17.04.2024

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Blick in die Bischofsburger Ausstellung: Fotoapparate in Hülle und Fülle präsentieren sich den Besuchern
Foto: D.K.Blick in die Bischofsburger Ausstellung: Fotoapparate in Hülle und Fülle präsentieren sich den Besuchern

Bischofsburg

Fotoapparate aus aller Welt

Ausstellung im Haus des kreativen Schaffens „Sorboma“ – Die Sammlung enthält 1400 Exponate

Dawid Kazanski
20.03.2024

Bischofsburg ist eine schöne Kleinstadt im südlichen Ostpreußen mit mehr als 10.000 Einwohnern. Die Geschichte des Städtchens ist außergewöhnlich reich. Die Anhäufung von kulturellen und materiellen Gütern hat die Kleinstadt in einen sehenswerten Ort verwandelt.

Den Kern von Bischofsburg bildet die einzigartige räumliche Anordnung der Altstadt mit ihrem Marktplatz und den sieben Straßen, die im rechten Winkel zu den vier Himmelsrichtungen verlaufen. Die Bürgerhäuser aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, die sich entlang der Straßen befinden, erinnern an die einstige Blütezeit der Stadt.

Bei einem Besuch Bischofsburgs lohnt es sich, die größte Fotoapparate-Ausstellung der Region und sogar der ganzen Republik Polen zu besuchen, die von Wiesław Borowski gestaltet wurde. Nach dem Tod des Sammlers im Jahr 2020 hatte sein Sohn die Ausstellung geerbt. Die mehr als 1400 Exponate umfassende Sammlung ist im Haus des kreativen Schaffens „Sorboma“ im Stadtzentrum untergebracht, so, wie sie zu Lebzeiten des Sammlers bestanden.

Der Name der in dem historischen Gebäude untergebrachten Einrichtung leitet sich von dem Namen des ermländischen Bischofs Sorbom ab, der Bischofsburg die Stadtrechte verlieh. Schon vor Jahren berichteten die Medien über die größte Privatsammlung von Kameras. Damals erinnerte sich der Sammler daran, dass alles mit einer sowjetischen Smiena-Kamera begann, die er von seiner Mutter bekam und die sich freute, dass ihr Sohn als Jugendlicher in die weiterführende Schule aufgenommen worden war.

Die sowjetischen Kameras kaufte der junge Borowski von Leuten, die in die UdSSR reisten. Er besaß eine Vielzahl von Kameras der Marke Zenit, Zorka und Kiev. Zu einer Zeit, als das Internet noch ein Fremdwort war, eignete er sich Wissen in der Bibliothek an und abonnierte auch Fachliteratur wie die Monatszeitschrift „Foto“.

Zuwachs ab dem Jahr 2000
Um das Jahr 2000 wurden die traditionellen Fotoapparate durch Digitalkameras ersetzt. Zu dieser Zeit gaben die Menschen ihre alten analogen Geräte fast umsonst ab, und der Sammler konnte seine Bestände vergrößern. Viele Stücke erwarb Borowski während seiner Arbeit in Schweden auf den dortigen Flohmärkten.

Die älteste Kamera in der Sammlung – ein frühes Kodak-Modell – erwarb der Sammler in Polen auf einem Auktionsportal. Sie ist funktionstüchtig, ebenso wie 70 Prozent der Sammlung, darunter Klapp- und zwei Glasplattenkameras. Erwähnenswert ist ein wahres Juwel der Sammlung – ein Modell von Hasselblad. Mit einem Fotoapparat des gleichen Modells fertigten amerikanische Astronauten 1969 die ersten Fotos auf dem Mond. Außerdem gibt es in den Sammlungsbeständen mehrere Taschen-Spionagekameras, die von Geheimdiensten verwendet wurden, oder solche, die in polnischen und russischen Kampfflugzeugen eingebaut waren. Unter den unzähligen Exemplaren, die Borowski jahrelang gesammelt hat und nach denen er suchte, befinden sich sogar Unterwasserkameras.

Im Ausstellungsraum stehen in Glasvitrinen alle Arten von Kameras. Die Fotoapparate stammen aus fast allen Teilen der Welt, aus polnischer, deutscher, italienischer, amerikanischer, tschechischer oder japanischer Produktion. Praktica, Kiev, Exacta, Tessina, Zenit, Konica, Ricoh, Kodak, Zeiss, Canon, Bauer, Panasonic sind nur einige der Marken, die in den Vitrinen präsentiert werden. An den Wänden des Raums hängen Fotokopien von Artikeln, die diese Dauerausstellung thematisieren. Der Besuch der Kamerasammlung ist eine außergewöhnliche Reise in die Vergangenheit. Die Ausstellungsbesucher – und im Laufe der Jahre waren es nicht nur polnische Touristen, sondern auch Besucher aus verschiedenen anderen Ländern Europas, aus den USA und sogar aus Australien – können sich daran erinnern, wie früher auf Film fotografiert wurde, und die jungen Menschen erkennen, dass die Kamera ein eigenständiges Gerät war und nicht nur ein Accessoire für ein Smartphone. Der Eintritt zur Fotoapparate-Ausstellung ist kostenfrei.


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