01.10.2022

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Ukrainekrieg

Kriegsführung ohne Ziel

Im Ukrainekrieg zeichnet sich immer mehr ab, dass keine Seite das militärische Ringen gewinnen kann. Das wirft die Frage auf, welche Ziele der Westen mit seinem Engagement erreichen will – und welchen Preis er bereit ist, dafür zu zahlen. Das gilt vor allem für die deutsche Politik

Harald Kujat
21.08.2022

Die Bundesregierung unterstützt die Ukraine in einem erheblichen Umfang durch finanzielle Zuwendungen, die Lieferung von Waffen und militärischer Ausrüstung sowie durch Sanktionen gegen Russland, die deutschen Bürgern zunehmend finanzielle und wirtschaftliche Lasten sowie Einschränkungen in vielen Lebensbereichen auferlegen. Die langfristigen Schäden der deutschen Volkswirtschaft, insbesondere die Folgen des für den Herbst zu erwartenden Energienotstands, und die Auswirkungen auf deren Wettbewerbsfähigkeit sind bisher nur ansatzweise abschätzbar. Im Frühjahr und Sommer 2022 jedenfalls ist das Wachstum der Wirtschaft vollkommen zum Erliegen gekommen. Zugleich nimmt die Regierung in Kauf, dass das Material für die ohnehin nur noch äußerst begrenzten Fähigkeiten der Bundeswehr zur Erfüllung des Verfassungsauftrags der Landes- und Bündnisverteidigung weiter „geplündert“ wird.

Welche militärischen und politischen Ziele der Ukraine in diesem Krieg ist die Bundesregierung gewillt zu unterstützen? Und erfolgt diese Unterstützung lediglich, soweit diese Ziele mit deutschen Sicherheitsinteressen vereinbar sind – oder selbst dann, wenn dadurch Gefahren für Deutschlands Sicherheit ausgelöst werden? In welchem Ausmaß ist die Bundesregierung bereit, durch Sanktionen verursachte langfristige und möglicherweise irreversible Schäden der deutschen Volkswirtschaft zu akzeptieren? Oder setzt die vornehmste Pflicht der Bundesregierung, Schaden von Deutschland abzuwenden, der Solidarität mit der Ukraine Grenzen?

Fragwürdige Begründungen

In der deutschen Diskussion des Ukrainekrieges wird die Verpflichtung zur uneingeschränkten Lieferung von Waffen unter anderem damit begründet, dass die Ukraine auch unsere Freiheit verteidigt. Es wird gefordert, die Ukraine müsse siegen beziehungsweise den Krieg gewinnen: „Der Westen verteidigt sich selbst, wenn er der Ukraine hilft, der russischen Aggression zu widerstehen“, andernfalls „müsste er damit rechnen, dass die nächsten Opfer der Aggression auch Mitglieder des atlantischen Bündnisses sein können“. Dieses moralische Argument vermag nicht zu überzeugen, denn sollten die Ukrainerinnen und Ukrainer wirklich unsere Freiheit unter Einsatz ihres Lebens verteidigen, wäre es höchst unmoralisch, dass wir nicht selbst in den Kampf eingreifen.

Obwohl unsere Freiheit ebenso wenig wie zuvor am Hindukusch in der Ukraine verteidigt wird, gibt es doch überzeugende Gründe, die Ukraine in ihrem Abwehrkampf zu unterstützen. Aber es ist auch unbestreitbar, dass dadurch das Risiko einer Ausweitung und Intensivierung des Krieges mit unabsehbaren Gefahren für unser Land entstehen kann. Deshalb ist ein unpolitischer, eindimensionaler Ansatz abzulehnen, der sich auf die Lieferung von Waffen beschränkt und die Ausweitung des Krieges ebenso in Kauf nimmt wie das Risiko einer nuklearen Eskalation. Nur ein dualer Ansatz, neben der materiellen Unterstützung den Krieg auch mit politischen Mitteln zu begrenzen und auf kürzestem Wege zu beenden, dient den Interessen der Ukraine ebenso wie unseren eigenen.

Weil die Zweifel zunehmen, ob ein militärischer Sieg der Ukraine realistisch ist, wird jetzt gefordert, noch mehr und leistungsfähigere Waffen zu liefern: Entweder um den russischen Streitkräften schwerere Schäden als bislang zuzufügen, die für die militärische und politische Führung unakzeptabel sind, oder die besetzten Gebiete zurückzuerobern, damit die Ukraine ein Waffenstillstandsabkommen von einer Position der Stärke verhandeln kann. Doch dieser Zeitpunkt wurde bereits einmal verpasst, als die russischen Streitkräfte den Angriff auf Kiew abbrachen.

Die Ziele Washingtons und Kiews

Die Ukraine verteidigt ihre staatliche Souveränität und territoriale Integrität gegen einen völkerrechtswidrigen Angriff mit großer Entschlossenheit und kann dabei auf eine breite internationale Unterstützung zählen. Zum vollständigen Bild gehört aber auch, dass das ukrainische Volk für die geostrategischen Interessen der Vereinigten Staaten in der Rivalität mit den beiden anderen Großmächten Russland und China kämpft.

