinen klaren Warnungen an andere Staaten verschärft Donald Trump den außenpolitischen Ton der Vereinigten Staaten deutlich. Ob diese Strategie langfristig mehr Sicherheit bringt oder neue Konflikte schafft, wird nicht zuletzt davon abhängen, wie geschlossen Amerika – politisch wie gesellschaftlich – hinter diesem Kurs steht.


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