17.04.2024

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Berlin Modern

Im Schatten der Scheune

Grundsteinlegung auf dem Berliner Kulturforum für ein neues Museum des 20. Jahrhunderts

Harald Tews
15.02.2024

Auf dem Berliner Kulturforum unweit des Potsdamer Platzes klafft derzeit eine riesige Baulücke. Zwischen der Neuen Nationalgalerie und dem Scharoun-Ensemble mit der Berliner Philharmonie hat man eine 16 Meter tiefe Baugrube ausgehoben, in der man am 9. Februar im Beisein von Kulturstaatsministerin Claudia Roth und dem Regierenden Bürgermeister Berlins Kai Wegner den Grundstein für das neue Museum der Moderne gelegt hat.

„Berlin modern“ soll, wie jetzt bekannt wurde, dieses Gebäude heißen, dass die Berliner schon vor sieben Jahren, als der Siegerentwurf vorgestellt wurde, spöttisch als „Scheune“ bezeichnet hatten. Als solche wird das neue Haus auf 16.000 Quadratmetern den von Mies van der Rohe entworfenen zierlichen Glasbau der Neuen Nationalgalerie von der Größe und von der Höhe her in den Schatten stellen. Beide Gebäude will man unterirdisch mit einem Tunnel verbinden.

Der Neubau und die benachbarte Neue Nationalgalerie zeigen künftig die Kunstbestände der Sammlung der Nationalgalerie aus dem 20. Jahrhundert – rund 5000 Werke. Seit Jahrzehnten konnte die Neue Nationalgalerie ihre umfangreichen Bestände nur in Ausschnitten präsentieren. In der aktuellen Präsentation sind nur etwa drei Prozent der Sammlung zu sehen. So sind zwar namhafte Künstler des 20. Jahrhunderts mit wichtigen Werken in der Sammlung der Nationalgalerie vertreten, doch aus Platzgründen war bisher immer nur ein kleiner Teil des Bestandes zu sehen gewesen. So ist die gesamte Kunst der Klassischen Moderne derzeit im Depot. Auch viele Werke der Kunst nach 1945 sind seit Jahren eingelagert.

Die Planungen wurden seit Amtsantritt des Direktors der Neuen Nationalgalerie, Klaus Biesenbach, weiterentwickelt. Der erste Spatenstich für das neue Museum fand im Dezember 2019 statt. Zwei Jahre später starteten die Bauarbeiten zur Herstellung der Baugrube. Die bauliche Fertigstellung ist für 2027 vorgesehen. Die Kosten für die Baumaßnahme liegen derzeit bei 364 Millionen Euro zuzüglich Risikokosten und Baupreisentwicklung.

Sowohl der Eröffnungstermin als auch die Baukostenentwicklung könnten allzu optimistische Prognosen sein, bedenkt man, wer für die Gestaltung des Hauses zuständig ist: Das Schweizer Architektenbüro Herzog & de Meuron hatte einst die Hamburger Elbphilharmonie entworfen, deren Fertigstellung sich mehrfach um Jahre hinauszögerte und deren Baukosten sich am Ende um das Elffache der ursprünglich geplanten Summe erhöhen sollten.


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