Präsident Selenskyj hat seine Aussagen zu den ukrainischen Kriegszielen seit Beginn des Krieges immer wieder geändert. Bereits am 24. März 2021 hatte er in einem Dekret die Rückeroberung der 2014 von Russland annektierten Krim angeordnet. Nach Beginn des Krieges am 24. Februar 2022 war er zunächst bereit, auf die NATO-Mitgliedschaft seines Landes zu verzichten und einen neutralen Status für die Ukraine zu akzeptieren. Über den Donbass und die Krim sollte zu einem späteren Zeitpunkt verhandelt werden. Gegenwärtig sollen die ukrainischen Streitkräfte wieder die Krim und den Donbass erobern und die völlige territoriale Integrität der Ukraine vor der Annexion der Krim wiederherstellen.

Präziser haben die Vereinigten Staaten in der US-Ukraine-Charta vom 10. November 2021 ihre Kriegsziele als Ergänzung des US-ukrainischen Abkommens über militärische Zusammenarbeit vom 31. August 2021 definiert. Sie betonen ihr „unerschütterliches Engagement für die Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Integrität der Ukraine innerhalb ihrer international anerkannten Grenzen, einschließlich der Krim, und ihrer Territorialgewässer“. Sie beabsichtigen, „den Kampf der Ukraine gegen die bewaffnete Aggression zu unterstützen und ... Sanktionen gegen oder im Zusammenhang mit Russland aufrechtzuerhalten und andere relevante Maßnahmen anzuwenden, bis die territoriale Einheit der Ukraine innerhalb ihrer international anerkannten Grenzen wiederhergestellt ist“. Darüber hinaus soll Russlands Präsident Putin laut US-Präsident Biden entmachtet und die russischen Streitkräfte in einem Abnutzungskrieg dauerhaft geschwächt werden, so US-Verteidigungsminister Austin.

Der unklare Kurs Berlins

Der Deutsche Bundestag hat auf Antrag der Fraktionen der Regierungskoalition und der CDU/CSU-Fraktion vom 27. Februar 2022 Russland zum Rückzug aufgefordert und nahezu gleichlautend verlangt, „die territoriale Unversehrtheit, Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine innerhalb der international anerkannten Grenzen uneingeschränkt zu achten“. Bundeskanzler Scholz hat dieses Ziel deutscher Sicherheitspolitik durch die Verpflichtung unterstrichen: „Wir werden die Ukraine auch weiterhin massiv unterstützen – finanziell, wirtschaftlich, humanitär, politisch und nicht zuletzt mit der Lieferung von Waffen“, „und zwar so lange, wie die Ukraine unsere Unterstützung braucht“.

Doch was bedeutet diese Festlegung konkret? Wird die Bundesregierung beispielsweise einen Beitrag zur Eroberung der Krim leisten, die von der russischen Regierung als russisches Staatsgebiet betrachtet wird? Oder unterstützt sie die Ukraine dabei, den Zustand vor dem russischen Angriff wiederherzustellen? Mit der Krim weiter in russischer Hand und die Zukunft des Donbass trotz „Minsk II“-Abkommens ungeklärt?

Russland könnte nach der Konsolidierung seiner Eroberungen im Osten und Südosten der Ukraine ein Ende der „begrenzten militärischen Spezialoperation“ verkünden. Dadurch könnte sich die Gelegenheit für einen Waffenstillstand und, falls sich dieser als tragfähig erweist, für Friedensverhandlungen ergeben. Dann würde sich für die Bundesregierung die Frage stellen, ob die Waffenlieferungen und Sanktionen fortgesetzt werden, falls die Ukraine einen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen ablehnt und den Krieg fortsetzt, um die von Russland besetzten Gebiete zurückzuerobern oder einen jahrelangen Guerillakrieg beginnt.

Zu Recht wurde kürzlich in einem Appell zahlreicher prominenter Persönlichkeiten für einen Waffenstillstand gefragt, „welches Ziel Länder, die die Ukraine militärisch unterstützen, genau verfolgen und ob (und wie lange) Waffenlieferungen weiterhin der richtige Weg sind“. Im Sinne von Clausewitz ist das die Frage, ob die Politik in diesem Krieg der Logik der Gewalt weicht und der Krieg die Politik ersetzt – oder ob die Politik auch im Krieg fortgesetzt und dieser mit den Mitteln der Diplomatie beendet wird.

Gegenwärtig ist noch die uneingeschränkte Lieferung auch von Waffen der Bundeswehr das Kernthema der deutschen Kriegsrhetorik. Die Auswirkungen auf die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr, die Frage des Einsatzwertes bestimmter Waffensysteme für die ukrainischen Streitkräfte und das Risiko einer durch Waffenlieferungen ausgelösten Eskalation werden verdrängt. Dass durch die Intensivierung der Kampfhandlungen auch die zivilen und militärischen Verluste steigen, wird ebenfalls nicht thematisiert. Dabei ist der Blutzoll der ukrainischen Streitkräfte durch deren statische Operationsführung, wodurch lediglich eine Verzögerung russischer Geländegewinne erreicht wird, extrem hoch. Die Verzögerungsgefechte werden in den urbanen Räumen und großen Städten, wie Amnesty International kürzlich recherchiert hat, ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung geführt.

Ein Krieg, der für niemanden zu gewinnen ist

Diesen Krieg wird niemand gewinnen, weder Russland noch die Vereinigten Staaten – und auch nicht die Ukraine. Denn den Krieg zu gewinnen bedeutet, die jeweiligen politischen Kriegsziele zu erreichen.

