02.08.2021

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Müllverbrennung in Allenstein

Energiegewinnung aus Abfällen

Ein modernes Kraft-Wärme-Kopplung-Heizkraftwerk soll die Stadt gemäß EU-Normen versorgen

Dawid Kazanski
03.12.2020

Allenstein ist eine dynamisch wachsende Stadt und benötigt immer mehr Wärmeenergie. Der Bau eines neuen Heizkraftwerks wurde auch deshalb notwendig, weil der Konzern Michelin 2010 den Vertrag über die Lieferung von Wärme für die Bewohner einiger Stadtsiedlungen gekündigt hatte. Eine Teilreaktion darauf war der Bau eines Bioheizwerks in Kortau, das jedoch nicht in der Lage ist, so viel Wärme zu erzeugen, wie benötigt wird.

Daher haben die Stadtbehörden gemeinsam mit dem städtischen Wärmeenergieunternehmen nach einer anderen Lösung gesucht. Schließlich wurde ein Konzept erarbeitet, das es einerseits möglich macht, ohne Kohleverbrennung auszukommen und damit der von der Europäischen Union postulierten „Klimaneutralität“ näherzukommen, andererseits aber auch das Problem der Abfallentsorgung zu lösen. Vor Kurzem wurde mit dem Bau einer modernen Verbrennungsanlage begonnen, die sowohl die Müllentsorgung als auch die Energierückgewinnung ermöglichen soll.

Verwendung lokaler Abfälle

Das neue Heizkraftwerk, das in der Karl-Roensch-Straße errichtet wird, ist die wichtigste Investition der Stadt in den letzten Jahren. Unter Berücksichtigung der EU-Politik in Bezug auf die Emissionsreduzierung von Kohlendioxid, Staub, Schwefel und Stickoxiden, die angeblich zur Beschleunigung der globalen Klimaerwärmung beitragen, soll der Neubau das Heizsystem von Allenstein grundlegend verändern. Das kohlebetriebene Heizkraftwerk von Michelin wird durch eine Anlage für die thermische Umwandlung von Abfällen mit den strengsten Emissionsvorschriften ersetzt.

Das wichtigste Merkmal dieser „Energierevolution“ wird die Verwendung von lokalen Abfällen sein. Wärme wird dabei im Prozess der sogenannten Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt. Das bedeutet, dass man zur gleichen Zeit Strom und Nutzwärme herstellt. Das Projekt wird von einem Konsortium durchgeführt, das sich aus der südkoreanischen Firma Doosan Heavy Industries and Construction sowie der deutschen Firma Dossan Lentjes zusammensetzt. Das Unternehmen Strabag wird die Bauarbeiten durchführen. In der Hochbetriebsphase sollen auf der Baustelle 800 bis 1000 Menschen arbeiten.

Die neue Wärmeanlage soll schon in naher Zukunft das Heizkraftwerk von Michelin reibungslos und ohne Unterbrechung der Wärmeversorgung an den Endverbraucher ersetzen. Laut Planung soll es im Jahr 2023 so weit sein. Auf diese Weise erhält Allenstein in drei Jahren eine Technologie, die heute in führenden Heizkraftwerken auf der ganzen Welt eingesetzt wird. Die neue Anlage soll sich durch einen hohen Wirkungsgrad und sehr niedrige Emissionswerte auszeichnen. Die Verbrennungsanlage, deren Kernstück ein Kraftwerksblock für die thermische Umwandlung alternativer Brennstoffe und ein Gas-Öl-Spitzenlastkesselhaus werden sollen, wird mit einer Anlage zur Begrenzung der Emission von Stickoxiden sowie mit Systemen zur Überwachung des Ausstoßes von Quecksilber, Dioxinen und Furanen ausgestattet.

Effizient und umweltfreundlich

In Vorbereitung auf den Bau des neuen Heizkraftwerks sollte der örtlichen Gesellschaft durch viele Beiträge in den Medien und durch eine öffentliche Debatte bewusst gemacht werden, dass der Abfall, der täglich in den Mülltonnen landet, ein wertvoller Rohstoff mit hohem Energiewert sei. Ein großer Vorteil der Einrichtung sei, dass Anlagen dieser Art der effizienten Nutzung von Abfällen die Mülldeponien reduzieren und so die Umwelt schützen.

Nach dem Siegerentwurf des Architekten Maciej Powązka soll der Gebäudekomplex des neuen Öko-Heizkraftwerks einerseits mit der Zivilisation und andererseits mit der Natur in Verbindung gebracht werden. Die Elemente des Gebäudes bestehen aus grauen, unregelmäßigen Vielecken, die im Feld verstreuten Steinen ähneln sollen. Die Fassaden werden mit grünen Einschnitten versehen, die an Grashalme erinnern sollen, die auf einer Wiese wachsen. Das ganze Bauprojekt wird rund 800 Millionen Euro kosten.



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Kommentare

Siegfried Hermann am 06.12.20, 13:25 Uhr

"modernstes" BIO-Heizkraftwerk... mit thermische Umwandlung von Abfällen...
Aha!?
Mit anderen Worten: alter Wein in neue GRÜNEN Schläuchen, weil, das gab es im realexistierenden Sozialismus seit den 60zigern Jahren. Schnöde-Müll-verbrennungsanlage mit Fernwärme gekoppelt. Das war damals der letzte Schrei.
Gut.
In den 90zigern haben die Schweizer an den Grundsystem solange mit Kohle, Gas, ÖL, rumgebastelt, bis was deutlich besseres dabei raus kam, bei der praktisch keine Deponieabfälle (!) übrig bleibt, außer eine Melange ähnlich Asphalt, das im Straßenbau Verwendung findet. Dafür aber Stromerzeugung und Prozesswärme als Fernwärme gewonnen wird und hoch effizient ist. Seit dem gaben sich aus allen Herren Länder die Politiker die Klinke in die Hand, um das Konzept für ihre Länder zu adaptieren. Wenn das so eine Anlage ist, die mit aktueller hard- und software, Aktuatoren und Schadstoffneutralisierung ausgestattet ist, ist das ein enormer Fortschritt zum Sozialsmus, gelle!? Neu ist die Idee aber eben nicht.
Bei der Bauausführung... naja.
Doosan Heavy Industries = geleaste billigst-Bauarbeiter aus China
Lentjes = deutsches Spitzen Umwelt-Knowhow, da die Koreaer, bzw alle Asiaten schlicht nicht haben
Strabag = Bauaufsicht, deutsches Kowhow bei der Realisierung von deutscher Ingenieurs-Bauleistung.
Bei ersteren hab ich allerdings meine Zweifel ob datt watt wird. link Burj Khalifa.
Jetzt mal ein ganz andere Frage:
Macht das in Allenstein Sinn!?
Nee, nich wirklich.
Blockheizkraftwerke in dieser Größenordnung in dicht vernetzten Ballungsgebieten wie Berlin, Pott, HH, Rhein-Main ok,
aber, irgendwo in der Pampa, wo es im Winter locker minus 20 C über Wochen geht??? Das ist wie alle Monopole: Wenn es im Kraftwerk kracht, dann ist sprichwörtlich zappenduster in der Bude.
Wer also Versorgungssicherheit wie im Pott haben will, der ist mit einer dezentralen, redundanten Strom- und Wärmeversorgung für die eigene Bude besser bedient.
Schönen Nikolaus noch

sitra achra am 05.12.20, 13:40 Uhr

Diese Technologie ist allemal besser als die Windradpest der grünen Umweltzerstörer.

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