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Eine der Sehenswürdigkeiten Königsbergs: das ab 1953 auf der Grundlage des Neuen Schauspielhauses errichtete Dramentheater
Foto: J.T.Eine der Sehenswürdigkeiten Königsbergs: das ab 1953 auf der Grundlage des Neuen Schauspielhauses errichtete Dramentheater

Königsberg

Doppeljubiläum in der Pregelmetropole

Das Dramentheater wurde 60 und das Ozeanmuseum 30 Jahre alt

Jurij Tschernyschew
22.05.2020

Vor 60 Jahren fand die feierliche Eröffnung des Dramentheaters in der Hufenallee statt. Das einstige Gebäude des Neuen Schauspielhauses wurde 1912 nach Plänen des Architekten Otto Walter Kuckuck erbaut. Zunächst bezog das Neue Luisentheater das Gebäude. Gespielt wurden Opern, Operetten und Schauspiele. Nach zwei Jahren wurde das Theater umgebaut. Der Berliner Architekt Oskar Kaufmann erweiterte den Zuschauerraum auf 980 Sitzplätze und ab 1927 bespielte das Ensemble des Neuen Schauspielhauses das Gebäude. Das Theater erfreute sich damals großer Beliebtheit bei den Bürgern. 

Während des Kriegs wurde das Theater stark beschädigt. Die Sowjets wollten es bereits 1947 wieder aufbauen, als das Gebietstheater gegründet wurde. Allerdings gelang es nicht, die notwendigen Mittel für die teuren Bauarbeiten aufzutreiben. Erst 1952, mit der Unterstützung des Ministerrats von Königsberg, wurde mit dem Bau eines neuen Theaters begonnen. Am Moskauer Institut „Giproteatr" begannen die Arbeiten an dem Projekt und im November 1953 traf der Architekt Pjotr Kuchtenkow in Königsberg ein, um seine Pläne vorzustellen. Die Rekonstruktion dauerte sechs Jahre lang. Der Hauptkorpus wurde kaum verändert. Es wurden jedoch massive Säulen errichtet, neue Dekorationselemente angebracht, das Theater wurde mit einem prächtigen Fries mit Girlanden und Porträts der russischen Schriftsteller Puschkin, Gogol, Majakowskij und Turgenjew geschmückt. 

Das erneuerte Gebäude hatte 930 Sitzplätze. In der Sowjetzeit war das Theater der Hauptbühnenort der Region und wurde auch als Veranstaltungsort für offizielle Großveranstaltungen und regionale Parteikonferenzen genutzt. Auch heute noch ist es einer der Hauptveranstaltungsorte für kulturelle Großveranstaltungen. 

Ein Museum der Weltmeere

Eines der größten Museen der Russischen Föderation, das sich mit dem Meer befasst, wurde vor 30 Jahren gegründet, nachdem der Ministerrat der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik „die Schaffung eines Museums der Weltmeere" in Königsberg beschlossen hatte. Das Museum ist bis heute eine Bundeseinrichtung und untersteht somit direkt dem russischen Kulturministerium. Wladimir Putin persönlich beglückwünschte die Mitarbeiter des Ozeanmuseums zum 30. Jubiläum. Die Ansprache des Präsidenten wurde auf der offiziellen Website des Kremls veröffentlicht. 

In den ersten Jahren hatte das Museum keine eigenen Exponate und war in einem Gebäude in der Waldburgstraße [ul. Gorkowo] untergebracht, von wo aus zuvor das Museum für Geschichte und Kunst in die Stadthalle am Schlossteich umgezogen war. Die ersten Besucher konnte das Museum erst 1994 empfangen, als das Forschungsschiff „Vitjas" in Königsberg anlegte. Dieses wurde komplett auseinandergenommen, restauriert und zum ersten Ausstellungsobjekt des Museums. Heute erstreckt sich die historische Flotte des Ozeanmuseums entlang des Pregelufers, an dem unter anderem die Legende der nationalen Ozeanografie, das Forschungsschiff „Vitjas", das Weltraumkommunikationsschiff „Kosmonaut Viktor Pazajew", das U-Boot B-413, das Fischereischiff SRT-129 sowie der schwimmende Leuchtturm „Irbenskij" liegen. 

Im Hauptgebäude des Museums erzählen Aquarien von der Unterwasserwelt und der Erforschung der Ozeane. Zu den Exponaten der Halle gehört eines der größten Pottwalskelette der Welt. Der Ausstellungskomplex „Packhaus" und das „Marinezentrum" erzählen von der Geschichte der Seereisen. Die historischen und kulturellen Zentren „Die Große Botschaft" und „Schiffsauferstehung" befinden sich in den Filialen Königstor und Friedrichsburger Tor. Das Museum unterhält eine Außenstelle in St. Petersburg, wo sich der Eisbrecher „Krasin" befindet. 

Das Ozeanmuseum erstreckt sich heute über eine Fläche von über 4,25 Hektar, die Ausstellungsfläche ist mehr als 10.000 Quadratmeter groß. 2019 zählte das Museum zirka 700.000 Besucher. Ende vergangenen Jahres hat sich die Ausstellungsfläche beinahe verdoppelt, nachdem die Bauarbeiten an dem Großprojekt, dem neuen Ausstellungskomplex „Planet Ozean", fertiggestellt wurden. Der Komplex ist die Hauptattraktion des Museums und das größte Bauwerk im Stadtzentrum.



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