Für Russland sind die politischen Kriegsziele trotz seiner zuletzt erzielten militärischen Erfolge unerreichbar. Zwar ist der NATO-Beitritt der Ukraine so weit von der Realisierung entfernt wie zuvor. Aber die Erweiterung der NATO um Schweden und Finnland ist ein geostrategischer Zugewinn für die Allianz und ein schwerer Rückschlag für Russland. Zudem wurde die Verteidigung der Ostflanke des Bündnisses verstärkt, und die europäischen Verbündeten planen signifikante Verstärkungen ihrer Verteidigungsfähigkeiten. Sogar Deutschland, die traditionelle Landmacht in Mitteleuropa, plant, die 2011 eingeleitete Fehlentwicklung zu korrigieren und das Fähigkeitsprofil der Bundeswehr wieder auf die Landes- und Bündnisverteidigung auszurichten. Die Ukraine bleibt ein strategischer Partner der Vereinigten Staaten und ein machtpolitischer Vorposten gegenüber dem geopolitischen Rivalen. Auch die Befürchtungen Russlands, das ballistische Raketenabwehrsystem der NATO in Polen und Rumänien könnte das nuklearstrategische Gleichgewicht mit den Vereinigten Staaten gefährden, bleiben ungelöst.

Den Vereinigten Staaten wird es jedoch nicht gelingen, Russland als geopolitischen Rivalen auszuschalten. Russland wird in diesem Stellvertreterkrieg ohne ein direktes Eingreifen der Vereinigten Staaten und der NATO, was Präsident Biden mehrfach kategorisch ausgeschlossen hat, nicht einmal in die Nähe einer militärischen Niederlage geraten. Man muss davon ausgehen, dass eine militärische Niederlage Russlands auch nicht im chinesischen Interesse ist. Die Vereinigten Staaten sind sich bewusst, dass China eine derartige Entwicklung sowohl zur Entlastung Russlands als auch zur Durchsetzung eigener Interessen nutzen würde und sie nicht in der Lage wären, einen Zweifrontenkrieg zu führen.

Der US-amerikanische Strategieexperte Harlan Ullman, der in den 1990er Jahren Hauptautor der Doktrin von „Shock and Awe“ (Schock und Ehrfurcht) war, fragt deshalb besorgt: „Haben die USA einen vermeidbaren Fehler begangen, indem sie eine strategische militärische Zwei-Fronten-Konfrontation gegen China und Russland eröffnet haben?“ Er bezeichnet die amerikanische Zwei-Fronten-Strategie als „tickende Zeitbombe“. Es wird immer deutlicher, dass die US-Regierung die geostrategische Dynamik ihres Ukraine-Engagements unterschätzt und sich in eine Situation manövriert hat, die ein Gegensteuern erfordert.

Die Ukraine ist weder in der Lage, die Krim noch den Donbass zu erobern. Die ukrainischen Streitkräfte können zwar begrenzte Gegenangriffe durchführen, sie verfügen jedoch nicht über die Fähigkeit zu weiträumigen, dynamischen Operationen. Daran ändert auch die Lieferung moderner westlicher Waffen nichts, auch wenn in westlichen Medien regelmäßig „Wendepunkte“ oder „game changer“ durch den Einsatz von „Wunderwaffen“ prognostiziert werden. Die täglichen Siegesmeldungen mögen bei deutschen Politikern als Bestätigung ihrer ständigen Forderung nach Lieferung „schwerer Waffen“ gewertet werden – mit der Realität haben sie wenig zu tun.

Bei einer Einigung vor dem 24. Februar wäre es noch möglich gewesen, durch die Umsetzung des Minsk-II-Abkommens den Donbass, zwar mit größerer Autonomie, aber immerhin als integralen Bestandteil der Ukraine zu erhalten. Diese Chance wurde vertan, weil der Krieg „vielleicht in gewisser Weise entweder provoziert oder nicht verhindert wurde“ (Papst Franziskus). Das südukrainische Cherson wird Russland nicht abgeben wollen, weil es für die Wasserversorgung der Krim wichtig ist. Das Schicksal Odessas und der Region, die an Transnistrien grenzt, könnte in Friedensverhandlungen entschieden werden.

Erste Zweifel in Washington

In den Vereinigten Staaten mehren sich die Stimmen, die fordern, der Ukraine Grenzen der Unterstützung aufzuzeigen. Präsident Biden reagierte darauf in einem Namensartikel der „New York Times“ (Titel: „President Biden: What America Will and Will Not Do in Ukraine“), in dem er bereits wichtige amerikanische Positionen aufgab: Die Vereinigten Staaten würden weder versuchen, Putin zu entmachten noch wollten sie den Krieg verlängern, nur um Russland zu schaden. Zugleich betonte er, dass „die Vereinigten Staaten die Ukraine weiter stärken und in ihren Bemühungen unterstützen werden, ein Ende des Konflikts durch Verhandlungen zu erreichen“.

Den ukrainischen Präsidenten verpflichtete Biden zum neuen Kurs, indem er ihn mit den Worten zitierte, dieser Krieg „wird nur endgültig durch die Diplomatie enden“. Doch ein Verhandlungsfrieden ist wohl ohne Gebietsverluste nicht zu erreichen, und Biden thematisiert dies entsprechend diplomatisch: „Ich werde die ukrainische Regierung nicht unter Druck setzen, irgendwelche territorialen Konzessionen zu machen.“ Bidens Bemühen, Selenskyj auf einen gemeinsamen Kurs festzulegen, ist auch Ausdruck der Tatsache, dass die amerikanische Regierung den erratischen ukrainischen Präsidenten inzwischen mit „tiefem Misstrauen“ begegnet und in ihm ein Risiko für die Vereinigten Staaten sieht.

