27.09.2021

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Staatliche Fürsorge oder Übergriffigkeit? Impfen in Zeiten von Corona
Foto: MauritiusStaatliche Fürsorge oder Übergriffigkeit? Impfen in Zeiten von Corona

Kommentar

Druck ohne Recht

Die Debatte um eine mögliche Impflicht gegen Corona wird zunehmend schärfer. Doch wie gerechtfertigt wäre ein Eingriff in die Willensfreiheit der Bürger?

Hans Heckel
15.09.2021

Der Druck auf Ungeimpfte wird von Tag zu Tag penetranter. Die Behauptung, die Impfung sei freiwillig, erscheint vor diesem Hintergrund mittlerweile zynisch. Denn Freiheit bedeutet, ohne Zwang oder künstlich erzeugte Nachteile frei entscheiden zu können, was man für richtig hält – und was nicht.

Die freie Selbstbestimmung über den eigenen Körper zählt zu den elementarsten Grundfreiheiten überhaupt. Wer hier die Säge ansetzt, muss einschneidende Argumente vorbringen können, denen kein einsichtiger Mensch widersprechen mag.

Der Impfdruck wird mit dem mahnenden Hinweis gerechtfertigt, niemand habe die Freiheit, Risiken zulasten anderer einzugehen. Das klingt zunächst plausibel: Die Rechte des einen enden, wo die Rechte des anderen beginnen. Dieses Argument geht im vorliegenden Fall jedoch ins Leere.

So ist es in einer modernen Gesellschaft gar nicht völlig vermeidbar, gewisse Risiken zulasten anderer einzugehen. Das enge Zusammenleben bringt es mit sich, dass sich unser Verhalten immer auch auf andere auswirkt, die wir nicht um ihr Einverständnis fragen. Diese Beeinträchtigung muss allerdings in einem vertretbaren Rahmen bleiben.

Doch in diesem Rahmen bleibt das Risiko, das ein Ungeimpfter für einen Geimpften bedeuten kann, allemal – so denn Hersteller und Befürworter der Impfstoffe recht haben. Laut ihnen sinkt das Krankheitsrisiko durch die Impfung nämlich auf ein Minimum. Wenn Ungeimpfte also irgendjemanden besonders gefährden sollten, dann sind dies (von kleinen, besonders vulnerablen Gruppen abgesehen, die für sich ohnehin besondere Schutzmaßnahmen ergreifen müssen und schon immer mussten) nur sie selbst und ihresgleichen. Damit aber fällt die Rechtfertigung für den massiven Impfdruck.



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Kommentare

Mats Osrig am 19.09.21, 11:51 Uhr

Gut gesagt, @Tom Schroeder! "Wir werden aber langfristig irgendwann mit dem Virus in Kontakt kommen und krank werden..."
Überspitzt formuliert bedeutet das: " Wer sich gegen die Impfung entscheidet, entscheidet sich für die Infektion!"
Und somit für ein - um ein vielfaches erhöhtes - Risiko, an schweren Krankheitsfolgen der Corona-Infektion zu leiden, als es die Impfung mit einem mRNA-Impfserum je haben kann. Dieses Risiko schwerer Infektionsfolgen steigt um so stärker an, je älter einer ist, aber es ist ein Trugschluss, zu denken, in jungen Jahren treffe es einen nicht so schwer! Eine Covid-19-Infektion ist eben keine Grippe - etwas, das ich selbst auch erst mit einiger Verzögerung verstanden habe!

Und die Vorteile einer Impfung liegen auf der Hand: Ein geringeres Risiko, sich überhaupt zu infizieren!
Und wenn man sich doch infiziert- leider gibt es keinen 100-prozentigen Schutz - dann verläuft die Infektion deutlich weniger aggressiv, als ohne Impfschutz! Über 90 Prozent der Corona-Patienten, die auf einer Intensivstation beatmet werden müssen, sind nicht geimpft (siehe RKI-Bericht vom 20.08.21)!

Mehr noch, trotz eigener Infektion ist nach einer Impfung die Wahrscheinlichkeit, andere Menschen zu infizieren, deutlich geringer, als bei Ungeimpften!

