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Östlich von Oder und Neiße

Lichterglanz nach Berliner Vorbild

In Oberschlesiens Städten ist Energiesparen bei Weihnachtsillumination überhaupt kein Thema

Chris W. Wagner
10.12.2022

In den oberschlesischen Industriestädten Hindenburg [Zabrze] und Königshütte [Chorzów] wird zu Weihnachten geklotzt und nicht gekleckert, zumindest wenn es um den Einsatz der Festbeleuchtung geht.

Im Schlesischen Zoologischen Garten (Śląski Ogród Zoologiczny) schaffen 25 Lichtinstallationen eine märchenhafte Architektur in dem etwas in die Jahre gekommenen Tierpark. Entlang eines zwei Kilometer langen Weges erklingt dezente Weihnachtsmusik, und vor dem Auge des Betrachters wechseln sich unwirkliche Landschaften ab. Ein „Märchenweiher“ mit leuchtenden Seerosen, der von bunt beleuchteten Bäumen und Gebüschen umrahmt ist, die wie tanzende Elfen anmuten, ist nur eine der Märchenlandschaften. Auch ein Sternenregen aus Licht, ein Lichtertunnel oder Wiesen, auf denen Lichterteppiche projiziert werden, sind noch bis zum 15. Januar täglich von 17 bis 20 Uhr zu bestaunen.

Die Lichterwelt sei nicht störend für die Tiere im Zoo, denn „die Lichterinstallationen befinden sich in großer Entfernung von den Gattern und Ausläufen der Tiere. Am Abend sind die Tiere auch schon in ihren Pavillons, deren Fenster mit Lichtschutz abgedichtet wurden“, versichert Daria Kroczek, Zoo-Sprecherin in der „Promenade“ Promenada Ziętka 7 in Königshütte. Der 1958 gegründete Tierpark ist mit seinen 47,5 Hektar Fläche der drittgrößte in der Republik Polen und befindet sich in einem der größten Stadtparkanlagen Europas. Die Idee, den Zoo im Winter durch den Weihnachtsgarten attraktiv zu machen, holten sich die Königshütter aus Berlin. Dort wurde nämlich der erste „Christmas Garden“ 2016 präsentiert.

Im etwa 20 Kilometer entfernten Hindenburg entstand im Waldbad eine ähnliche Lichterwelt. Die 22 Hektar große Fläche nennt sich „Millionenlichter-Park“. „Dieser Ort, mit einem großen Karussell und vielen Märchengestalten, ist eine perfekte Kulisse für Familien-Schnappschüsse“, so Zdzisław Trzepizur, Chef des Städtischen Sport- und Veranstaltungszentrums Hindenburg. Für ihn ist die zehn Meter hohe Kristallkammer, die wie eine Krone anmutet, der schönste Teil der Präsentation im Hindenburger Waldbad, das sich in der ul. Srebrna 10 befindet und außer Montag und Dienstag von 16 bis 21 Uhr geöffnet ist.

Aber auch der Kattowitzer „Ring“, wie Marktplätze in Schlesien heißen, wird in der Weihnachtszeit besonders stark illuminiert. Erstmalig wurde auch dort ein „Lichter-Minipark“ installiert. 200 Qua-dratmeter ist er groß und zu sehen sind dort noch bis zum 26. Februar unter anderem überdimensionale, leuchtende Weihnachtsfiguren. Am 9. Dezember bekommt der Kattowitzer Weihnachtsmarkt auch seine oberschlesischen Akzente, denn ab 18 Uhr marschieren von der Marienkirche bis zum Ring Bergmann-Fahnenträger, Trachtengruppen und Majoretten bei zünftiger Blasmusik des Kattowitzer Bergmannorchesters.

Noch mehr oberschlesische Atmosphäre kann man im Kattowitzer Stadtteil Nickischschacht [Nikiszowiec] vom 9. bis zum 11. Dezember schnuppern. Dort wird seit 2008 besonders darauf geachtet, dass die Illumination und die Stände die einzigartige Backsteinarchitektur der historischen Arbeitersiedlung unterstützen. Nickischschacht wurde von 1908 bis 1919 nach Plänen der Charlottenburger Zillmann-Brüder für Bergarbeiter und Beamte an der Giesche-Grube bei Kattowitz erbaut.

Deutscher Abend am Oppelner Ring

Wenn auch nicht besonders illuminiert, dafür aber mit deutschen Akzenten – zumindest an einem Tag – präsentiert sich Oppeln [Opole]. Seit 2003 organisiert dort der Bund der Jugend der Deutschen Minderheit (BJDM) einen deutschen Abend am Oppelner Ring. Im Vorfeld wird ein deutscher Weihnachtsliedwettbewerb ausgeschrieben und die Gewinner treten dann auf der Bühne des Weihnachtsmarktes auf. In diesem Jahr präsentieren sich die Sänger am 11. Dezember ab 15 Uhr. Und wie bereits seit 19 Jahren wird es auch dieses Mal wieder Stände mit Weihnachtsschmuck und Weihnachtskarten sowie schlesischem Pfefferkuchen geben, der nach alten deutschen Rezepten gebacken wird.


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