Der Verlierer ist Deutschland

Die Maßnahmen des Westens, die die Einstellung des russischen Angriffs auf die Ukraine zum Ziel haben – finanzielle Unterstützung, Sanktionen sowie die Lieferung von Waffen – müssen als Gesamtstrategie gesehen werden. Es ist bereits seit einiger Zeit absehbar, dass es Russland besser als erwartet gelingt, die Auswirkungen der vom Westen verhängten Sanktionen zu überstehen. Jedenfalls haben diese keinen Einfluss auf die russische Kriegsführung. Dagegen steht für den IWF die westliche Welt als Folge des Ukrainekrieges vor einer Rezession. Und „der größte Verlierer unter den großen Wirtschaftsnationen wird Deutschland sein“.

Die Entscheidung der Bundesregierung, sich aus Furcht, Russland könnte die Gaslieferungen als politische Waffen einsetzen, aus der Abhängigkeit von Russland zu lösen, hat eine Energiekrise ausgelöst, die nicht nur die deutsche Wirtschaft vor große Probleme stellt, sondern mittlerweile immer mehr Lebensbereiche aller Bürger erfasst. Nicht zu bedenken, dass Russland darauf mit Gegenmaßnahmen reagieren könnte, war ein großer außen- und sicherheitspolitischer Fehler.

Wirtschaftsminister Habeck wird hingegen nicht müde, vor den Folgen seiner eigenen Entscheidungen zu warnen und ruft mit teilweise grotesken Vorschlägen zum Energiesparen auf. Zugleich wird eine Diskussion darüber geführt, wie der Ausfall Russlands als Energielieferant kompensiert werden könnte. Jedenfalls soll auf keinen Fall die auf US-amerikanischen Druck zustande gekommene Entscheidung, die Erdgasleitung Nord Stream 2 nicht in Betrieb zu nehmen, revidiert werden. Whatever it takes? Die Vereinigten Staaten jedenfalls profitieren von der europäischen Energiekrise. Die US-Exporte von Flüssiggas (LNG) nach Europa sind im ersten Halbjahr 2022 um 63 Prozent gestiegen.

Würde die Unterstützung der Ukraine und deren Widerstands gegen den russischen Angriff von der deutschen Regierung richtigerweise als Gesamtstrategie verstanden, so müssten alle Maßnahmen von einer rational agierenden Politik ständig auf ihre Wirksamkeit geprüft und diejenigen aufgehoben werden, die nicht dazu beitragen, das angestrebte Ziel zu erreichen oder sogar größeren eigenen Schaden anrichten. Doch das geschieht nicht.

In den Vereinigten Staaten sind erste Anzeichen einer Wende in der Ukrainepolitik erkennbar, wenngleich das Außenministerium noch Rückzugsgefechte gegen das strategisch und geopolitisch weiterdenkende Pentagon führt. Die bevorstehenden Wahlen im November werden diese Entwicklung verstärken.

Es ist an der Zeit, dass die Bundesregierung die Zeichen der Zeit erkennt und die sicherheitspolitischen, strategischen und wirtschaftlichen Interessen unseres Landes in den Mittelpunkt ihrer Politik rückt und damit auch Zeichen für Europa und seine Selbstbehauptung gegenüber den großen Mächten setzt.

• General a.D. Harald Kujat war von 2000 bis 2002 Generalinspekteur der Bundeswehr und von 2002 bis 2005 Vorsitzender des NATO-Militärausschusses.



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Kommentare

Gustav Leser am 23.09.22, 13:02 Uhr

Manche Hetzer gegen Russland wollen also nicht,
dass wir uns mit der Drei-Meere-Initiative (zuletzt aktualisiert 2021, kurz vor dem Ukrainekrieg) beschäftigen?

Dann sollten wir genau das tun.
Und mit den zeitlich parallelen Geldforderungen aus Warschau.

Daniel Penk am 11.09.22, 00:48 Uhr

-Interessanter und für heutige Verhältnisse Umfangreicher Beitrag,bitte mehr von der Sorte!

Ich denke Frankreich,die Suedeuropaeer und Deutschland haben den Süden und Osten der Ukraine im wesentlichen abgeschrieben.
Die Unterstützung für die Ukraine ist so ausgelegt das sowohl Russland wie auch die Ukraine den Konflikt weder gewinnen noch verlieren,sondern daß er eingefroren wird.
Meines Erachtens keine sonderlich gute Strategie,aber auch keine besonders schlechte.

Nietzsche:Die Staaten sind die kältesten der kalten ungeheuer!

Kafka:Wir dürfen nie aus Angst verhandeln,wir dürfen nie aus Angst nicht verhandeln!

