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Einer der größten Arbeitgeber in Allenstein: Reifenhersteller Michelin
Foto: D.K.Einer der größten Arbeitgeber in Allenstein: Reifenhersteller Michelin

Allenstein

Michelin verlagert einen Teil seiner Produktion

Konkurrenz aus Asien und gestiegener Mindestlohn – Viele ausländische Investoren kehren Polen den Rücken

Dawid Kazanski
24.06.2024

Der Reifenhersteller Michelin hat damit begonnen, sein Lkw-Reifenwerk in Allenstein stillzulegen und die Produktion nach Rumänien zu verlagern. Als Grund werden die hohen Produktionskosten genannt. Das Werk soll bis Ende des Jahres den Betrieb einstellen, es wird jedoch nicht vollständig geschlossen. Damit soll eine Massenentlassung verhindert werden.

In dem betroffenen Teil des Werks sind rund 500 Menschen beschäftigt. Alle Mitarbeiter, die bisher dort tätig waren, werden in den anderen Betrieben der Gruppe weiterbeschäftigt. Das bestätigte der Sprecher von Michelin Polen, Piotr Staszałek. Er sagte, dass „jedem der Mitarbeiter des Lkw-Reifenwerks ein Arbeitsplatz in einer angemessenen Stelle angeboten wird, die seinen Kompetenzen und Erfahrungen in anderen Werken entspricht. Die Bedingungen, die den Mitarbeitern des Lkw-Reifenwerks in anderen Betrieben angeboten werden, sollen nicht schlechter sein als die derzeitigen“.

In Allenstein erhalten bleiben das Werk für Personen- und Lieferwagenreifen, für Landwirtschaftsreifen, für Halbfertigprodukte, das Formenwerk sowie das für die Herstellung von Reifenkorden und die Servicegruppe.

Das Reifenwerk in Allenstein wurde 1995 Teil der Michelin Polen S.A. Gruppe. Heute ist es der größte Arbeitgeber in der Stadt. Insgesamt arbeiten rund 5000 Menschen in dem Werk in Südostpreußen. Staszałek erklärte, dass die Produktion von Lkw-Reifen im Allensteiner Betrieb aufgrund der Situation auf dem Lkw-Reifenmarkt in Europa eingestellt werde: „Dieser Markt wird mit billigeren Reifen aus Fernost überschwemmt, und deshalb traf unser Werk die Entscheidung, die Produktion von Lkw-Reifen einzustellen.“

Polen ist für ausländische Investoren nicht mehr so attraktiv als Billiglohnland wie vor ein paar Jahren. Produktionskosten und der steigende Mindestlohn stellen den Gewinn der Unternehmer in Frage. Die Produktionsverlagerung in andere Länder ist in der Regel mit Entlassungen verbunden.

Derzeit schwappt eine Entlassungswelle durch Polen: Nokia plant die Entlassung von 800 Mitarbeitern, PepsiCo von 200. Levi Strauss wird seine Produktion in der Stadt Płock einstellen. Fast 800 Menschen verlieren ihre Arbeitsplätze. Der Jeanshersteller war seit 31 Jahren in Masowien tätig. Zu den anderen Unternehmen, die Polen verlassen, gehören Stellantis, das sein Motorenwerk in Bielsko-Biała schloss, und Signify, das Komponenten für Beleuchtung herstellte. Die Schließung von Werken wurde auch von TE Connectivity Industrial, einem amerikanischen Unternehmen mit Sitz in der Schweiz, angekündigt. In Neuendorf [Nowa Wieś Lęborska] in Pommern werden 140 Menschen ihre Jobs verlieren, da die Produktion nach Marokko verlagert wird.


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