20.05.2024

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Der Wochenrückblick

Gesät und geerntet

Wie „Antirassisten“ den Islamismus päppeln, und wie Nancy Faeser einfach weitermacht

Hans Heckel
04.05.2024

Früher war vieles leichter. Wäre die Hamburger Kalifats-Demo vor zehn Jahren passiert, hätten wir am nächsten Tag in fast allen Medien den warnenden Hinweis von Politikern, Journalisten und „Experten“ gelesen, dass die Vorkommnisse natürlich „nichts mit dem Islam zu tun“ hätten, weil die „übergroße Mehrheit der Muslime in Deutschland“ derlei Umtriebe scharf verurteile und treu zu unserer Demokratie stehe, weshalb der „antimuslimische Rassismus“ der Mehrheitsdeutschen das eigentliche Problem darstelle. Vielleicht hätte man sogar einen „Runden Tisch gegen Rechts“ eingesetzt, an dem „Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft“ Maßnahmen erörtern gegen die zu befürchtende „Instrumentalisierung“ der radikal-islamischen Demo.

Diese gute alte Zeit erhob noch drei Tage vor der Demo ihr Haupt im Hamburger Landesparlament der Bürgerschaft. Dort lehnten SPD und Grüne mit ihrer Mehrheit einen von der AfD unterstützen CDU-Antrag ab, auf ein Verbot von „Muslim Interaktiv“ hinzuwirken, dem Verein hinter der Kundgebung. Das ist den Roten und Grünen jetzt angeblich peinlich. Na ja, wollen wir mal glauben.

Wie kam es nur zu dieser Radikalisierung? Das fragen sich jetzt alle ganz aufgeregt. Nun, Raheem Boateng, der Haupteinpeitscher der Demo, kann auf eine solide Vorarbeit von „Politik und Zivilgesellschaft“ aufbauen, welche mit ihren Bemühungen die Grundlagen für seine stolze Bewegung gelegt haben. Da ist zuallererst die Asyl- und Einwanderungspolitik, die das Potential für Boatengs Truppen erheblich hat anschwellen lassen. Fürs deutsche Publikum spricht Nancy Faeser plötzlich von rigiden Abschiebungen von radikal-islamischen Demokratiefeinden.

Allerdings hat die Ampel ja erst kürzlich den Zugang zum deutschen Pass noch einmal drastisch erleichtert. Da ist eine Abschiebung schon theoretisch nicht mehr möglich. Und praktisch scheitern die Maßnahmen ja ohnehin auch bei Leuten ohne deutschen Pass regelmäßig im Dickicht all der Regeln, welche die deutsche Politik einer erfolgreichen Abschiebung in den Weg gestellt hat.

Aber halt! Was hören wir? Die Masse der auf dem Hamburger Steindamm versammelten sei gar nicht eingewandert, sondern schon in Deutschland geboren. Raheem Boateng ist Sohn einer Deutschen und eines Ghanaers. Aber das macht nichts. Auch um die zweite und dritte Einwanderungsgeneration haben sich „Politik und Zivilgesellschaft“ hingebungsvoll gekümmert. Wenn in der Vergangenheit von „Integrationshemmnissen“ die Rede war, ging es in der Regel um „Alltagsrassismus“ und „Diskriminierung“ durch die deutsche Mehrheitsgesellschaft, und nicht etwa um die Verweigerung von Integration durch die Eingewanderten. Den umgekehrten, antideutschen Rassismus durch Immigranten, den gebe es gar nicht, antideutscher Rassismus sei ein „rechtes Schlagwort“.

So wurden junge Immigranten insbesondere aus dem muslimischen Raum emsig hineingesabbelt in die Opferrolle der Diskriminierten. Und die „Diskriminierten“ durften daraus den Schluss ziehen: Wenn es mit Schule und Beruf nicht so klappt, liegt es eben nicht am eigenen Desinteresse an Bildung und Arbeit, sondern an der Niedertracht der „Ungläubigen“. In diese Bresche mussten Boateng und seine Mitstreiter nur noch hineinspringen, dort war alles für ihre Propaganda bereit. Sie brauchten die „Diskriminierungs“-Erzählung der deutschen Multikulti-Redner nur aufzugreifen und in ihrem Sinne ein wenig aufzubereiten – fertig war die Forderung nach dem Kalifat in Deutschland.