Shakespeare:Reizt nicht den der verzweifelt ist!(Romeo und Julia)

Tom Schroeder am 31.08.22, 22:35 Uhr

@Herr Angermann

Ein letztes noch, dann steige ich hier aus:

Jetzt weiss ich endlich, nach google befragen - was eine Philippika ist, danke dafuer, aber solche habe ich nicht geschrieben, ich bin ja kein Schriftsteller, sondern Techniker. Das Leben in einem souveraenen demokratischen Staat moechte ich mindestens so gerne wie Sie. Mit Gewalt gedroht habe ich nicht, verherrlicht auch nicht, denn ich kaempfe mit Worten, auch aufs Schaerfste, es sei denn man greift mich physisch an, was seit meinem 15 Lebensjahr nicht mehr passiert ist - ich gehe Schlaegereien grundsaetzlich aufmerksam aus dem Wege. Nur, ist es nicht so, dass Putin selbst den Balten und Polen gedroht hat sie wieder einzuverleiben? Immer noch Worte, ok, man kann sich mal im Ton vergreifen. Die Gefaehrlichkeit der ganzen "militaerischen Sonderoperation" o.ae. resultiert bestimmt nicht aus der entstandenen Gegengewalt, die man mit Recht unterstuetzt. Oder will man die Ukraine "um des lieben Friedens willen" einfach alleine lassen und ausliefern? Ausserdem ist eine Fixierung der Aufmerksamkeit nur auf die Ukraine sehr gefaehrlich fuer uns - macht Putin weiter, wenn er da fertig ist? Werden dann bisher kaum gesehene modern ausgeruestete gut trainierte Verbaende gegen die EU aufmarschieren? 60.000 stehen oestlich des Baltikums bereit. Das macht mehr Sorgen als alles andere, haetten unsere verschlafenen Muetzenichs (soviel zur SPD) und Lady GaGa, sorry, Angela Merkel mit dem unsaeglichen Guttenberg nicht unsere Wehrfaehigkeit auf null komma irgendwas reduziert, waere das anders. So gesehen haben wir in der Hegemoniefrage nicht die Wahlmoeglichkeit der 100% Souveraenitaet - kann man anders sehen, jedoch hat man ohne Gegengewaltpotential keine Durchsetzungskraft. Deutschland war schon immer zu schwach, um selbst Hegemon zu sein, ergo 100% souveraen. Da traeumten in der neueren Geschichte nur die Pickelhauben und Hakenkreuzler von - vielleicht noch die zeitgenoessischen Alternativen.

Nun zum "Mord" - ja Toetung eines Menschen ist Mord, richtig, aber feiert man Staufenberg nicht auch? Schade dass der Anschlag missglueckte. Sicher, das Beispiel ist eine ganz andere Kragenweite und der Vergleich ist aufgrund der hohen Symbolkraft nur in der innewohnenden Logik teilweise zutreffend - grundsaetzlich hat die russische Fuehrung mit massiver Gewalt begonnen, wenn das auf eine solche Weise gestoppt werden kann ist diese Logik doch nicht verkehrt. Ein Anrecht auf die Ukraine bzw. einen "Pufferstaat" mit derselben ist doch Hegemoniestreben in Perfektion, wo und wann hoert sowas auf? Dann lieber die andere Seite fuer mich, fuer Sie vielleicht nicht, dann ist ja schon mal ein putinsches Kriegsiel erreicht: Spaltung in Deutschland.

Wir koennten uns wenigstens darauf einigen, dass es heute Abend besser waere irgend etwas schoenes zu tun, statt sich wieder mit dem Krieg zu beschaeftigen und dass es prima waere, wenn Russen und Ukrainer zusammen einen trinken wuerden, ihre Kinder im Schueleraustausch mit polnischen, baltischen und deutschen Kindern gegenseitiges Verstaendnis erlernen koennten, so wie meine Generation das mit Frankreich tun konnte - wenn mich da jemand hinschickt, gehe ich mit denen schoen essen und trinken und gebe mein G36 an der Theke ab, meine franzoesichen Sprachkenntnisse helfen bestimmt weiter. Aber so ist es leider nicht und es wird dann bedauerlicherweise 2 Generationen dauern, bis man wieder miteinender kann.

Ihren Antimerikanismus teile ich ausdruecklich nicht. Andenauer, in meinen Augen der faehigste Kanzler der Bundesrepublik bis heute, hat uns in Westdeutschland loeblicherweise vor der stalinschen "Neutralitaet" bewahrt. Was haette Schumacher (SPD) gemacht? Soviel zur vermuteten Antifa oder sonst irgendeinem radikalen Bloedsinn - da bin ich zu alt fuer - ich haette gerne ein friedliches Utopia, kein gruenes(!), wie fast alle, nur macht es seit geraumer Zeit Putins Gang in unserem Umfeld kaputt.

"Amis" und "zur Schlachtbank fuehren" - nein, das sehe ich nicht so, es geht hier um unsere Freiheit und Demokratie. ISt natuerlich auch in USA nicht fehlerlos oder ideal, aber besser als russische Provinz oder Belarus, man darf sogar den amerikanischen Praesidenten kritisieren, auch wenn's erst mal nix bewirkt - ist eben demokratisch, wie bei uns unter amerikanischer Hegemonie. Am liebsten wuerde ich in Kalifornien wohnen, denn dann waere ich deutlich entspannter, was meine persoenliche Sicherheit gegenueber dem seit den 90er Jahren massiv aufgeruesteten russischen Militaer angeht.

Ich hoffe die Missverstaendnisse sind nun ausgeraeumt, meine Meinung bleibt dieselbe, ich bitte Sie diese zu akzeptieren, aber nicht anzunehmen. Einen dritten Weltkrieg wird es nur geben, wenn Russland und im Verbund China ihn wollen - das machen die dann sowieso, egal wie wir uns verhalten. Insbesondere in einer solchen Situation ist man besser bis an die Zaehne bewaffnet, so dass der Anreiz dazu im Keim erstickt wird - immer noch das Prinzip der gegenseitigen Abschreckung - die Menschheit kommt bis zu meinem Lebensende in wenigen Jahrzehnten wahrscheinlich nicht wesentlich weiter. Russlands Rueckschritte desillusionieren mich komplett. Schade auch. Prost!

