01.10.2022

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WALDBRÄNDE IN SACHSEN Auslöser der Feuer waren wohl rauchende Besucher des Prebischtors. Die Schuld für ihr verheerendes Ausmaß scheint allerdings eher bei der Politik zu liegen

„Haltet den Dieb!“

Grüne machen den Klimawandel zum Sündenbock. Hingegen ist das ihretwegen im Wald belassene Totholz tatsächlich brandgefährlich

Lydia Conrad
11.08.2022

Politisches Handeln bleibt selten folgenlos. Dies musste jetzt auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) erleben. Im August 2019 berichteten Bürger aus Stollberg im Erzgebirge, der Politiker habe für den Fall, dass die CDU wegen zu vieler AfD-Stimmen bei den bevorstehenden Landtagswahlen keine absolute Mehrheit erringe, gedroht: „Die Grünen werden mit in der Regierung sein, und ihr werdet kotzen.“ Genauso kam es dann. Nun allerdings – knapp drei Jahre später – steht Kretschmer händeringend im Elbsandsteingebirge und barmt: „Es bricht mir das Herz.“

Der Grund hierfür sind die Waldbrände im Nationalpark Sächsische Schweiz und deren Folgen. Nachdem bereits am 18. Juli die Hänge unter der weltbekannten Basteibrücke in Flammen aufgegangen waren, brach am 24. Juli unweit des ebenso berühmten Prebischtors in der benachbarten Böhmischen Schweiz ein großes Feuer aus, das schließlich 1060 Hektar Wald vernichtete. Der dabei entstandene Funkenflug setzte am Folgetag 150 Hektar im Großen und Kleinen Zschand sowie den Affensteinen auf der bundesdeutschen Seite in Brand. Zum Schluss loderten die Flammen an insgesamt elf verschiedenen Stellen in der hinteren Sächsischen Schweiz. Wegen des extrem unwegsamen Geländes mussten bei der Brandbekämpfung bis zu 800 Feuerwehrleute sowie drei Wasserwerfer der Polizei und 16 Hubschrauber zum Einsatz kommen.

Unvorsichtige Raucher

Das dem Ganzen zugrunde liegende Feuer wurde aller Wahrscheinlichkeit nach von rauchenden Besuchern des Prebischtors ausgelöst. Dennoch verkündete Wolfram Günther, Sachsens im Dezember 2019 unter maßgeblicher Mitwirkung der CDU ins Amt gehievte grüne Staatsminister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft Wolfram Günther sofort, der Waldbrand sei eine Folge des Klimawandels, denn „seit Menschengedenken hat sowas hier noch nicht stattgefunden“. Tatsächlich wütete aber am 30. August 1842 in derselben Region wie jetzt ein Feuer, dessen Flammen am Ende sogar 236 Hektar erfassten.

Darüber hinaus behauptete Günther, das überall im Nationalpark herumliegende, knochentrockene Totholz sei keinesfalls für das enorm schnelle Umsichgreifen des Feuers verantwortlich. Dabei erhielt er Rückendeckung von Hanspeter Mayr, dem Sprecher der Nationalparkverwaltung: Die aufgrund von Borkenkäferbefall oder Sturm umgestürzten Baumstämme hätten „die Ausbreitung der Brände nicht beschleunigt“.

Das widerspricht jedoch sämtlichen Erfahrungen aus anderen Teilen Deutschlands und der Welt sowie im übrigen auch dem gesunden Menschenverstand. So trafen die Feuerwehrleute am Boden wegen des allgegenwärtigen „Fichtenmikados“ erst viel zu spät am Brandherd ein.

Mit den irreführenden Verweisen auf den Klimawandel soll zum einen weiter Hysterie geschürt und zum anderen von der Gefährlichkeit des von dem grün geführten Umweltministerium gebilligten und forcierten Waldbewirtschaftungskonzeptes für den „Entwicklungs-Nationalpark“ Sächsische Schweiz abgelenkt werden. Dieses sieht vor, 4960 Hektar beziehungsweise 57 Prozent der Waldfläche in den Schutzzonen A (Naturzone) und B (Entwicklungszone) nicht mehr zu pflegen. Dort soll alles genau so bleiben, wie die Natur es will. Und daraus resultiert dann eben auch das Liegenlassen des Totholzes, wobei der staatseigene Sachsenforst ohnehin viel lieber gesunde Bäume in den ungeschützten Bereichen fällt, um deren Stämme gewinnbringend zu verkaufen, wie man an den riesigen Nutzholzstapeln am Rande des Elbsandsteingebirges sehen kann.

Schaden für den Tourismus

Neben der Brandgefahr sorgen die zahllosen umgefallenen Stämme gleichzeitig auch dafür, dass im Nationalpark Sächsische Schweiz immer mehr Wanderwege unpassierbar werden, wobei sich die Situation seit Amtsantritt des grünen Umweltministers noch deutlich verschärft hat. Und das schadet dem Tourismus, denn 80 Prozent der Besucher wollen das Gebirge zu Fuß erkunden. Dieser Zustand führte zu mehreren dringenden Hilferufen an Ministerpräsident Kretschmer, der dann jedes Mal beruhigend Abhilfe versprach. Zuletzt geschah dies im Juni 2021: „Wir werden alles dafür tun, die Wege wieder freizuschneiden.“ Passiert ist aber so gut wie gar nichts, während der Einschlag des Nutzholzes weiterhin auf Hochtouren läuft.

Nun erhält das Tourismusgewerbe im südlichen Sachsen nach zwei Corona-Jahren den vermutlich endgültigen Todesstoß, denn das von Kretschmers Parteifreund Michael Geisler geleitete Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge erließ am 26. Juli wegen der Brände ein flächendeckendes und zunächst auf unbestimmte Dauer geltendes Verbot, die 60.100 Hektar Wald zwischen der Lausitz und den Kämmen des Osterzgebirges zu betreten. Seitdem hagelt es unablässig Stornierungen, wobei viele der abgesprungenen Gäste auf die benachbarte Böhmische Schweiz ausweichen, wo es außer im Umfeld des Prebischtors keinerlei Waldsperrungen gibt.

An dem Imageschaden und dessen Folgen ändert auch nichts, dass Geisler das Verbot am 7. August auf die Zeit bis zum 4. September befristete und das Sperrgebiet insofern reduzierte, als es nun „nur“ noch die halbe Sächsische Schweiz umfasst.



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Kommentare

sitra achra am 11.08.22, 12:28 Uhr

Der Waldexperte Peter Wohlleben hätte zu diesem Thema eine eigene Meinung anzubieten. Jedenfalls fällt bei den Problemen in der Sächsischen Schweiz ein erheblicher Interessenkonflikt auf, der sich nicht ohne Verzicht der einen oder anderen Partei lösen ließe. Aber vielleicht heißt die Devise in dem Fall: auf die Bäume, ihr Affen, der Wald wird gefegt!"

Armin Teuton am 11.08.22, 07:09 Uhr

Es gibt keinen menschengemachten Klimawandel !!! Wissenschaftliche Untersuchungen, die diesen Namen verdienen, belegen dies. "Menschengemachter Klimawandel = Propaganda zur Abzocke". Ich bin enttäuscht, daß die PAZ diese Propagandaparole unkritisch zitiert.

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