„Ortskräfte“ und „Ukrainer“
Denn wenn all die deutschen „Antirassisten“ doch selber sagen, dass die deutsche „Muslimfeindlichkeit“ einfach kein Ende nehme, dann bleibt den gläubigen Moslems doch gar nichts anderes übrig, als die Macht zu übernehmen, um sich vor den Übergriffen der „Ungläubigen“ zu schützen. Oder?

Nancy Faeser gab der Entwicklung nach ihrer Übernahme des Innenministeriums noch einmal ordentlich Schub. Zunächst hat sie gleich mal den Expertenkreis Politischer Islam aufgelöst, der die Umtriebe der radikalen Moslem-Aktivisten unter die Lupe genommen hatte. Die von ihr geleitete Islamkonferenz nahm bei ihrer jüngsten Tagung stattdessen ein ganz anderes heißes Eisen in die Hand. Der offizielle Titel der Zusammenkunft Ende November lautete „Fachtagung zu steigendem Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit“. Listig! In der Kombination kann man das eine (Antisemitismus) nämlich geschickt hinter dem anderen (Muslimfeindlich) verstecken. Da seinerzeit das Massaker vom 7. Oktober noch nicht so lange her war, murrte die „Tagesschau“ allerdings über das fragwürdige „Timing“. Seyran Ateș, die in Berlin eine liberale Moschee gegründet hat, wurde schon deutlicher: „Wir haben aktuell Wichtigeres zu diskutieren als Muslimfeindlichkeit.“ Aber was weiß die schon?

Immerhin können wir uns doch damit trösten, dass die ganz große Mehrheit der Muslime in Deutschland eher bei Leuten wie Ateș ist als bei den Boatengs. Oder etwa nicht? Praktisch zeitgleich zur Hamburger Demo flatterte uns eine Studie aus Niedersachsen auf den Tisch, nach der dort 68 Prozent der 15-jährigen Moslems die Regeln des Islam wichtiger finden als deutsche Gesetze. 46 Prozent streben gar die Errichtung eines islamischen Gottesstaats an und 35 Prozent haben Verständnis für Leute, die Gewalt ausüben gegen Mitmenschen, die den Islam „beleidigen“. Da wächst etwas heran! Und wer diesen jungen Menschen den letzten Schliff geben will auf dem Weg in den Heiligen Bürgerkrieg, der rede am besten mit ihnen noch einmal gründlich über die grassierende „Muslimfeindlichkeit“ in Deutschland.

Sobald ihr wackeres Gerede über Abschiebungen verhallt ist, werden Faeser und die Ihren weiter dafür sorgen, dass der Nachschub für Boateng und die Seinen aus dem Ausland nicht versiegt. Allerdings muss man den Deutschen die weitere Flutung ihres Landes natürlich irgendwie „humanitär“ unterjubeln. Nachdem Begriffe wie „Syrischer Kriegsflüchtling“ oder „Afghanische Ortskraft“ ein wenig an Blendkraft eingebüßt haben, finden sich neue Nebelkerzen.

Der Angestellte eines Hamburgers Hotels, das zu gut der Hälfte mit „ukrainischen Kriegsflüchtlingen“ belegt ist (für knapp 2000 Euro pro Monat im Zweibettzimmer, gezahlt von der öffentlichen Hand) berichtet von anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten mit etlichen „Ukrainern“. Die habe man aber abstellen können, nachdem ein Übersetzer hinzugezogen worden sei – für Deutsch-Arabisch und Arabisch-Deutsch.

Manche „Ukrainer“ seien recht kreativ bei der Nutzung des Gebäudes. So hätten auffällig viele Besucher nach immer derselben Zimmernummer gefragt, bis sich herausstellte, dass dort eine Dame dem ältesten Gewerbe nachgeht. Eine „ukrainische“ Großfamilie habe mehrere der elf Zimmer, die sie belegte, lukrativ weitervermietet.

Sehen Sie: Früher war zwar vieles leichter. Anderes dagegen ist heute so leicht wie nie.


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