26.02.2025

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Bundestagswahl regional

Hochburg ade: SPD sinkt in Berlin auf Platz 5

Scholz konnte Wahlkreis in Potsdam verteidigen – AfD in der Hauptstadt erstmals mit Direktmandat

Hermann Müller
26.02.2025

Als Spitzenkandidat der SPD musste Olaf Scholz am Abend der Bundestagswahl eine „bittere Niederlage“ einräumen. Im Wahlkreis 61 (Potsdam – Potsdam-Mittelmark II – Teltow-Fläming II), der bundesweit als einer der spannendsten gilt, konnte der scheidende Kanzler hingegen als Direktkandidat der SPD einen Wahlsieg erringen. Er setzte sich mit 22 Prozent gegen die Grüne Annalena Baerbock (17,9 Prozent) durch. Überraschend stark schnitt in dem Prominentenwahlkreis auch der AfD-Kandidat Alexander Tassis mit 17,4 Prozent ab. Bislang galt die Landeshauptstadt Potsdam wie auch Berlin für die AfD als eher schwieriges Pflaster.

Bei den Zweitstimmen konnte die Linkspartei in der Landeshauptstadt mit 17,6 Prozent einen knappen Sieg vor der SPD (17,2 Prozent) und der AfD (16,9 Prozent) einfahren. Landesweit landete dagegen die AfD mit deutlichem Vorsprung auf Platz 1. Die Partei erhielt 32,5 Prozent der Zweitstimmen und gewann neun der zehn Wahlkreise. Auf Platz 2 landete in der Mark die CDU mit 18,1 Prozent der Zweitstimmen. Es folgen die SPD (14,8 Prozent) sowie die Linkspartei und das BSW, die mit nur 36 Stimmen Unterschied beide bei 10,7 Prozent landeten.

Überraschend ging in Berlin die Linkspartei als Sieger aus der Bundestagswahl hervor. Auf die Partei entfielen fast 20 Prozent der Zweit- und 22 Prozent der Erststimmen. Zudem gewann die Linkspartei in der Hauptstadt vier der zwölf Wahlkreise. In Lichtenberg setzte sich die Linke-Bundesvorsitzende Ines Schwerdtner gegen Beatrix von Storch (AfD) durch. Im Wahlkreis Treptow-Köpenick holte Gregor Gysi das Direktmandat. Der 77-jährige einstige SED-Chef wird damit zum Alterspräsidenten des neuen Bundestages. Ferat Koçak in Neukölln und Pascal Meiser in Kreuzberg holten weitere Direktmandate für die Linkspartei. Die Grünen haben damit in ihrer bisherigen Hochburg Kreuzberg das Direktmandat verloren, das sie seit 2002 stets gewinnen konnten.

In Marzahn-Hellersdorf hat Gottfried Curio erstmals ein Wahlkreismandat für die AfD in Berlin errungen. In einem knappen Rennen verdrängte Curio den ehemaligen CDU-Generalsekretär Mario Czaja. Mit Spannung war auch der Ausgang der Bundestagswahl im Wahlkreis Pankow erwartet worden. Hier hatten die Grünen ursprünglich Stefan Gelbhaar als Direktkandidaten aufgestellt. Nach Belästigungsvorwürfen gegen ihn, die sich mittlerweile mindestens zum Teil als falsch herausgestellt haben, entschied sich der Grünen-Kreisverband schließlich, mit Julia Schneider ins Rennen zu gehen. Die Grünen-Kandidatin setzte sich dann beim Erststimmenergebnis tatsächlich gegen die Linke-Landesvorsitzende Maximilian Schirmer durch.

Berlinweit landete die CDU des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner bei den Zweitstimmen mit 18,3 Prozent auf Platz zwei nach der Linkspartei. Die Grünen erzielten in der Hauptstadt 16,8 Prozent. Der AfD gelang es mit 15,2 Prozent sogar, die SPD (15,1 Prozent) knapp zu überholen. Die Sozialdemokraten, über Jahrzehnte die stärkste politischen Kraft in Berlin, sackten damit bei den Zweitstimmen auf den fünften Platz ab.


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