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Will weniger arbeiten, aber das Gleiche verdienen: Angestellte demonstriert in Deutschland für Arbeitszeitverkürzung
Foto: paWill weniger arbeiten, aber das Gleiche verdienen: Angestellte demonstriert in Deutschland für Arbeitszeitverkürzung

Arbeitszeit

Linkspartei fordert 30-Stunden-Woche

Neuauflage der Diskussion aus den 1980er Jahren über die 35-Stunden-Woche

Peter Entinger
28.08.2020

Obwohl die Digitalisierung in Deutschland schleppend anläuft, fordert die Linkspartei, das Fell des Bären zu verteilen, bevor er erlegt ist. In einem Positionspapier verlangt sie eine Verkürzung der Arbeitszeit. Die Computerisierung müsse für den Menschen, nicht gegen ihn genutzt werden.

In ihrem Positionspapier geht die Linkspartei davon aus, dass die Digitalisierung viel menschliche Arbeit überflüssig machen werde. Die Gesamtmenge an Arbeit werde demnach kleiner. Die Produktivität der verbliebenen Arbeit steige. Dadurch werde die Gesellschaft noch wohlhabender.

„Wir brauchen eine generelle Verkürzung der Arbeitszeit auf 30 Stunden pro Woche in Vollzeit, um die Produktivitätsfortschritte allen zugutekommen zu lassen und allen ausreichend Zeit für Familie und Sorgearbeit, für politische Einmischung, persönliche Weiterbildung und Muße zu ermöglichen", erklärt die Parteivorsitzende Katja Kipping.

Die neuen digitalen Technologien, so die Politikerin, dürften nicht „zur Verdichtung von Arbeit, zur Erhöhung des Stresses, zur verstärkten Kontrolle durch das Management, zur Verlagerung von Tätigkeiten auf tariflose Subunternehmen und zum Druck auf Tarifstandards, Löhne und Arbeitsbedingungen führen".

Mit oder ohne Lohnausgleich?

Unterstützung erhält die Linkspartei, die mit diesem Thema im anstehenden Bundestagswahlkampf punkten will, von den Gewerkschaften. Die hoffen mit einer geringeren Arbeitszeit auf weniger Arbeitsplatzabbau. „Die Vier-Tage-Woche wäre die Antwort auf den Strukturwandel in Branchen wie der Autoindustrie. Damit lassen sich Industriejobs halten, statt sie abzuschreiben", sagte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, der „Süddeutschen Zeitung". Er forderte zudem „einen gewissen Lohnausgleich für die Beschäftigten, damit es sich die Mitarbeiter leisten können".

Die Gewerkschaften sind traditionell Vorreiter einer Arbeitszeitverkürzung. In diesem konkreten Fall argumentieren sie mit der Notwendigkeit, branchenspezifische Probleme während der Corona-Krise abfedern zu müssen.

Laut einer Studie der University of Auckland in Neuseeland nimmt die Produktivität der Mitarbeiter bei weniger Arbeit und gleicher Entlohnung zu. Und laut dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland" wurde die Produktivität bei Microsoft in Japan um 40 Prozent und in einer norwegischen Großmolkerei um 50 Prozent gesteigert, obwohl die Arbeitszeit um 20 Prozent verringert wurde.

Es gibt Erhebungen, dass sich viele Menschen mit Familie, Beruf und Ehrenamt zunehmend überfordert fühlen. Laut einer Umfrage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz wünscht sich mehr als die Hälfte der Beschäftigten mit Vollzeit-Job eine 35-Stunden-Woche. Und zwar auch bei entsprechend geringerem Verdienst.

In einer Studie kommt die Behörde zu dem Schluss, dass eine kürzere Arbeitszeit für weniger Rückenschmerzen, Herzinfarkte und Schlafstörungen, für einen niedrigeren Blutdruck und letztlich auch für weniger Krankheitstage sorgen würde.

Doch es gibt auch deutliche Kritik an der Arbeitszeitverkürzung. „Wenn wir in Qualifizierung investieren und Neueinstellungen fördern, wird die Arbeitslosigkeit auch bei voranschreitender Digitalisierung weiter sinken", sagte beispielsweise Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel". Heißt im Endeffekt: Die Digitalisierung wird nicht zu weniger, sondern zu anderer Arbeit führen.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz gibt indes zu bedenken: „Eine Vier-Tage-Woche ist nur dann sinnvoll, wenn sie wirklich auf 30 Stunden beschränkt ist und nicht zur Folge hat, dass die Beschäftigten dann vier Tage je zehn Stunden arbeiten, um das Pensum zu schaffen." Das sei aus Sicht des Arbeitsschutzes sehr bedenklich.

Andreas Peichl, Leiter des Zentrums für Makroökonomie und Befragungen beim Ifo-Institut setzt auf Freiwilligkeit: „Es wird Unternehmen geben, die das können. Aber einen Zwang zu verordnen, würde am Ende zu mehr Arbeitslosigkeit führen."



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Kommentare

Michael Holz am 30.08.20, 19:52 Uhr

Die Kommunisten und ihre Gewerkschaften waren schon immer weltfremd. Man kann diese Gestalten nicht ernst nehmen.
Eigentlich sollten diese Sozialschmarotzer fordern: Gar nicht arbeiten und doppelten Lohn fürs Nichtstun! Das ist echter Wahnsinn. Vielleicht Methode?

Siegfried Hermann am 28.08.20, 10:46 Uhr

Übelster typisch linker Populismus.
Mehr Arbeitsplätze??? Kennen wir doch wie einst Helmut Kohl über Bitterfeld -vor den- Wahlen halluziniert hat. Die Wahlen hat er verloren.
Sicher die Produktivität steigt.
Der linke Rest ist Quatsch. Man muss genau hinschauen wo Mehrwert generiert wird.
Das läuft unter Industrialisierung 4.0. Mit importierten Kamelreitern und Ziegenhirten und RTL-Dschungelcamp läuft da garnix.
Andererseits wird dieser Mehrwert durch ausufernde "Verordnungen, Gesetze, steigende Steuerbelastung, Bakschisch und Migration" mehr als aufgefressen.
Und wenn dann mit son Schwachsinn wie Corona die Wirtschaft komplett abgewürgt wird mit dem Ergebnis von 10 Mio. (!!) Arbeitslosen und unwiderbringlich verlorenen Arbeitsplätzen... da muss man sich fragen in welcher Traumwelt leben die linken Spinner eigentlich???
Warum schreien denn diese bunten, linken System-SED-Einheitspolitiker ständig davon, das Rentenalter drastisch zu erhöhen und die Renten zu kürzen!? Natürlich NUR für Deutsche.
Das Problem ist nicht die fortschreitende Rationalisierung. Das Problem sind die sämtlichen Wolkenkucksheim-Politiker, die glauben die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und selber absolut nix auf die Reihe kriegen. link. Roth, Bartsch, Pau, Göring...
Mahlzeit!

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