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Zukünftige Endhaltestelle Stolzenberg: Die Masten stehen bereits
Foto: U.H.Zukünftige Endhaltestelle Stolzenberg: Die Masten stehen bereits

Allenstein

Licht am Ende des Tunnels

Straßenbauarbeiten schreiten voran – Die Straßenbahnlinie 1 fährt wieder zur Altstadt

Uwe Hahnkamp
15.06.2023

Anfang Mai brachte für die von den vielen Baustellen in den letzten Jahren geplagten Einwohner Allensteins noch einmal eine Belastungsprobe – und einen Lichtblick. Das Ende des Baus der zweiten Linie der Allensteiner Straßenbahn kommt langsam in Sicht, die offizielle Eröffnung der Strecke ist für den Herbst dieses Jahres vorgesehen.

Andere Europäer sagen gerne, dass die einzigen Menschen, die mehr meckern und sich beschweren als die Deutschen, die Polen seien. In Allenstein hatten sie wegen der viele Jahre dauernden Baustellen aber allen Grund dazu. Vor allem der Bau der Straßenbahn, der sich dabei ständig ändernde Straßenverlauf sowie die häufige Verlegung von Gehwegen und Zebrastreifen an Kreuzungen zerrte an den Nerven der Straßenverkehrsteilnehmer.

Streckenvorteil Straßenbahn
Doch nicht nur die Personenkraftwagen standen im Stau, sondern auch die Busse. Mit Abstand die schnellste Möglichkeit vorwärtszukommen, war die Straßenbahn wegen des eigenen Gleiskörpers. Für diejenigen, deren Fahrtziele mit ihr zu erreichen waren, war das ein großer Vorteil. Für auf Busse angewiesene Passagiere oder Autofahrer war die Situation weniger gut. Dann fiel wegen des Umbaus der Kreuzung Kleeberger Straße [Pilsudski-Allee] und Roonstraße [Kościuszko Straße], dem kritischsten Punkt des Straßenbahnnetzes, an dem die neue Strecke an den bestehenden Gleiskörper anschließen wird, auch noch das Teilstück der Straßenbahn zum Hohen Tor, also zum Stadtzentrum, weg. Es fuhr lediglich noch die Linie 2 zum Hauptbahnhof.

Die Maifeiertage und das dadurch stark verringerte Verkehrsaufkommen nutzte die Stadt, um für eine Woche den Betrieb der Straßenbahn einzustellen und Ersatzbusse einzusetzen – und in dieser Zeit die erwähnte Kreuzung fast fertigzustellen. Die letzten Meter des Anschlusses der neuen Strecke fehlen noch, aber seit dem 8. Mai fährt die Linie 1 der Straßenbahn zur Altstadt wieder, die Haltestelle an der Kreuzung wird auch von Bussen wieder angefahren, und die Kreuzung selbst kann vom Individualverkehr genutzt werden. Da die bisherigen Umfahrungen der Kreuzung wegfallen, müssen sich die Autofahrer einmal mehr umstellen, aber dieses Mal mit einer gewissen Erleichterung.

Deutlich sichtbare Fortschritte
Diese zeigt sich bei vielen Menschen entlang der gesamten zukünftigen zweiten Strecke der Straßenbahn. In Stolzenberg [Pieczewo] stehen schon länger die Masten für die Oberleitung, die Endhaltestelle nimmt Gestalt an. Von dort bis nach Bergenthal [Nagórki] und weiter bis zur Pilsudski-Allee sind die mit dem Bau der Straßenbahn verknüpften Arbeiten an Wasserrohren, Strom- und Gasleitungen sowie deren Anschlüssen abgeschlossen. Das Verlegen der Schienen selbst nimmt nicht mehr so viel Zeit in Anspruch.

Einige neue Geh- und Radwege sowie Haltestellen lassen sich schon erkennen, und die kühnste Konstruktion der Stecke, das Viadukt über eine Kreuzung bei Bergenthal, hat sein Richtfest hinter sich gebracht. Auch entlang der Pilsudski-Allee kommt Ordnung in das scheinbare Chaos bei Stadion, Schwimmbad, Finanzamt und Planetarium, und die Fußgängerüberwege an der Kreuzung mit der Bahnhofsstraße verschieben sich nur noch ein einziges, letztes Mal. Die Baustellen, die es nach der geplanten Fertigstellung und Eröffnung der neuen Straßenbahnstrecke im kommenden Herbst geben wird, werden die Allensteiner und die Besucher der Stadt mit einer wesentlich größeren Gelassenheit ertragen.


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