Tom Schroeder am 31.08.22, 19:39 Uhr

@Hajo Blaschke

Schimpfen und beleidigen koennen Sie aber gut. Die Freiwilligen aus der Armutsrekrutierung werden also Ihrer Meinung nach den Anschluss, eher Landraub, herbei fuehren. Mich dann als Stasi zu beschimpfen entlarvt Sie gaenzlich. Wenn Ihnen die russische Version besser gefaellt, warum wandern Sie nicht aus? Spass beiseite: DAs Ganze ist schon bedrohlich und man sollte Flagge zeigen - ist Ihnen ja auch gut gelungen!

Hajo Blaschke am 29.08.22, 17:09 Uhr

Nein, Schroeder, in der DDR wär solch eine Type wie du nicht in Hohenschönhausen im Knast. Du wärst dort bei der Stasi und sowohl als festangestellter Zuträger als auch IM.
Wenn du Eltern haben solltest, die mit beiden Beinen auf dem Boden der Realität stehen, dann müssten die sich für so einen Bald wie du schämen.

Hajo Blaschke am 28.08.22, 13:47 Uhr

Kujat ist NATO-General, auch wenn er nicht mehr im Dienst ist. Er hat von der Militäroperation der russischen Armee in der Ukraine keine Ahnung. In dieser Aktion sind übrigens auf russischer Seite ausschließlich Freiwillige im Einsatz, sog. Kontraktniki. Deshalb ist auch der Artikel, dass der Unmut russischer Bürger über den Einsatz der Armee kompletter Unsinn. Diese Freiwilligen hat niemand gezwungen.
Noch größerer Unsinn ist allerdings die Behauptung Kujats, dass Russland sein Ziel in der Ukraine nicht erreicht. Seit Beginn der Operation sind außer den Volksrepubliken Donezk und Lugansk in den Gebieten Cherson, Saporoshje und Nikolajew Referenden zum Anschluss an Russland in Vorbereitung.

Rolf Starosta am 28.08.22, 12:12 Uhr

Sehr geehrter Herr Angermann,

Sie stellen fest, General Kujat habe die russische Strategie nicht durchdrungen. Sie führen Beispiele an und lassen die Leser zudem teilhaben an Ihren strategischen Analysen, wie „…die Amis, die erst alles plattbomben und anschließend ein paar Bodentruppen als Restputztruppe hinschicken.“
Ist das seriös und niveaugerecht? Oder sind solche Formulierungen nicht eher besonders dazu geeignet, die Ernsthaftigkeit und die Kompetenz Ihrer Analysen und Ausführungen in Frage zu stellen?

Mit freundlichen Grüßen,
Rolf Starosta

sitra achra am 28.08.22, 11:22 Uhr

Die Polen sind ein liebenswertes, friedliches Volk. Es ist hier nicht der Ort, die Geschichte zu instrumentalisieren (s. Pilsudskis Intermariumspläne, Drei-Meere-Initiative), um Russlands abscheuliche Abkehr vom Humanum zu rechtfertigen, indem man andere Nationen beschuldigt.
Meiner Meinung ist dies auch ein versteckter Aufruf zum Polenhass. Damit aber kann man uns Deutsche nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Die Zeiten sind endgültig vorüber. Also hat sich die Kremlpropaganda gewaltig verschätzt.

Herr B am 28.08.22, 09:44 Uhr

Zitat Kujat: "Präziser haben die Vereinigten Staaten in der US-Ukraine-Charta vom 10. November 2021 ihre Kriegsziele als Ergänzung des US-ukrainischen Abkommens über militärische Zusammenarbeit vom 31. August 2021 definiert."

Zu diesem Zeitpunkt gab es den Krieg noch nicht. Wenn die VS zu diesem Zeitpunkt schon Kriegsziele beschlossen haben, müssen sie ihn wohl auch eingeplant haben, um es vorsichtig auszudrücken.

Gregpr Scharf am 27.08.22, 15:57 Uhr

Erbärmlich und typisch für Etappenhengste.

andreas sarkis am 27.08.22, 11:28 Uhr

Der Kujat-Artikel ist viel zu theoretisierend.
Fakt ist: Ein europäischer Staat wird angegriffen (seit 2014) und mit Vernichtung bedroht. Europa sollte, müsste tätig werden, tut es aber nicht. Wirtschaftliche Sanktionen sind in einem Kriegsfall untauglich. Militärisch kann aber Europa, da besonders die EU, nichts mehr bewirken. Es wurde bis weit unter das Minimum abgerüstet.
Soll Deutschland schwere Waffen liefern? Falsche Frage, denn Deutschland kann gar keine entsprechenden Waffen liefern, von der Quantität überhaupt abgesehen. Die Bundeswehr ist schon länger nicht mehr einsatzfähig.
Der Krieg wurde von Joe Biden verloren. Gleich zu Beginn eine Flugsperrzone, und eine (dafür bereit stehende) Airmobile Division in die Region Lviv verlegen, zur Herstellung eines gesicherten Rückzugsgebietes. Überwachung der Truppenbewegungen per Satellit. Dazu war die außenpolitisch jämmerliche Biden-Administration nicht imstande. US-Waffenlieferungen sind nur ein Tröpfchen, weit weg von einem Wasserfall.
Friedensverhandlung, wie immer wieder angesprochen, gibt es bei einem Angriffskrieg nicht. Was sollte verhandelt werden? Vollständiger Rückzug der russischen Streitkräfte aus Ukraine, dann könnte man über politische Fragen verhandeln. Vorher nicht.
Kujat irrt noch mehr, indem er meint, Ukraine würde geopolitische Ziele "verteidigen". Nein. Nach etlichen Millionen Toten unter Stalin gibt es keinen Platz für die Ukraine in einem Neo-sowjetischen Reich.