Und hier kommt das Thema Impf-Pflicht ins Spiel:
Ob nun der Staat durch Anordnungen die Menschen zum Impfen verpflichten soll, muss selbstverständlich sorgfältig abgewogen werden, denn es würde zweifellos mit einer gewissen Einschränkung der Freiheit des Einzelnen einher gehen!
Aber es geht letztlich um den Schutz Dritter!
Sich gegen eine Impfung zu entscheiden und das Risiko in Kauf zu nehmen, jämmerlich an der Infektion zu sterben, könnte sicherlich einem selbst überlassen werden. Aber es ist meiner Ansicht nach fahrlässig, sich nicht impfen zu lassen mit dem Wissen, was eine Infektion für Folgen für Andere haben kann, die man möglicher Weise infiziert!
Diese fahrlässige Gefährdung Dritter muss dazu führen, dass der Staat seine Schutzpflicht wahrnimmt und Maßnahmen ergreift, die helfen können, das Risiko von Ansteckungen zu verhindern - und das höchste Risiko geht eben durch Menschen aus, die sich nicht impfen lassen!

Es wäre zu wünschen, dass die Menschen Vernunft walten und sich impfen lassen - ganz ohne Zwang! Über Ängste und Befürchtungen kann man reden, aufklären und Risiken mit einander in Relation setzen! Und dann kann man eigentlich - jenseits aller Ideologie - nur eine Entscheidung geben! Nämlich die pro Impfung!

Josef Hueber am 19.09.21, 06:53 Uhr

Bei der Diskussion um die Impf-Verweigerer wird völlig außer Acht gelassen, WARUM sie sich nicht impfen lassen wollen. Im Gegensatz zu den traditionellen Impfungen geht es hier um ein riesiges Experiment am Menschen. Die Impfstoffe gegen Covid haben m.W. eine lediglich vorläufig gültige Zulassung, das traditionell übliche Testverfahren hinsichtlich Unbedenklichkeit wurde nach Meinung vieler Fachleute im Zeitraffermodus durchgepeitscht. Damit trifft der Gefährdungsvorwurf nicht die Ungeimpften gegenüber den Geimpften, sondern die Pro-Impfung -Lobby gegenüber den zurecht skeptischen Verweigerern. IHNEN wird das Recht auf körperliche Unversehrtheit abgesprochen bzw. die Pflicht auferlegt, Versuchskaninchen zu spielen. Das ist im Grunde ungeheuerlich. Man fragt sich, wo eigentlich Defizite an Verantwortung bestehen.

Tom Schroeder am 15.09.21, 21:50 Uhr

Nun tut ja alle Welt so, als sei das mit dem Impfen schon vorbei - ist es aber nicht. Ich sehe das Impfen als einen Riesenfortschritt - ich habe mich auch impfen lassen - bin nun auch etwas entspannter. Wir werden aber langfristig irgendwann mit dem Virus in Kontakt kommen und krank werden, besser mit Impfung in meinem Alter. Das sollte aber jeder für sich entscheiden können, dann auch ob man Ungeimpfte sehen möchte oder nicht - nur das sieht man denen eben nicht an. Also was tun? Vielleicht einfach laufen lassen und wer ohne Impfung sterbenskrank wird hat Pech gehabt? Ich denke im UK und in DK werden wir das so ähnlich sehen. Im Gesundheitswesen, Hege und Pflege kann man schon über eine Impfpflicht nachdenken, nur wenn es jemand nun partout nicht will? Kann man faktische Berufsverbote erteilen? Verfassungsmäßig alles sehr bedenklich, aber die Auslegung derselben biegt man ja sowieso schon immer bei jeder Gelegenheit hin. Das Endspiel der deutschen Nachkriegsdemokratie hat schon 1949 begonnen - alles zu kompliziert, abstrakt und damit flexibel interpretierbar geregelt - Liberalität war noch nie ein deutsches Kulturgut.

Michael Holz am 15.09.21, 21:01 Uhr

In Deutschland sollen die Ungeimpften eine besonders gekennzeichnete Maske tragen, habe ich gehört. Ich hoffe nur, dies ist ein "Feke news". So etwas gab es in Deutschland schon einmal. Landsleute, jüdischen Glaubens, mussten den gelben Davidstern tragen bis sie vergast wurden.
Was steht meinen armen Landsleuten bevor? Was für ein Zeichen müssen sie tragen, bis sie vom aufgehetzten Mob ermodet werden?
"Denk ich in Deutschland in der Nacht ..."

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