Cornelius Angermann am 25.08.22, 19:04 Uhr

Wow, Herr Tom Schroeder, was für eine Philippika. Ich bin am Boden zerstört...
Jetzt mal im Ernst.
Offenbar haben Sie den Unterschied zwischen der UDSSR un d der Russischen Föderation immer noch nicht richtig durchdrungen. Wenn Sie Putin als Ganoven bezeichnen, will ich nicht widersprechen. Aber sind das letztlich nicht alle führenden Politiker, egal in welchem Land? Die wären sonst nicht da, wo sie sind, weil man dort vorwiegend durch Korruption und Bestechlichkeit und Hinterzimmermachenschaften hinkommt.
Was die von Ihnen gelobte US-Hegemonie angeht: die hat denselben Grund, aus dem der Bauer sein Vieh füttert und tränkt. Nur, um es dann irgendwann zur Schlachtbank zu führen. Gerade ist wieder so ein Moment, der dritte Weltkrieg rückt näher! Und in den 50er und 60er Jahren wurden die militärischen Planspiele der Amerikaner auf Europa fokussiert. Der Verlust der europäischen Staaten in einem atomaren Inferno galt als hinnehmbar, wenn der Krieg insgesamt gewonnen würde. Wenn Sie etwas Geschichtskenntnisse hätten, dann wüssten Sie das.
Übrigens: ich lebe nicht gerne in einer Hegemonie, weder unter amerikanischer noch russischer. Ich bin ein großer Anhänger eines souveränen demokratischen Rechtsstaats, in dem die Regierung den Mehrheitswillen der Bürger umsetzt, unter Beachtung von Minderheitsrechten
Ich bin kein Anhänger einer Gesellschaft, in der Minigruppen, weil sie laut und schrill sind, der Mehrheitsgesellschaft ihren schrägen Lebensstil aufzwingen wollen.
Ihr Letzter Satz ist übrigens ebenso entlarvend wie das Gutheißen des Mordes an einer Journalistin (die sicherlich nicht ihrer Meinung wäre) und der Ausweitung dieser Vernichtungsfantasie auf die gesamte russische Regierung.. Sie drohen denjenigen, die nicht ihrer Meinung sind, mit Gewalt. Ich tippe auf SPD oder Grüne, evtl. mit "Antifa"-Vergangenheit.

Es wundert mich, dass solche Gewaltverherrlichungen in einer Zeitung wie der PAZ überhaupt veröffentlicht werden? Schämen Sie sich denn gar nicht dafür?

Gustav Leser am 24.08.22, 10:51 Uhr

Guter Artikel

Wie wärs wenn man dann noch die Drei-Meere-Initiative von 2016/2021 thematisiert?

Und deren Vorläufer, Pilsudskis Intermariumpläne.
Dann sieht der russische Präventivkrieg seit dem 24. Februar 2022 schon ganz anders aus.

Tom Schroeder am 22.08.22, 20:49 Uhr

Sehr geehrter Herr Angermann,
Sie scheinen sich ja mit den russischen Motiven und den Moeglichkeiten diese umzusetzen ja sehr gut auszukennen, so dass ich davonausgehe Sie befinden sich in Russland. Offenbar ist der Wunsch der Vater Ihrer Aeusserungen, denn Bombardierungen sind bereits seit dem 24.02.2022 zu sehen und von Zurueckhaltung keine Spur. Die "Ermordung der Tochter" usw. ist aus meiner Sicht prima, wenn man diese ganze Entourage der Kremlmafia auf diese Art ausschalten koennte, so waere das gut fuer fast alle Beteilligten - dann waere naemlich Ruhe statt Krieg und es kaemen nur die Verursacher des Schlamassels verdient ums Leben. Es gibt keinen fairen Kampf, nur Gewinner und Verlierer - das gilt auf der Strasse, wie im Krieg und jeder nicht ausgetragene Kampf ist ein gewonnener Kampf! UKR betreibt Selbstverteidigung und die ist noch nicht einmal angemessen, denn wenn sie es waere, so floegen Raketen nach Moskau - nach Kiew fliegen sie ja auch! Es ist sicherlich moeglich auf dem internationalen "Waffenmarkt" Mittelstreckenraketen mit max. Reichweite zu bekommen - Moskau laege also gerade so noch in Reichweite. Ich gehe da mit Loyd Austin: RUS deutlich schwaechen - so lassen sie uns wenigstens in Ruhe. Ich lebe VIEL LIEBER mit amerikanischer Hegemonie im Bereich der NATO, so wie mein ganzes bisheriges Leben lang - so konnte ich wenigstens gut leben, reisen und meinen Beruf lernen und gerne ausueben. In der russisch beherrschten DDR ware ich in Hohenschoenhausen gelandet, weil nicht konform. Allers klar? Eine 5. Kolonne sollte bei uns aufs schaerfste bekaempft werden - das wird bald auch so sein.

sitra achra am 22.08.22, 10:44 Uhr

Ich sehe die Lage vollkommen anders. Die tumben Russen sind in die amerikanische Falle getappt und müssen die Suppe bis zum Letzten auslöffeln. Dafür sorgen schon die Amis mit ihren Waffenlieferungen.
An den Russen gibt es absolut nichts Liebenswertes, wenn man ihren raubaffenartigen Zerstörungsdrang ernstnimmt.
Eine Ukraine ohne sie wäre ein wahrhaftes Idyll, wo sich alle Minderheiten wohlfühlen können.
D.h., sie müssen alle aus der Ukraine deportiert werden.
Zur Kompensation der Schäden muss Russland den gesamten Süden um das Schwarze Meer an die Ukraine abtreten. Eine solche Methode wurde völkerrechtswidrig auch an Deutschland nach zwei verlorenen Kriegen praktiziert. Wer nicht hören will, muss fühlen, lautet ein deutsches Sprichwort. Den Russen in den Allerwertesten zu kriechen trägt sicher nicht zu einer Änderung der russischen Arroganz bei. Da müssen härtere Bandagen angelegt werden.

E. Berger am 21.08.22, 20:59 Uhr

Wenn die "Erweiterung der NATO ... ein geostrategischer Zugewinn für die Allianz ist und ein schwerer Rückschlag für Russland", ist das gleichbedeutend mit dem Geständnis, dass die NATO eben kein reines Verteidigungsbündnis ist. Andernfalls bräuchte sich Putin gar keine Gedanken machen.

Dieter Hempel am 21.08.22, 14:29 Uhr

Leider ist es so, daß die meisten der zum Artikel angegebenen Kommentare die Lage in Rußland noch in der Ukraine wirklich kennen. Ich habe längere Zeit in der Ukraine als Hauptingenieur für die Erdgastrasse gearbeitet. Die Ukraine ist ein in sich zerrissener Vielvölkerstaat aus Ukrainern, Russen, Ungarn und Rumänen. Diepolitischen Einstellungen innerhalb der Ukraine sind verschieden. Die Westukraine ist westlich geprägt, die Karpatoukraine durch Ungarn und Rumänen, die mittlere Ukraine sehr stark russisch geprägt,obgleich dort Ukrainer leben, denn die Menschen dort haben zum größten Teil in Rußland gearbeitet, weil bereits vor dem Krieg in der Ukraine kaum Arbeitsmöglichkeite (außer in der Landwirtschaft) vorhanden waren. Diese Ukrainer sind jetzt durch den Krieg ihrer Verdienstmöglichkeit beraubt., während die Ostukraine absolut russisch geprägt ist. Selinski hat sich aber leider nicht dazu durchringen können, eine ähnliche Politik wie in Südtirol zu realisieren, im Gegenteil er hat durch sein Dekret im Februar dieses Jahres festgelegt, daß im öffentlichen Raum (Nicht nur im amtlichen Bereichen) nur noch ukrainisch gesprochen werden darf. Dabei hat er nicht bedacht, daß zum Beispiel die Ungarn in der Karpatoukraine in ihren Minisiedlungen absolut nicht ukrainisch sprechen können. Dadurch sind ethnische Konflikte auch weiterhin vorprogrammiert. Dazu kommt noch, daß Selinski durch die ausufernden Waffenlieferungen aus den westlichen Ländern immer weiter seinen Krieg weiterführen wird, ohne überhaupt darüber nachzudenken, ob und wie eine diplomatische Lösung denkbar wäre. (Bei Minsk 2 ist trotz des Vertrages die Ukraine ihren dort zugestimmten Verpflichtungen in keiner Weise nachgekommen und das damals entstandene Papier praktisch troz Unterschrift Zerrissen). Die Ukraine führt praktisch zu Lasten der dortigen Bevölkerung einen Stellvertreterkrieg für die USA und die USA haben dort die Möglichkeit ihre Waffen praktisch zu erproben, ohne selbst in den Krieg eizugreifen und ein Debakel wie in Korea, Vietnam, Afghanistan zu Lasten der Ukraine zu verhindern. Leider folgen die westlichen Länder unter dem Begriff die Freiheit zu verteigen diesen Krig mit, ohne dabei zu bedenken, daß die Ukraine mitnichten ein Staat ist, in dem die freiheitlichen Rechte der Gesamtbvölkerung akzeptiert wird. Dazu kommt noch, daß in der Ukraine die ausufende Korruption jeder auf as Wohl des Volkes gerichtete Strömung unterbinden.

Cornelius Angermann am 21.08.22, 12:31 Uhr

Herr Kujat hat offenbar immer noch nicht die Strategie der Russen durchdrungen. Ihnen geht es um Beseitigung der faschistischen Politeliten und den Schutz der russischstämmigen Bevölkerung der Ukraine. Deshalb gehen sie vergleichsweise behutsam vor. Anders als die Amis, die erst alles plattbomben und anschließend ein paar Bodentruppen als Restputztruppe hinschicken.
Es könnte aber sehr wohl sein, dass Russland seine Zurückhaltung zumindest gegen die ethnischen Ukrainer aufgibt. Dann wird es auch Flächenbombardements geben, Bombardierung ukrainischer Stellungen in den Städten. Dem wird bestenfalls eine kurze Warnung der Zivilbevölkerung vorausgehen, das Gebiet zu räumen. Allerdings werden die ukrainischen Truppen, wie schon öfter praktiziert, dies Flucht verhindern.
Mit der Ermordung der Tochter eines hochrangigen Beraters von Putin werden auch in Russland die Hasswogen gegen die Ukraine höher schlagen. Gnade dem Ukrainer Gott, der jetzt in die Hände der Russen fällt.

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